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Charttechnische Analyse · 17.01.2018 11:15 Uhr

Devisen: Ich werde jetzt warten

Euro und Dollar
Quelle: MaxxiGo / Shutterstock
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Die EZB-Sitzung am 25. Januar wird einen Einblick in die zukünftige Gangart der EZB und damit in die zukünftige Geldpolitik geben. Der Dollar wird derweil durch den Streit um die US Haushaltsgrenze belastet.

-von Antje Praefcke, Analyst FX & EM Research Commerzbank -
EUR: Ich habe mich jetzt dazu entschlossen, auf die EZB-Sitzung am 25. Januar zu warten, bevor ich mir ein Bild zur aktuellen Einschätzung des EZB-Rats zur zukünftigen Geldpolitik mache. Zu undurchsichtig und teilweise widersprüchlich waren mir die Kommentare in den letzten Tagen. Denn zuerst stellt der als Falke bekannte Ardo Hansson von der Zentralbank Estlands in einem Interview fest, dass die Aufwertung des Euro bislang keine Gefahr für den Inflationsausblick darstellt und nicht überdramatisiert werden sollte. Dann meldet sich Franςois Villeroy de Galhau, Chef der Banque de France, in einem Interview zu Wort, dass die jüngste Entwicklung des Wechselkurses eine Quelle der Unsicherheit sei, die genauer Beobachtung im Hinblick auf ihre möglichen negativen Auswirkungen auf die Importpreise bedürfe. Zumindest haben Villeroys Worte dem Euro einen kleinen Dämpfer versetzt. Denn er erwähnte den Wechselkurs, ohne direkt darauf angesprochen worden zu sein, so dass der steigende Euro für den Markt wieder ein Faktor wird, den es in den Erwartungen zu berücksichtigen gilt. Die endgültigen Dezember-Inflationsdaten der Eurozone könnten dem Markt ähnlich wie letzte Woche auch noch einmal in Erinnerung bringen, dass der Preisdruck nach wie vor zu niedrig ist, um auf einen Zinsanstieg schon Ende des Jahres zu wetten. Damit ich Klarheit bekomme, warte ich die nächste Sitzung ab, um die zukünftige Gangart der EZB einschätzen zu können. Vielleicht sollte der Markt dies auch tun und erst einmal Präsident Mario Draghis Worten lauschen, bevor er sich zu sehr auf einen festen Euro einschießt und das böse Erwachen droht.
USD: Der Dollar kommt einfach auf keinen grünen Zweig. Jetzt belastet der Streit um die US Haushaltsgrenze den Greenback. Die Frist für eine Einigung über die Staatsausgaben verstreicht am Freitag, ansonsten droht wieder einmal ein „Government Shutdown“. Wahrscheinlich einigt man sich im Kongress auf eine Frist bis März, so dass das Problem weiter nach hinten geschoben wird, mittlerweile zum zweiten Mal. Denn seit Oktober arbeitet die US Administration mit befristeten Übergangsregelungen. Dies wird wohl so weitergehen, bis sich der Kongress auf einen Ausgabenplan für den Rest des Fiskaljahres einigt, und bleibt damit bei jeder neuen Frist eine wiederkehrende Belastung für den Dollar.
CAD: Das wird heute eine knappe Entscheidung in Ottawa werden. Der Markt hat eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte auf 1,25% heute vollständig eingepreist. Das heißt, dass der CAD wenig Aufwärtspotential hat, wenn sich die Bank of Canada (BoC) für +25 Bp entscheidet. Wir sehen einige Gründe, weshalb die BoC sich mit der nächsten Zinserhöhung noch Zeit lassen kann. Liefert die BoC heute nicht, wird der CAD einen massiven Dämpfer erhalten und USD-CAD wieder in Richtung 1,26 steigen.
Bitte beachten Sie den Disclaimer und die Risikohinweise
Erhalten von der Commerzbank am 17.01.2018 um 10:29 Uhr
Veröffentlicht durch die Börse Stuttgart am 17.01.2018 um 11:15 Uhr