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US-Steuerreform vermasselt Ergebnis · 17.01.2018 09:13 Uhr

Citigroup mit hohem Quartalsverlust

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Quelle: Goran Bogicevic / Citigroup
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Eigentlich liefen die Geschäfte im abgelaufenen Quartal nicht schlecht. Trotzdem muss die Citigroup einen Verlust von 18,3 Milliarden Dollar verkraften. Grund hierfür: Sonderbelastungen durch die US-Steuerreform.

-Von Cornelia Frey, Börse Stuttgart TV Newsredaktion-
Die US-Steuerreform kommt die Citigroup teuer zu stehen. Am Dienstag bezifferte das Geldhaus den Verlust im vierten Quartal auf 18,3 Milliarden Dollar. Der einmalige Aufwand liegt bei 22 Milliarden Dollar. Bereinigt um diese Belastungen steigerte die Citigroup ihren Gewinn um vier Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar.
Wegen der Zurückhaltung der Kunden und den extrem niedrigen Schwankungen an den Finanzmärkten gingen die Erträge im Handel mit Anleihen um 18 Prozent zurück. Die Gesamterträge konnte die Citigroup um ein Prozent auf 17,26 Milliarden Dollar steigern.

Korrigierte Verlustvorträge sind größter Belastungsfaktor

Der Großteil der Belastung geht auf sogenannte Verlustvorträge zurück. Das bedeutet, um die Steuerlast zu senken können frühere Verluste mit künftigen Gewinnen verrechnet werden. Weil im Zuge der Reform der Steuersatz aber insgesamt sinkt, sind Verlustvorträge nun weniger wert. Ein kleinerer Teil der Sonderbelastung bei der Citigroup geht zudem auf die Sonderabgabe auf im Ausland geparkte Gewinne zurück.
Auch die Konkurrenz hat mit der Steuerreform zu kämpfen: JP Morgan gab aufgrund der US-Steuerreform einen Gewinneinbruch um 37 Prozent auf 4,23 Milliarden Dollar bekannt. Ohne diesen Effekt hätte der Gewinn bei 6,7 Milliarden Dollar gelegen und hätte damit quasi dem Vorjahresergebnis entsprochen.

Aktie legt zu – Anleger waren vorbereitet

Trotz des hohen Verlustes reagierten die Anleger am Dienstag positiv und die Aktie legte zwischenzeitlich über drei Prozent zu. Beobachter verweisen darauf, dass die Sonderbelastung keine Überraschung war. In den vergangen Tagen hatte das Management den Markt bereits auf eine Größenordnung in Höhe von 20 Milliarden Dollar vorbereitet, nun wurde der einmalige Aufwand auf 22 Milliarden Dollar beziffert. Künftig soll die Steuerreform dann aber zu einem höheren Nettoverdienst führen, so CEO Michael Corbat in einer Unternehmensmitteilung.
Zudem sicherte Corbat den Aktionären zu, in den kommenden drei Jahren wie geplant mindestens 60 Milliarden Dollar an sie auszuschütten. Innerhalb der vergangenen zwölf Monate hatte die Aktie der US-Bank in US-Dollar um rund 30 Prozent zugelegt. Für Euro-Anleger schmilzt das Plus allerdings auf rund 13 Prozent.
 
Erstellt am 17.01.2018 um 09:10 Uhr
Veröffentlicht am 17.01.2018 um 09:13 Uhr
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