Nachrichten

Aktie legt um 120 Prozent zu · 10.01.2018 09:31 Uhr

Kodak setzt auf die Blockchain

Kodak-Logo an einem Gebäude
Quelle: Cineberg/Shutterstock
Beitrag teilen
Das nennt man wohl ein Comeback. Die Aktie des Foto- und Druck-Spezialisten Kodak schoss gestern um fast schon sagenhafte 120 Prozent nach oben. Die Ankündigung eine eigene Kryptowährung einzuführen elektrisiert viele Anleger.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Es ist ein weiteres Indiz wie sehr die Stichworte „Blockchain“ und Kryptowährung die Massen derzeit elektrisieren. Im Zuge der Ankündigung eine auf der Blockchain basierte Plattform für Fotografen und eine eigene Kryptowährung zur Abwicklung der Transaktionen einzusetzen, schoss die Kodak-Aktie von knapp drei US-Dollar auf 6,80 US-Dollar nach oben. Wie Kodak gestern ankündigte will man bereits am 31. Januar ein sogenanntes „ICO“ (Initial Coin Offering) durchführen. Dabei ist die Einführung einer eigenen Kryptowährung nicht unbedingt das eigentlich innovative an dieser Meldung, wenngleich diese viele Investoren derzeit zu elektrisieren scheint. Die Einführung eines sogenannten „Kodakcoins“ ist eigentlich nicht mehr als eine kleine Sahnehaube. Der „Kodakcoin“ dient schlichtweg dazu, die Transaktionen auf der neuen Plattform einfacher und vor allem auch transparenter abzuwickeln.

Blockchain-Technologie ist nicht mehr wegzudenken

Viel entscheidender ist die Einführung der Austausch-Plattform die wohl den Namen „Kodakone“ tragen wird. Diese Plattform soll es Fotografen künftig ermöglichen ihre Bild- und Autorenrechte einfacher verwalten und vermarkten zu können. Hierzu müssen sie nur ein digitales Konto eröffnen, in dem sie ihre Urheberschaft belegen und ihre Fotos registrieren können. Die Abwicklung entsprechender Transaktionen würde dann über die Kryptowährung „Kodakcoin“ erfolgen. Bis zu diesem Punkt ist die Plattform allerdings noch nicht revolutionär. Bereits heute gibt es diverse Anbieter wie Shutterstock, istockphoto uvm. die entsprechende Plattformen anbieten, wodurch Fotografen und Endnutzer wie beispielsweise Redaktionen zusammengeführt werden. Wirklich innovativ wird es erst durch die Tatsache, dass die neue Plattform auf der Blockchain-Technologie basieren soll. Einerseits wird einmal mehr deutlich, dass der eigentliche Mehrwert der Blockchain-Technologie nicht unbedingt im Kryptowährungbereich liegt. Die Technologie lässt sich vielmehr auf die verschiedensten industriellen Bereiche anwenden und scheint bereits nicht mehr wegzudenken. Andererseits erhöht die Anwendung der Blockchain-Technologie auf dieser Plattform die Transparenz und die Sicherheit für die jeweiligen Nutzer. „Kodakone“ soll fortlaufend das Internet nach etwaigen Rechteverletzungen durchsuchen und bei etwaigen Verstößen soll es möglich sein, die Rechte nachträglich zu lizensieren. Die Anwendung der Blockchain-Technologie ermöglicht es diesen Prozess immer effizienter, immer sicherer und immer transparenter durchzuführen. Entscheidend wird jedoch sein, wie stark diese Plattform künftig genutzt werden wird.

Ist das schon die Trendwende?

Für Kodak könnte die Einführung jedoch einen neuen Wendepunkt darstellen. Manche haben es vielleicht schon wieder vergessen, aber es gab mal eine Zeit, da gehörte Kodak Eastman dem Dow-Jones-Index an. 2012 jedoch folgte der tiefe Absturz und Kodak ging insolvent. Im Zuge der Pleite hatte sich das Unternehmen neu aufgestellt, jedoch bis zuletzt eher ein Nischendasein gefristet.
 
Erstellt am 11.01.2018 um 09:28 Uhr
Veröffentlicht am 11.01.2018 um 09:31 Uhr
Bitte beachten Sie die rechtlichen Hinweise und Angaben zu Interessenkonflikten