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so wird 2018 · 21.12.2017 08:23 Uhr

Ausblick für die Indizes in Europa!

Schriftzug 2018
Quelle: Julia Gyshina/Shutterstock
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Im Jahr 2017 konnten fast alle wichtigen länderbezogenen europäischen Standardwerte-Aktienindizes das zweite Jahr in Folge deutliche Gewinne erzielen. Oft ist es gelungen, den (Euro) Stoxx 50 zu schlagen.

Mit Blick auf 2018 deutet die aktuelle technische Lage aber einen Übergang in ein gemischtes Bild an. Der französische CAC 40, der besonders im ersten Halbjahr 2017 durch ausgeprägte Kursgewinne aufgefallen war, verliert an mittelfristiger Aufwärtsdynamik und sollte in 2018 seinen mittelfristigen Hausse-Trend zur Seite verlassen. Der spanische IBEX 35, der im zweiten Halbjahr 2017 im europäischen Vergleich aufgrund der spanischen Innenpolitik eine schlechte Kursentwicklung genommen hat, weist aktuell ein attraktives technisches Gesamtbild auf. Beim Schweizer SMI, bei dem die Hausse in 2017 durch die Schwäche des Schweizer Franken (gegenüber dem Euro) fast vollständig neutralisiert wurde, deutet sich für 2018 eine moderate rela-tive Stärke im europäischen Index-Vergleich an. Dies sollte aber dem schwedischen OMX, bei dem zuletzt auch die Hausse-Dynamik verloren gegangen ist, nicht gelingen. Beim österreichischen ATX, der in diesem Jahr über 26% zulegen konnte, sollte sich die Hausse im neuen Jahr – aber mit deutlich reduzierten Kurschancen – fortsetzen.

CAC 40: Beschleunigter Hausse-Trend schwer durchzuhalten

Gastbeitrag Commerzbank
Der französische CAC 40, ein Kursindex, der analog zum DAX am 31.12.1987 bei 1000,0 Punkten startete, weist aktuell eine Brutto-Jahresdividendenrendite von gut 3,0% auf. Der Index, bei dem der technische Hausse-Zyklus auch im März 2009 vom Tief bei 2445,5 Punkten einsetzte, hat in diesem Zyklus bisher einen Kurszugewinn von ungefähr 120% geliefert. Trotz vieler Jahre mit einer relativen Schwäche im europäischen Index-Vergleich, die sich aufgrund der Index-Zusammensetzung aber auch aufgrund der Finanz- und Wirtschaftspolitik ergeben hatte, setzte auch im CAC 40 ab Mai 2015 eine technische Zwischen-Baisse ein. Diese drückte den Index von 5284 Punkten bis auf ein Zwischentief bei 3892 Punkten im Februar 2016. Diese Zwischenbaisse, die aber den mehrjährigen Hausse-Zyklus nicht beendet hatte, mündete im Jahr 2016 unterhalb der Resistance-Zone von 4610 Punkten in einer (Trading-)Bodenformation, die die charttechnische Form eines Doppelbodens („W-Formation“) aufweist. Zum Jahreswechsel 2016/2017 war der Index mit einem Investment-Kaufsignal (Sprung über 4610 Punkte) sowohl aus dem Zwischenbaisse-Trend als auch aus der technischen Bodenformation herausgekommen und hat einen neuen mittelfristigen Hausse-Trend etabliert. Besonders im ersten Halbjahr 2017 – unterstützt durch die Umfrageergebnisse und dann den Ausgang der französischen Präsidenten- und Parlaments-wahlen – lieferte der CAC 40 eine hohe Aufwärtsdynamik und eine relative Stärke im europäischen Index-Vergleich. Hierdurch wurde der Index bis auf 5536 Punkte (neue Resistance-Zone) und in eine mittelfristig überkaufte Lage geführt. Zwar ist der Hausse-Trend, der aktuell bei 5300 Punkten im direkten Umfeld der steigenden 200-Tage-Linie liegt, noch intakt, jedoch sorgen die technischen Eintrübungen bei vielen französischen Index-Schwergewichten bereits für eine Abschwächung der Aufwärtsdynamik am französischen Aktienmarkt. Als Konsequenz sollte sich die Hausse im CAC 40 im neuen Jahr verlangsamen und der steile Hausse-Trend zur Seite verlassen werden. Insgesamt sollte es der CAC 40 schwer haben, die mittelfristige Resistance-Zone von 5500 bis 5600 Punkten zu überwinden und dürfte – im europäischen Vergleich – wieder in eine moderate relative Schwäche zurückfallen.
Erhalten von der Commerzbank am 20.12.2017 um 17:22 Uhr
Veröffentlicht durch die Börse Stuttgart am 21.12.2017 um 08:23 Uhr
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