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Der Druck nimmt zu · 02.02.2018 09:47 Uhr

Deutsche Bank kommt nicht vom Fleck

Filiale der Deutschen Bank
Quelle: hans engbers/Shutterstock
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Die Trendwende will einfach nicht gelingen. Deutschlands größtes Finanzinstitut schreibt – auch bedingt durch die US-Steuerreform – schon wieder einen Jahresverlust. Immerhin den dritten in Folge.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
 
Die Deutsche Bank kommt einfach nicht vom Fleck. Die Erträge lassen weiter nach, der Konzernumbau kommt eher schleppend voran und nun belastet auch noch die US-Steuerreform das Jahresergebnis. Es ist aktuell nicht einfach den Hoffnungsschimmer in den vorgelegten Zahlen der Deutschen Bank zu entdecken. Will man es dennoch versuchen, so kann man zumindest sagen, dass die Deutsche Bank den ersten Vorsteuergewinn seit drei Jahren erzielt hat. Ohne die Belastungen aus der US-Steuerreform hätte das Bankhaus immerhin einen Jahresgewinn in Höhe von 900 Millionen Euro eingefahren. So übt sich zumindest John Cryan in Optimismus:  „Wir sind auf einem guten Weg zu nachhaltigem Wachstum und einer höheren Rendite – bei anhaltender Kosten- und Risikodisziplin. Beim Zusammenschluss mit der Postbank und dem Teilbörsengang der DWS kommen wir gut voran. Wir haben also Fortschritte gemacht, sind aber mit unseren Ergebnissen noch nicht zufrieden.“ Mittlerweile nicht mehr wirklich ungewohnt sind zusätzliche Belastungen aus zahlreichen Rechtsstreitigkeiten – vor allem in den USA. So muss die Deutsche Bank wegen des Vorwurfs der Marktmanipulation in den USA eine Geldbuße von 70 Millionen US-Dollar zahlen. Laut einer Meldung der „FAZ“ Sieht es die Aufsichtsbehörde CFTC  „als erwiesen an, dass die Bank von 2007 bis 2012 durch falsche Angaben den Referenzzinssatz Isdafix zu ihren Gunsten beeinflussen wollte.“ Bereits zu Wochenbeginn brummte die CFTC der Deutschen Bank eine Geldbuße in Höhe von 30 Millionen US-Dollar auf. In diesem Fall ging es um die Manipulation von Edelmetallpreisen. Beide Strafen sind in der Bilanz jedoch noch nicht berücksichtigt.

Die tragende Säule beginnt zu bröckeln

Vor allem die tragende Säule der Deutschen Bank beginnt mehr und mehr zu bröckeln. Die Erträge aus dem Investmentbanking gingen um 12 Prozent zurück und lagen somit nur mehr bei rund 26,4 Milliarden Euro. Wie die Deutsche Bank betont, leide man unverändert unter einem schwierigen Marktumfeld und insbesondere unter der teilweise sehr geringen Volatilität am Gesamtmarkt. Letztere führe dazu, dass insbesondere Großkunden zurückhaltender agieren würden. Fast schon verheerende schlecht war insbesondere das Schlussquartal. Zwischen Oktober und Dezember gaben die Erträge um insgesamt 16 Prozent nach. Allein im Handel mit Anleihen und Währungen lag der Rückgang bei 29 Prozent. Der Aktienhandel verlor immerhin noch 25 Prozent. Als zusätzliche Belastung hätten sich zudem die  Verkäufe von einigen Tochtergesellschaften entwickelt.

Druck auf die Aktie steigt

Zumindest aus technischer Sicht schien die Aktie zuletzt wieder auf einem soliden Weg. Nachdem kürzlich die Marke von 15 Euro geknackt werden konnte, stieg die Hoffnung einiger Analysten, dass die Aktie den Weg zurück in den Aufwärtstrend finden könnte. Diese Hoffnung ist nun spätestens mit dem heutigen Kursrücksetzer obsolet. Die Augen von technischen Analysten richten sich nun wieder verstärkt auf die Unterseite.
 
Erstellt am 02.02.2018 um 09:35 Uhr
Veröffentlicht am 02.02.2018 um 09:46 Uhr
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