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Rückläufige Verkehrszahlen belasten kaum · 17. März 2017

Fraport mit Rekordergebnis

Ladevorgang auf dem Frankfurter Flughafen
Quelle: Shutterstock
Bereits gestern wurde bekannt, dass der Frankfurter Flughafenbetreiber nach Brasilien expandieren wird, was die Aktie in den Fokus vieler Anleger trieb. Heute legt Fraport Zahlen nach und diese können sich durchaus sehen lassen.

Trotz einer leicht rückläufigen Verkehrsentwicklung am Drehkreuz Frankfurt, konnte die Fraport AG im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Rekordergebnis einfahren. Zwar ging der Umsatz im vergangenen Jahr leicht zurück, doch das operative Ergebnis konnte um ganz 24,2 Prozent auf 1,05 Milliarden Euro gesteigert werden. Dies entspricht gleichzeitig einer neuen Rekordmarke. Allerdings profitiert Fraport von Entschädigungszahlen in Höhe von mehr als 200 Millionen Euro im Zuge des gescheiterten „Manila-Projekts“. Beim „Manila-Projekt“ ging es um den Bau eines Terminals am internationalen Flughafen Manila. Das Projekt wurde 2004 vom philippinischen Staat enteignet, also zu einem Zeitpunkt,  zu dem das Gebäude fast fertiggestellt war. Nach Beendigung eines langwierigen Rechtsstreits erhielt Fraport nun eine Entschädigung in Höhe von 243 Millionen Euro. Darin enthalten ist jedoch auch der Verkauf des 30-Prozent-Anteils an der Gesellschaft Philippine International Air Terminals Co. (Piatco), von dem sich Fraport mittlerweile getrennt hat. Die Entschädigung erhöhte nun das EBITDA um 198,8 Millionen Euro.
Als weitere Stütze für das EBITDA erwies sich der Verkauf von 10,5 Prozent der Anteile an der Trading Ltd., der Muttergesellschaft der Betreibergesellschaft des Flughafens Pulkovo in St. Petersburg. Dieser Verkauf trug zusätzliche 40,1 Millionen Euro zum EBITDA bei.

Rückläufige Verkehrsentwicklung belastet nicht

Die zunehmenden geopolitischen Unsicherheiten sowie eine spürbare Reisezurückhaltung bekam auch der Frankfurter Flughafenbetreiber zu spüren, wenngleich die Zurückhaltung keine nachhaltigen Spuren in der Bilanz hinterlassen hat. Insgesamt nutzten 61 Millionen Passagiere das Drehkreuz Frankfurt, was einem leicht Rückgang von 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Für 2017 gibt man sich bei Fraport in dieser Hinsicht wieder etwas optimistischer und rechnet mit einem Verkehrswachstum im Bereich von zwei bis vier Prozent.
 

Ausblick ist positiv

Im Zuge steigender Verkehrszahlen rechnet Fraport für das laufende Jahr mit einem deutlichen Umsatzanstieg auf bis zu 2,9 Milliarden Euro. Das EBITDA prognostiziert Fraport auf 980 bis 1.020 Millionen Euro. „Wir blicken optimistisch auf das laufende Jahr und rechnen am Frankfurter Flughafen mit Wachstum sowohl im Low-Cost-Segment als auch im klassischen Hub-Verkehr. Parallel entwickeln wir unser internationales Geschäft gezielt weiter“, so Fraport-Chef Dr. Stefan Schulte. Bereits gestern wurde bekannt, dass Fraport den Zuschlag für die beiden brasilianischen Flughäfen Fortaleza und Porto Alegre erhalten hat. Allein von diesen beiden Standorten erhofft sich Fraport eine Ergebnisbeitrag in den ersten fünf Jahren in Höhe von 350 Millionen Euro.
tz