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Modekonzern mit solidem Zahlenwerk · 16.01.2018 09:25 Uhr

Hugo Boss: Trendwende scheint geglückt

Schild mit der Aufschrift Hugo Boss
Quelle: M DOGAN/Shutterstock
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Der Metzinger Modekonzern Hugo Boss hat 2017 seine Jahresziele erreicht. Die heute vorgelegten vorläufigen Zahlen sind solide. Nicht mehr, aber auch nicht weniger…

- von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
 
Nüchtern betrachtet sind die heute vorgelegten Zahlen von Hugo Boss auf den ersten Blick ziemlich unspektakulär. Der Umsatz stieg währungsbereinigt um drei Prozent, das EBITDA vor Sondereffekten hat sich in etwa auf dem Vorjahresniveau eingependelt. Ausufernde Dynamik sieht sicher anders aus. Dennoch scheint man beim Konzernumbau weiter voran zukommen. Wenngleich die Umsätze auf Jahressicht nur sehr moderat gesteigert werden konnten (+ 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr) und die Gewinne mehr oder weniger stagnieren, so sollte nich vergessen werden, dass Hugo Boss in den vergangenen Monaten massiv in die Repositionierung der Marken BOSS und HUGO investierte. Zudem versuchte der Modekonzern eine digitale Transformation des Geschäftsmodells herbeizuführen. Letzteres offenbar mit ersten Erfolgen. Der Onlineumsatz konnte um satte 42 Prozent gesteigert werden. Dabei ist es noch nicht allzu lange her, dass der Modekonzern aus dem schwäbischen Metzingen etwas mit seinen Margen zu kämpfen hatte. Der Modemarkt ist weiter hart umkämpft, was der lange Zeit so erfolgsverwöhnte MDAX-Konzern zuletzt immer wieder schmerzlich zu spüren bekam. Mittlerweile zeichnet sich jedoch eine kleine Trendwende ab.

Überzeugendes Schlussquartal

Vor allem im Schlussquartal 2017 konnte Hugo Boss überzeugen. Auf vorläufiger Basis stieg der Konzernumsatz in lokalen Währungen um fünf Prozent auf 735 Millionen Euro. Laut Hugo Boss ist dieser Zuwachs vor allem „auf eine starke Umsatzentwicklung im konzerneigenen Einzelhandel“ zurückzuführen. Auf vergleichbarer Fläche konnte dieser immerhin um gut sieben Prozent zulegen. In den USA konnten die Umsätze sogar im zweistelligen Bereich gesteigert werden. Mark Langer, Vorstandsvorsitzender der Hugo Boss AG: „Die starke Entwicklung im eigenen Einzelhandel zeigt, dass wir mit den Veränderungen in unseren Kollektionen und Stores auf dem richtigen Weg sind. Mit der aktuellen Frühjahr/Sommer Kollektion, die gerade in die Läden kommt, wird die neue Ausrichtung von BOSS und HUGO erstmals vollständig sichtbar. Damit wollen wir den Rückenwind der letzten Monate mit in das Jahr 2018 nehmen. Auch unser Onlinegeschäft ist jetzt auf Kurs und wird einen nachhaltigen Beitrag zum Konzernwachstum leisten.“ Das finale Jahresergebnis will Hugo Boss am 08. März 2018 vorlegen.

Aktie mit starker Performance

Die Aktie von Hugo Boss gehörte im vergangenen Jahr zu den volatileren Werten im MDAX. Im Februar 2017 fiel die Aktie sogar bis auf 57,38 Euro zurück und markierte ein neues Jahrestief. Von diesem Rücksetzer konnte sich die Aktie allerdings rasch wieder erholen. Wirklich Schwung kam jedoch vor allem wieder im Sommer in die Aktie, nachdem der Konzern erste Erfolge bei der Neuausrichtung des Konzerns vorweisen konnte und seine Jahresziele bestätigte. Die Aktie kletterte scheinbar mühelos über die 70 Euro-Marke und konnte sich auf diesem Niveau, abgesehen von einem empfindlichen Rücksetzer im November behaupten. Auf Jahressicht steht ein Plus von mehr als 30 Prozent zu Buche. Der mittelfristige technische Ausblick scheint für die Aktie, zumindest aus Sicht von Experten, derzeit nicht allzu schlecht. Blickt man auf die aktuellen Analysteneinschätzungen so zeigt sich allerdings ein eher gemischtes Bild. Von aktuell 24 Empfehlungen raten neun Analysten die Aktie zu „kaufen“, vier Experten stellen die Anteilsscheine zum „verkauf“. Die Mehrheit der Analysten wertet den Ausblick jedoch „neutral“ und raten die Aktie lediglich zu „halten“.
 
Erstellt am 16.01.2018 um 09:20 Uhr
Veröffentlicht am 16.01.2018 um 09:24 Uhr
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