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Weitere Zinsschritte sollen folgen · 16. März 2017

Fed erhöht die Zinsen

Siegel der US-Notenbank
Quelle: Shutterstock
Die US-Geldpolitik wird weiter gestrafft. Erwartungsgemäß erhöhte die US-Notenbank Fed gestern die Zinsen um 0,25 Prozent. Der Leitzins steigt somit auf ein Niveau von 0,75 bis 1,0 Prozent.

Als Überraschung kann man die gestrige Zinserhöhung in den USA wahrlich nicht bezeichnen. Ein moderater Zinsschritt wurde, insbesondere nach zuletzt robusten Daten vom US-Arbeitsmarkt, von vielen Marktteilnehmern erwartet. Vergangenen Freitag gab das US-Arbeitsministerium bekannt, dass im Februar 235 000 neue Jobs außerhalb der Landwirtschaft geschaffen wurden und somit deutlich mehr, als im Vorfeld von Analysten erwartet. Die Arbeitslosenquote verringerte sich zuletzt ebenfalls und ging auf 4,7 Prozent zurück. Angesichts dieser Zahlen sprachen bereits einige Ökonomen von Vollbeschäftigung. Trotzdem stiegen die Stundenlöhne im selben Zeitraum geringer an, als erwartet. Ein Indiz dafür, dass zuletzt vor allem Jobs im Niedriglohnsektor geschaffen wurden.

Fed stellt weitere Zinsschritte in Aussicht

Die Entscheidung die Zinsen erneut anzuheben fiel mit einem Ergebnis von 9:1 innerhalb des Offenmarktausschusses sehr deutlich aus. Zu gut waren schlussendlich die Daten vom Arbeitsmarkt, aber auch die Stimmung an den Märkten insgesamt. Doch der gestern erfolgte Zinsschritt soll nur der Anfang sein. Janet Yellen bereitet die Märkte derzeit auf zwei weitere Zinsschritte im laufenden Jahr vor. Die Währungshüter peilen somit eine Anhebung des Leitzinses bis Jahresende auf 1,375 Prozent an. Auch im kommenden Jahr soll es an der Zinsfront weitergehen und die Fed rechnet aktuell mit einem Zinsniveau im Bereich von 2,125 Prozent.
 

US-Wirtschaft in guter Verfassung

Für das laufende Jahr erwartet die Fed ein Wirtschaftswachstum im Bereich von 2,1 Prozent und konnte somit die bisherige Prognose leicht, um 0,1 Prozent anheben. Auch in den kommenden Jahren soll die US-Wirtschaft weiterhin moderat wachsen, so Fed-Chefin Yellen. Ausgehend von dieser Prognose war ein Zinsschritt zum jetzigen Zeitpunkt notwendig, so Yellen, um nicht demnächst ein höheres Tempo anschlagen zu müssen, was möglicherweise für größere Verwerfungen an den Märkten gesorgt hätte. Auf den amtierenden US-Präsidenten der Yellen immer wieder kritisierte, ging die Fed-Chefin nur am Rande ein. Sie habe Donald Trump bisher nur flüchtig getroffen.
 

Märkte reagieren gelassen auf Zinsentscheid

An den Finanzmärkten wurde die Fed-Entscheidung mit Gelassenheit aufgenommen. Dow Jones und S&P 500 konnten jeweils leicht zulegen. Der DAX wiederum kann im frühen Handel ebenfalls profitieren und lässt die Marke von 12.000 Punkten nach einem wochenlangen Ringen hinter sich. Deutlich nach oben ging es hingegen für das Devisenpaar Euro/US-Dollar. Das Devisenpaar knackte sogar einen technischen Widerstand im Bereich von 1,071 US-Dollar. Überraschenderweise legt auch der Goldpreis vergleichsweise deutlich zu. Normalerweise verstärken Zinserhöhungen den Druck auf das Edelmetall.