Nachrichten

Supersportjahr 2018 · 03.01.2018 09:00 Uhr

Sportartikelhersteller im Fokus

winter-ski-sport-detail
shutterstock.com /Dmytro Vietrov
Beitrag teilen
Das Jahr 2018 steht im Zeichen des Sports: Olympische Winterspiele in Südkorea und die deutsche Fußball-Nationalmannschaft auf Mission Titelverteidigung in Russland. Das weckt Vorfreude, nicht nur bei Sportfans

- Von Andreas Groß, Börse Stuttgart TV Nachrichtenredaktion - 03.01.2018 -
Dazu kommt die Handball-EM in Kroatien und die Leichtathletik-EM in Berlin im Sommer.  Die Vorfreude bei den Adidas, Nike , Puma und Co. ist naturgemäß groß.
Die Branche hofft auf gute Geschäfte - nicht nur beim Fußball - doch vor allem dort.

Olympia weckt Neugier

Denn: Die beiden zugkräftigsten Ereignisse im Sportkalender 2018 entfalten erfahrungsgemäß längst nicht die gleiche Sogwirkung auf Kunden. Die Olympischen Spiele würden eher als Event gesehen, das Begeisterung für den Sport schafft, Neugier weckt und Aufmerksamkeit bringt - auch durch die Medien, meint Michael Steinhauser, Kommunikationschef beim Einkaufsverbund Intersport. Dass "ein Kunde dann bei uns im Geschäft steht und sich vielleicht einen Bobanzug kauft", sei eher unwahrscheinlich. Und doch könnten die Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang dem einen oder anderen Zuschauer "den Antrieb geben, vielleicht noch mal die Skier herauszuholen und auf die Piste zu gehen - wenn das Wetter denn mitspielt."
Ganz ähnlich sieht das auch Nicole Espey, Geschäftsführerin beim Bundesverband der Sportartikelindustrie (BSI): Neben Supersportjahren sei ein knackiger Winter für die Branche von Bedeutung. Im vergangenen Jahr habe es schon früh Schnee gegeben, erstmals schon im November - mit dem Ergebnis, dass für Skifahrer in den Bergen jetzt schon viel Schnee liegt. Also beste Aussichten auch fürs neue Jahr.

König Fußball bleibt König

Beim Fußball geht es vor allem um Trikot- und Schuhverkäufe - "und dann ist davon auszugehen, dass die Verkaufszahlen immer in die Höhe schießen, wenn die deutsche Mannschaft erfolgreich ist", sagt die Expertin. "Wenn irgendein Skifahrer mit einem bestimmten Paar Ski Olympiasieger wird, haben Sie diesen Effekt nicht."
Mit dem großen Hype um Trikots der deutschen Nationalkicker rechnet Intersport-Sprecher Steinhauser erfahrungsgemäß erst nach dem Champions-League-Finale. Der Rückblick aufs vorige WM-Jahr, als Deutschland den Titel holte, stimmt ihn optimistisch: "2014 war ein außergewöhnliches Jahr." Nach dem Turnier habe es mit den Verkäufen des Trikots mit dem vierten Meisterstern noch einmal einen deutlichen Schub gegeben.

Nutznießer Adidas

Nutznießer der WM-Euphorie war auch Adidas , Ausrüster und Sponsor der deutschen Nationalmannschaft. Herbert Hainer, damals Vorstandschef des Sportartikelherstellers, geriet förmlich ins Schwärmen: Der Fußball-Umsatz von Adidas sei 2014 dank Weltmeister Deutschland auf ein Rekordniveau geklettert. Unterm Strich stand nach Konzernangaben seinerzeit ein Umsatz von rund 2,1 Milliarden Euro in der Kategorie Fußball. Insgesamt setzte Adidas mehr als 8 Millionen Trikots ab, davon drei Millionen der deutschen Mannschaft. Und wenn es für die DFB-Elf 2018 wieder so gut läuft, könnte Adidas ein Sahnehäubchen auf den ohnehin glänzenden Umsätzen winken.

Puma holt auf im Jubiläumsjahr

Auch bei Puma läuft es nach einer Schwächephase seit geraumer Zeit richtig rund. Bei der Fußball-WM in Russland wollen die Franken als Ausrüster der Teams von Uruguay und der Schweiz sowie einer Reihe herausragender Einzelspieler Markenpräsenz zeigen, wie ein Sprecher sagte. Aber nicht nur wegen der sportlichen Großereignisse sei 2018 für Puma ein ganz besonderes Jahr - der 1948 gegründete Konzern mit dem Raubkatzenlogo feiert seinen 70. Geburtstag.
Glänzende Aussichten
Olympia und WM hin oder her - der Branche ist um die Zukunft nicht bange. Denn Bewegung und gesunde Lebensführung seien in. Und das Modebewusstsein habe längst in den Sportmarkt Einzug gehalten, sagt BSI-Geschäftsführerin Espey. "Viele laufen mit Turnschuhen großer Sportartikelhersteller oder modischen Sportjacken durch die Gegend - und gehen damit nicht unbedingt wandern."