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IT-Konzern wächst wieder · 19.01.2018 09:13 Uhr

IBM durchbricht Negativtrend

Firmengebäude IBM
Quelle: MajestiX B / Shutterstock
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IBM wächst wieder. Erstmals seit ganzen 23 Quartalen kann man sich bei IBM wieder über steigende Umsätze freuen. Ein Wermutstropfen bleibt jedoch: Die US-Steuerreform belastet die Gewinnentwicklung bei IBM empfindlich.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
 
Endlich! Im vergangenen Quartal stieg der Umsatz bei IBM um 3,6 Prozent auf 22,54 Milliarden US-Dollar. Beim IT-Konzern scheint sich somit ein positiver Trend zu verfestigen der sich bereits in den vergangenen Monaten abgezeichnet hat. Vor allem das Cloud-Geschäft entwickelt sich mehr und mehr zu einem entscheidenden Eckpfeiler im Portfolio von IBM. So stiegen allein im Cloud-Geschäft die Umsätze zuletzt um rund 30 Prozent auf mittlerweile 5,5 Milliarden US-Dollar. Kurz: IBM setzt mittlerweile jeden vierten US-Dollar im Cloud-Geschäft um. Doch auch das „klassische“ Geschäft mit großen Servern konnte im vergangenen Quartal wieder deutlich zulegen und steuerte immerhin 3,3 Milliarden US-Dollar zum Gesamtumsatz bei. Zudem konnte IBM ein wenig von der jüngsten Dollar-Schwäche profitieren. Allein diese trug zuletzt gut drei Prozent zur positiven Umsatzentwicklung bei.

Margendruck nimmt zu

Trotz der positiven Umsatzentwicklung läuft es operativ noch nicht in allen Bereichen rund. So brachen insbesondere die Gewinne in den Dienstleistungssparten von IBM deutlich ein. Wie der IT-Konzern mitteilte, habe es jüngst eine große „Dynamik“ bei den Vertragsverhandlungen für Software- und Hardwarelösungen für Unternehmenskunden gegeben. Weniger verklausuliert heißt das, dass der Margendruck genau in diesen Bereichen offenbar zugenommen hat. Zudem leidet IBM unter der Steuerreform, die einmalige Kosten in Höhe von 5,5 Milliarden US-Dollar verursacht. In der Konsequenz heißt das, dass IBM im vergangenen Quartal einen Verlust von 1,05 Milliarden US-Dollar ausweist.

Jahresgewinn geht deutlich zurück

Auf das Gesamtjahr betrachtet kommt IBM nun auf einen Umsatz von 79,1 Milliarden US-Dollar. Das ist rund ein Prozent weniger als im Vorjahresvergleichszeitraum. Die Gewinne – nicht zuletzt aufgrund der Einmalbelastung durch die Steuerreform – brachen um 52 Prozent auf 5,8 Milliarden US-Dollar ein. In einer ersten Reaktion geriet die Aktie denn auch massiv unter Abgabedruck und verlor knapp vier Prozent an Wert. Auf Jahressicht notiert die IBM-Aktie somit fast unverändert, während des S&P 500 im selben Zeitraum um immerhin 23 Prozent zulegen konnte. Auf Eurobasis sieht es sogar noch deutlich schlechter aus. An der Börse Stuttgart wird die Aktie von IBM derzeit zwölf Prozent schwächer als vor einem Jahr gehandelt.

Optimistischer Ausblick

Für das laufende Geschäftsjahr gibt man sich bei IBM dennoch optimistisch. IBM-Finanzvorstand James Kavanaugh, rechnet mit einer Fortsetzung des positiven Wachstumstrends. Aus Sicht von Kavanaugh komme man schneller als angekündigt damit voran, 40 Milliarden Dollar Jahresumsatz mit neuen und schneller wachsenden Geschäften zu machen. Ein wenig Hoffnung können Anleger derzeit offenbar ganz gut gebrauchen.
Erstellt am 19.01.2018 um 09:00 Uhr
Veröffentlicht am 19.01.2018 um 09:05 Uhr
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