Nachrichten

Deutsche Bank in der Kritik · 29.01.2018 09:24 Uhr

Kein Gewinne – aber Milliardenboni

deutsche-bank-gebaeude-detail
Shutterstock.com / Vytautas Kielaitis
Beitrag teilen
Erst am kommenden Freitag will die Deutsche Bank ihre Jahreszahlen vorlegen. Wie vorab durchsickerte, soll der Branchenprimus trotz roter Zahlen mehr als eine Milliarde Bonus zahlen – das sorgt für harsche Kritik.

-Von Cornelia Frey, Börse Stuttgart TV Newsredaktion-
Die Deutsche Bank kommt aus den Schlagzeilen einfach nicht heraus. Schon vor der offiziellen Zahlenvorlage Ende der Woche wurde bekannt, dass das Geldinstitut für 2017 die Ausschüttung von mehr als einer Milliarde Euro Bonus plant. Im Vorstand des Geldhauses habe es darüber eine kontroverse Debatte gegeben, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" unter Berufung auf einen hochrangigen Banker. Am Ende hätten sich die für die Investmentbank zuständigen Vorstände Marcus Schenck und Garth Ritchie mit dem Argument durchgesetzt, dass bei erneuten Bonuskürzungen die besten Leute gegangen wären. Das Geldinstitut wollte die Aussagen nicht kommentieren.
Hatte die Bank im Jahr 2015 noch 2,4 Milliarden Euro Bonus bezahlt, so waren es im Folgejahr nur noch 500 Millionen Euro. Konzernchef John Cryan verteidigte zuletzt die stärkere Rückkehr zur variablen Vergütung, obwohl das Geldhaus zu Jahresanfang bekanntgegeben hatte, 2017 zum dritten Mal in Folge keinen Jahresgewinn verbucht zu haben.

Harsche Kritik aus der Politik

Politiker aus SPD und CDU reagierten mit Unverständnis und Empörung auf Medienberichte am Wochenende. SPD-Chef Martin Schulz sagte demnach der „Bild“-Zeitung: „Überall schließen Bankfilialen, Kunden verlieren ihre Berater, Berater ihre Jobs. Wenn in dieser Situation Boni in Höhe von einer Milliarde Euro ausgeschüttet werden, dann verliert ein Unternehmen nicht nur an Ansehen. Das schadet insgesamt unserer Solidargemeinschaft.“ Kritische Äußerungen gab es auch vom stellvertretenden SPD-Vorsitzenden Thorsten Schäfer-Gümbel sowie vom CDU-Sozialexperten Matthias Zimmer.

Deutsche Bank will Vermögensverwaltung an die Börse bringen

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung schrieb am Wochenende zudem, dass die Deutsche Bank vor Ostern noch die die Erstnotiz ihrer Vermögensverwaltung plane. Erwartet wird, dass die Deutsche Bank ein Viertel ihrer Anteile an die Börse bringt. Das soll geschätzte knapp zweieinhalb Milliarden Euro in die Kasse der Bank spülen. Zudem soll es der Vermögensverwaltung mehr Freiheiten bei der Gewinnung neuer Kunden eröffnen.

Aktie startet kaum verändert

Die Aktie des deutschen Kreditinstituts reagiert kaum auf die Nachrichten und ist nahezu unverändert in die neue Woche gestartet. Während der DAX in den vergangenen 12 Monaten über 12 Prozent zulegt, verlor die Deutsche Bank Aktie rund 10 Prozent. Auf Sicht von drei Jahren hat die Aktie gar ein Drittel ihres Wertes eingebüßt.
 
Erstellt am 29.01.2018 um 09:20 Uhr
Veröffentlicht am 29.01.2018 um 09:25 Uhr
Bitte beachten Sie die rechtlichen Hinweise und Angaben zu möglichen Interessenkonflikten unter:
https://www.boerse-stuttgart.de/rechtliche-hinweise