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Apple zahlt 38 Milliarden US-Dollar · 18.01.2018 09:34 Uhr

Apple und die Steuerreform: Das wird teuer

Logo von Apple an einem Gebäude
Quelle: Vytautas Kielaitis/Shutterstock
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Apple steht offenbar wegen der Steuerreform in den USA vor einer Milliardenbelastung: Im Raum steht eine Steuerzahlung auf rückgeführte Auslandsgewinne in Höhe von bis zu 38 Milliarden US-Dollar.

NEWS AUS DEM HANDEL 5:01min, 18. Januar 2018, 13:20 Uhr
-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
 
Nun also auch Apple. Der Elektronikkonzern aus Kalifornien kündigte gestern Abend an seine Auslandsgewinne in die USA rückführen zu wollen. Insgesamt rechnet man bei Apple mit einer Belastung in Höhe von 38 Milliarden US-Dollar, womit die Steuerzahlung sehr wahrscheinlich zur größten aller Zeiten wird. Doch Apple kann es sich leisten, weshalb die Reaktion an den Börsen – angesichts der Summe – doch eher verhalten ausfällt. Schätzungen zufolge hortet der iPhone-Hersteller bis zu 250 Milliarden US-Dollar im Ausland. Wie bereits andere Unternehmen zuvor, nutzt Apple nun offenbar ebenfalls die Chance entsprechende Gelder zu einem reduzierten Steuersatz zurückzuführen. Im Zuge der trump’schen Steuerreform können Unternehmen im Ausland geparkte Gelder zu einem Steuersatz in Höhe von 8 bis 15,5 Prozent in die USA rückführen. Vor der Reform wurden für eine solche Transaktion Steuern in Höhe von 35 Prozent fällig. Selbst wenn es angesichts der Summe etwas paradox klingt: Die Steuerzahlung scheint macht durchaus Sinn und ist am Ende für Apple vielleicht sogar durchaus lukrativ. Zuletzt gerieten Unternehmen wie Apple oder auch Alphabet immer wieder ins Visier der Europäischen Union und anderer Institutionen. Der Vorwurf stand verschiedentlich im Raum, dass die beiden Unternehmen durch geschickte Kniffe ihre Gewinne von Steueroase zu Steueroase schieben würden. Nun werden die Gewinne ganz legal in den USA zu einem geradezu lächerlichen Satz versteuert.

"America First"? Nicht ganz...

US-Präsident Donald Trump hat ebenfalls allen Grund zur Freude. Sein Plan scheint aufzugehen. Mehr noch: Im Zuge der Steuerzahlung kündigte Apple an in den kommenden Jahren rund 30 Milliarden US-Dollar in den USA investieren zu wollen. Allein in den nächsten fünf Jahren will Apple 20.000 neue Arbeitsplätze schaffen und einen neuen Campus eröffnen. Zahlungen in den Fonds zur Unterstützung der verarbeitenden Industrie in den USA, will Apple von einer auf fünf Milliarden US-Dollar aufstocken. Heißt es also auch bei Apple künftig „America first“? Nicht ganz…

Fertigung bleibt wohl weiterhin im Ausland

Bei allen Leckereien die Apple der Trump-Administration in diesen Tagen offeriert, bleibt ein entscheidender Punkt weiterhin offen: Die Fertigung. Es ist noch nicht allzu lange her, dass Donald Trump vollmundig ankündigte, dass Tim Cook ihm versprochen habe, ganze drei Werke in den USA zu errichten – selbstverständlich schöner und natürlich auch größer als jene in China. Doch Tim Cook hat derartige Aussagen nie bestätigt und es sieht derzeit auch nicht danach aus, als würde es tatsächlich dazu kommen. Bis heute lässt Apple einen Großteil seiner Geräte im Ausland – vor allem in China – fertigen. Die Rückführung von Know-How und Logistik erscheint am Ende doch deutlich schwieriger als die Rückführung von Steuergeldern…
 
Erstellt am 18.01.2018 um 09:20 Uhr
Veröffentlicht am 18.01.2018 um 09:34 Uhr
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