Nachrichten

US-Steuerreform belastet · 26.01.2018 08:55 Uhr

Intel mit Rekordumsatz und Millionenverlust

Logo von Intel vor der Zentrale in Santa Clara
Quelle: Ken Wolter/Shutterstock
Beitrag teilen
Intel feiert im vierten Quartal einen Rekordumsatz und muss trotzdem einen Verlust in Höhe von knapp 700 Millionen US-Dollar hinnehmen. Schuld ist natürlich mal wieder die US-Steuerreform.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
 
2018 war bislang kein besonders gutes Jahr für den Chiphersteller Intel. Bereits zu Jahresbeginn wurde die bislang größte Sicherheitslücke aller Zeiten in Computerchips gefunden. Die Auswirkungen auf Intel selbst waren nicht ganz klar. Bis Montag. Zu Wochenbeginn warnte Intel vor seinen eigenen Sicherheits-Updates. Diese seien fehlerhaft und hätten unter anderem zur Folge, dass Computer öfter als unter normalen Umständen hochgefahren würden. Das ist jedoch noch das kleinere Problem: Laut einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ sei so gut wie jeder seit 1995 verbaute Intel-Chip eine potenzielle Schwachstelle, die es Angreifern ermögliche an vertrauliche Daten zu kommen. Ins Kreuzfeuer der Kritik geriet im Zuge dessen nicht zuletzt Intel-CEO Brian Krzanich. Offenbar verkaufte dieser ein Aktienpaket im Gegenwert von netto 25 Millionen US-Dollar, sechs Monate nachdem er Kenntnis von den Prozessor-Problemen erhalten hatte, aber mehr als einen Monat bevor die Öffentlichkeit Bescheid wusste.

Aktie kann nachbörslich zulegen

Da kommen gute Nachrichten gerade recht. Und solche gibt es für das vierte Quartal durchaus genug. So steigerte Intel im abgelaufenen Quartal den Umsatz noch einmal um vier Prozent auf 17,05 Milliarden US-Dollar, womit gleichzeitig ein neuer Umsatzrekord erzielt wurde. Als Belastung erweist sich jedoch die US-Steuerreform die zu einer Sonderbelastung in Höhe von 5,4 Milliarden US-Dollar führte. Vor diesem Hintergrund muss Intel im vierten Quartal einen Verlust in Höhe von 687 Millionen US-Dollar hinnehmen, nachdem der Konzern im Vorjahr noch einen Quartalsgewinn von 3,56 Milliarden US-Dollar verbuchen konnte. Rechnet man die Sonderbelastung im Zuge der Steuerbelastung heraus, so kommt Intel auf einen Quartalsgewinn von rund 4,7 Milliarden US-Dollar – das entspricht immerhin einem Gewinnzuwachs von mehr als 30 Prozent. Entsprechend lag der bereinigte Gewinn pro Aktie bei 1,08 US-Dollar. Analysten hatten „nur“ mit einem Gewinn von 86 Cent gerechnet. Unbereinigt schrieb Intel jedoch naturgemäß einen Verlust von 15 Cent pro Anteilsschein, nach einem Gewinn von 73 Cent im Vorjahr. Das Zahlenwerk kam bei Anlegern nachbörslich sehr gut an und die Aktie konnte nachbörslich um gut 3,5 Prozent zulegen.

Ausblick übertrifft Erwartungen

Bei Intel geht man davon aus, dass man die „Pace“ aus dem Vorquartal nicht mehr ganz halten kann und so rechnet der Konzern mit einem Quartalsumsatz zwischen 14,5 bis 15,5 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn je Aktie wird auf bereinigter Basis bei 65 bis 75 Cent gesehen. Für das Gesamtjahr rechnet Intel mit einem Umsatz von 64 bis 66 Milliarden US-Dollar sowie einem Gewinn pro Aktie zwischen 3,37 und 3,73 US-Dollar. Somit übertreffen die Prognosen von Intel leicht die Erwartungen von Analysten, die bislang von einem Umsatz in Höhe von 63,86 Milliarden US-Dollar ausgegangen sind.
 
Erstellt am 26.01.2018 um 08:45 Uhr
Veröffentlicht am 26.01.2018 um 08:55 Uhr
Bitte beachten Sie die rechtlichen Hinweise und Angaben zu möglichen Interessenkonflikten unter:
https://www.boerse-stuttgart.de/rechtliche-hinweise