Nachrichten

RWE-Tochter: Übernahmegerüchte um innogy · 14. März 2017

RWE mit Milliardenverlust

RWE Logo
Quelle: Shutterstock
Die Folgen der Energiewende kommen RWE teuer zu stehen. So muss der Versorger auch im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Milliardenverlust hinnehmen. Für 2017 gelobt man bei RWE jedoch Besserung. Es soll sogar wieder eine Dividende geben.

Der heute vorgelegte Rekordverlust von RWE wurde weitestgehend erwartet und stellt somit keine wirkliche Überraschung dar. Der Versorger schloss das Geschäftsjahr 2016 mit einem negativen Nettoergebnis von 5,7 Milliarden Euro ab und liegt somit zumindest noch am unteren Ende der Prognosen. Die Gründe für diesen Milliardenverlust sind noch immer dieselben: Abschreibungen auf Kohle- und Gaskraftwerke sowie Rückstellungen im Zuge des Atomausstiegs belasten nachhaltig die Bilanz. Für die Stammaktionäre heißt das jedoch auch, dass es auch in diesem Jahr keine Dividende geben wird.
 

RWE geht optimistisch ins neue Geschäftsjahr

Für 2017 gelobt RWE Besserung. Wie der Konzern heute mitteilte, „geht man mit einem positiven Ausblick ins Geschäftsjahr 2017“. Das bedeutet konkret, dass man für das bereinigte EBITDA einen Zielwert von 5,4 bis 5,7 Milliarden Euro erwartet. Das bereinigte Nettoergebnis soll zudem, vergleichsweise deutlich, auf 1,0 bis 1,3 Milliarden Euro ansteigen. Laut CEO Rolf Martin Schmitz habe man bei RWE die Hausaufgaben gemacht „jetzt geht es darum, auf dieser Grundlage RWE weiter zu entwickeln“.

Börsengang von innogy eröffnet Spielraum

Der erfolgreiche Börsengang von innogy im vergangenen Oktober erhöhte zuletzt den finanziellen Spielraum für RWE. So konnte die Eigenkapitalquote, trotz der jüngsten Verluste, nahezu stabil gehalten werden. Die konsolidierte Nettoverschuldung konnte ebenfalls um gut 2,8 Milliarden Euro auf 22,7 Milliarden Euro reduziert werden. Und, nicht zu vergessen: RWE ist aktuell im Besitz von innogy-Aktien im Gegenwert von gut 14 Milliarden Euro. Allerdings kursieren mittlerweile Gerüchte am Markt, dass sich dies auch schnell wieder ändern könnte.
 

Spekulationen um innogy-Übernahme

Offenbar hat es der französische Strom- und Gaskonzern Engie auf den noch jungen deutschen Ökostrom-Anbieter innogy abgesehen. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, erwägt offenbar der französische Versorger eine vollständige Übernahme von innogy. RWE hat in dieser Frage jedoch ein entscheidendes Wort mitzureden, da die Essener aktuell gut 77 Prozent der innogy-Anteile hält. In einer heute Morgen verschickten Mitteilung verweist RWE auf einen Beschluss des Aufsichtsrats von vor zwei Jahren. Hier heißt es, dass RWE zwar grundsätzlich innogy-Anteile verkaufen könne - jedoch nur bis auf maximal 51 Prozent.  Vor diesem Hintergrund scheint eine Übernahme kaum machbar. Zudem erwies sich der Börsengang von innogy vor allem für RWE bislang als absoluter Glücksfall. Wie oben bereits dargelegt, erhöhte dieses wieder den finanziellen Spielraum des Essener Versorgers. Zudem will innogy auf der kommenden Hauptversammlung eine Dividende in Höhe von 1,60 Euro je Anteilsschein vorschlagen. Ein Geldregen, auf den man bei RWE kaum verzichten möchte.