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Nike-Schwäche als Chance? · 15.01.2018 09:50 Uhr

Adidas mit Kampfansage

adidas-Logo vor einem Shop
Quelle: r.classen/Shutterstock
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Der Sportartikelhersteller Adidas möchte in den USA weiter wachsen. Die Schwäche des Konkurrenten Nike könnte dem DAX-Konzern dabei in die Karten spielen.

-Von Cornelia Frey, Börse Stuttgart TV Newsredaktion-
Adidas will in den USA seinen Marktanteil auf das Niveau steigern, das er in den anderen Regionen erreicht. "In jedem Markt der Welt haben wir einen Anteil von mindestens 15 bis 20 Prozent - das ist auch unser mittelfristiges Ziel in den USA", sagt Finanzvorstand Harm Ohlmeyer im Interview mit der Börsen-Zeitung.
Aktuell nennen Marktforscher Werte von rund 10 Prozent. Damit hat Adidas seinen Anteil in den USA in den vergangenen zwei Jahren verdoppelt. Und die Nachfrage sei laut Ohlmeyer weiterhin groß. Allerdings sei das Wachstum für die Infrastruktur zu schnell gewesen. So hatte es in der zweiten Jahreshälfte 2017 zeitweise Lieferschwierigkeiten gegeben. Um die Probleme zu beheben baut Adidas nun die Lagerkapazitäten in den USA aus.
Konkurrent Nike zeigt derweilen auf dem Heimatmarkt USA Schwäche – der ideale Zeitpunkt also für Adidas um anzugreifen? Insbesondere in Nordamerika, wo Nike einen Großteil der Einnahmen erzielt, gingen die Erlöse um fünf Prozent zurück. Zu kämpfen hat der US-Turnschuhriese nicht nur mit dem Rivalen Adidas, auch Under Armour setzt Nike zu. Im abgelaufenen Quartal sank der Überschuss um neun Prozent auf 767 Millionen Dollar. Bereits im vorhergehenden Quartal war der Gewinn kräftig gesunken.

Sorgenkind Reebok soll im Konzern bleiben

Die zu Adidas gehörende Marke Reebok soll trotz der aktuellen Probleme zunächst im Konzern bleiben. Auch wenn die Gewinnschwelle nicht erreicht wurde. Zwar sei die Marke noch lange nicht auf dem Niveau, das wir anstreben, sagte Harm Ohlmeyer im Interview. Die Chancen Teil von Adidas zu bleiben sind laut des Finanzvorstands trotzdem gut. Während die Umsätze in anderen Regionen zulegten, ging der USA-Umsatz der Marke in den letzten Jahren zurück. Mit dem Schließen von Factory-Outlet-Center in den USA sei aber ein wichtiger Teil der Restrukturierung erledigt. Der Umbau bei Reebok hatte zudem das Wachstumstempo des Konzerns im dritten Quartal 2017 gebremst.

Adidas – Insgesamt läufts rund

Für den Konzern aus Herzogenaurach läuft es aktuell sehr gut. Im dritten Quartal hatte Adidas mit 526 Millionen Euro gut 36 Prozent mehr verdient als im Vorjahreszeitraum. Am 14. März werden die Zahlen für das Gesamtjahr 2017 präsentiert.
Auf Sicht von drei Jahren hat sich die Adidas-Aktie mit einem Plus von rund 190 Prozent unter den DAX-Werten am besten entwickelt. Im Börsenjahr 2017 konnte sie zwischenzeitlich sogar über die runde Marke von 200 Euro klettern, bevor eine technische Korrektur einsetzte. Für das abgelaufene Jahr beträgt das Plus damit rund 15 Prozent, womit die Aktie im Mittelfeld rangiert, die DAX-Performance allerdings leicht übertrifft.
 
Erstellt am 15.01.2018 um 09:20 Uhr
Veröffentlicht am 15.01.2018 um 09:22 Uhr
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