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Knock-Out-Produkte · 21.02.2018 10:25 Uhr

Die Kraft des Hebels

Chartverlauf
Quelle: jijomathaidesigners / Shutterstock.com
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Größere Gewinnchancen, mehr Risiko: Knock-out-Produkte sind verbriefte Derivate, die sich auf vielfältige Basiswerte - etwa Aktien, Indizes oder Rohstoffe - beziehen. Dabei bilden sie Kursschwankungen des Basiswerts überproportional ab.

Zum Knock-out-Finder der Börse Stuttgart
- verfasst von Gian Hessami -
Viele Anleger mögen keine Kurskapriolen. Manche versuchen jedoch Marktschwankungen zu nutzen, wie sie zuletzt an der Tagesordnung waren. „Sehr risikobereite und kurzfristig orientierte Anleger wollen die Kursbewegungen nicht nur mitmachen, sondern durch eine Hebelwirkung zusätzlich verstärken“, sagt Holger Schleicher, Leiter des Handels mit verbrieften Derivaten an der Börse Stuttgart. Dies geht zum Beispiel mit Knock-out-Produkten. Sie werden auch KO-Papiere oder einfach nur Knock-outs genannt. Bereits ihr Name deutet an, welches Risiko sie mit sich bringen: Läuft der Markt nicht in die gewünschte Richtung, droht der Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Mit Knock-Outs auf steigende oder fallende Kurse setzen

Knock-outs sind verbriefte Derivate, die sich auf vielfältige Basiswerte beziehen – etwa eine Aktie, einen Index oder einen Rohstoff. Dabei kann man je nach eigener Marktmeinung mit Call-Papieren auf steigende oder mit Put-Papieren auf fallende Kurse des Basiswerts setzen. Zentral für jedes KO-Produkt ist der sogenannte Basispreis, der bei der Emission festgelegt wird. Er bestimmt zum einen den inneren Wert des Produkts: Notiert zum Beispiel der Basiswert aktuell bei 10 Euro, und ist der Basispreis auf 9 Euro festgelegt, so hat ein Knock-out-Call einen inneren Wert von 1 Euro. Der Basispreis entspricht bei klassisch ausgestalteten Produkten zudem der Knock-out-Barriere: Berührt also der Basiswert die Kursmarke von 9 Euro, verfällt der KO-Call wertlos.

Vorteil der transparenten Kursentwicklung

BÖRSENWISSEN 8:03min, 25. Januar 2018, 16:56 Uhr
Beim Kauf eines Knock-outs muss der Anleger häufig zusätzlich zum inneren Wert die Finanzierungskosten zur Konstruktion des Produkts bezahlen – im Beispiel 25 Cent. Der Knock-out-Call notiert also bei 1,25 Euro. Legt nun der Kurs des Basiswerts um einen Euro auf 11 Euro zu, steigt auch der Kurs des Knock-outs um einen Euro auf 2,25 Euro.
„Die transparente Kursentwicklung ist ein großer Vorzug von Knock-outs. Sie vollziehen die Bewegung des Basiswerts eins zu eins nach“, sagt Schleicher. Das Beispiel verdeutlicht auch die Hebelwirkung, die durch den geringeren Kapitaleinsatz gegenüber einem Direktinvestment in den Basiswert entsteht. Während der Basiswert um 10 Prozent gestiegen ist, beträgt der Zuwachs beim KO-Produkt 80 Prozent – dessen Hebel liegt somit bei acht.
Allerdings wirkt der Hebel auch in die andere Richtung: Erfüllt sich die Markterwartung des Anlegers nicht, entstehen schon vor dem Totalverlust überproportionale Kurseinbußen. Deshalb empfiehlt es sich, den Markt ständig im Auge zu behalten und stets nur einen kleinen Teil seines Kapitals in KO-Papiere zu investieren.
Knock-out-Produkte sind die meistgehandelten verbrieften Derivate an der Börse Stuttgart: Insgesamt 20 Emittenten bieten rund 450.000 unterschiedliche Knock-outs an, sowohl mit unbegrenzter Laufzeit als auch mit fester Fälligkeit.

Knock-outs eignen sich vor allem für erfahrene Anleger

Der Geschäftsführer des Deutschen Derivate Verbands (DDV), Lars Brandau, verweist darauf, dass sich Knock-out-Produkte in erster Linie für risikofreudige und sehr erfahrene Anleger eignen: „Innerhalb des breiten Produktangebots können Anleger den Basispreis und damit die Hebelwirkung so wählen, dass sie ihrem persönlichen Risikoprofil entsprechen.“ Dabei gilt beim Kauf eines KO-Produkts: Je näher die Knock-out-Barriere am aktuellen Kurs des Basiswerts liegt, desto größer der Hebel und das Risiko.
Erstellt am 21.02.2018 um 09:55 Uhr
Veröffentlicht am 21.02.2018 um 10:25 Uhr
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