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VDAX unter 30 Punkten · 12.02.2018 16:20 Uhr

Angstbarometer fällt deutlich

Frau in Angst
Quelle: Ipatov / Shutterstock
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An den Finanzmärkten ging es in den letzten Tagen heiß her und der VDAX, das Angstbarometer stieg in der Spitze auf über 40 Punkte. Mit der Erholung am Montag kehrt er nun unter 30 Zähler zurück.

-Von Cornelia Frey, Börse Stuttgart TV Newsredaktion-
Die Unsicherheit am deutschen Aktienmarkt war am Freitag vergangener Woche so hoch wie Ende 2011 nicht mehr. Das signalisiert der Volatilitätsindex VDAX New, der die Nervosität der Anleger misst, und am Freitag bis auf 40,07 Zähler anstieg. Seit seinem Rekordhoch vor rund drei Wochen bei 13.596 Zählern belief sich das Minus Ende vergangener Wochen zwischenzeitlich auf über 1.400 Punkte. Ein Kursrutsch, der in dieser Art für viele komplett unerwartet kam. Begann das Börsenjahr 2018 doch so freundlich und störungsfrei. Mit der Beruhigung und dem Kursanstieg am deutschen Aktienmarkt am Montag gibt das Angstbarometer wieder deutlich ab. Am Nachmittag ist der VDAX unter 30 Punkten zu finden – ein Rückgang von rund 25 Prozent gegenüber dem Schlussniveau am vergangenen Freitag.

US-Pendant kommt weiter zurück

Noch stärker waren die erwarteten Kursschwankungen am US-Markt. In den USA sprang der Vix-Index, der die Kursschwankungen des S&P 500 misst, am vergangenen Mittwoch auf über 50 Punkte an. Mittlerweile hat das Barometer sich fast halbiert und notiert am Montagnachmittag bei 26,8 Zählern. Im Jahr 2009 war der Vix zuletzt über die Marke von 50 Punkten geklettert, im vergangenen Jahr pendelte er im ruhigen Handel zwischen 9 und 16 Zählern.

Vola steigt bei fallenden Kursen

Die Volatilität misst die Schwankungsbreite am Markt. Das kann die Stärke von Kursausschlägen bei einzelnen Aktien oder eines Aktienindex sein. In den letzten Jahren war zu beobachten, dass mit steigenden Aktienkursen ein Rückgang der Volatilität einherging. Dagegen stieg die Volatilität besonders bei nachgebenden Aktienkursen stark an. Der VDAX basiert auf an der Terminbörse EUREX tatsächlich gehandelten Optionen auf das deutsche Aktienbarometer DAX.
Ein hoher Wert weißt auf einen unruhigen Markt hin, niedrige Werte lassen eine Entwicklung ohne starke Kursschwankungen erwarten. Der VDAX wird daher auch „Angstbarometer“ genannt. Seinen Rekord erreichte der VDAX New kurz nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers im Herbst 2008. Damals stieg er auf 85 Stellen. Während der Schuldenkrise einige Jahre später stieg er wieder bis auf 43 Zähler an. Im vergangenen Jahr markierte der VDAX New bei 11,03 Zählern das Allzeittief.

Vola-Anstieg verteuert Optionsscheine

MÄRKTE & MACHER 5:14min, 12. Februar 2018, 13:21 Uhr
Bei Optionsscheinen ist die Volatilität ein wichtiger Einflussfaktor. Die Optionsscheinprämie wird durch die zukünftige Volatilitätserwartung , also implizite Volatilität beeinflusst. Steigt die implizite Volatilität, nimmt auch die Optionsscheinprämie bei Calls und Puts gleichermaßen zu. Der Markt nimmt an, dass mit der Zunahme der Kursschwankungen des Basiswerts auch die Wahrscheinlichkeit zunimmt, dass der Optionsschein am Ende einen Inneren Wert aufweist. Je tiefer allerdings ein Optionsschein im Geld ist, umso unempfindlicher reagiert er auf Volatilitätsveränderungen.
Mit der Zunahme der Volatilität stiegen in den vergangenen Tagen die Preise für Optionsscheine – unabhängig von der Entwicklung des zugrundeliegenden Basiswerts, erklärt Derivate-Experte Volker Meinel von der BNP Paribas im Gespräch mit Börse Stuttgart TV. Im Gegenzug macht sich heute aber auch die Beruhigung an den Märkten und damit der Rückgang der Volatilität bei der Preisberechnung bemerkbar. Welche Tipps er für Anleger parat hat, sehen Sie im Interview.
 
Erstellt am 12.02.2018 um 16:18 Uhr
Veröffentlicht am 12.02.2018 um 16:20 Uhr
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