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Charttechnik · 07.02.2018 12:00 Uhr

Ihr Devisenhändler da draußen, ich bin stolz auf Euch!

Dollar
Quelle: Rrraum / Shutterstock.com
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Trotz wachsender Nervosität durch die Kurseinbrüche bei den globalen Aktienindizes sind im FX Markt keine Panikattacken zu erkennen. Die EM-Währungen sind gegenüber dem USD seit Freitag nicht massiv unter Druck geraten.

-Gastbeitrag Commerzbank, verfasst von Antje Praefcke -
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USD: Auch die FX Märkte reagierten auf das Meer an roten Zahlen an den globalen Aktienindizes, denn die Nervosität hat zugenommen. Aber Panikattacken sind nicht gerechtfertigt und am FX Markt auch nicht zu erkennen. Ihr Devisenhändler da draußen, ich bin stolz auf Euch! Denn selbst wenn sich der FX Markt von dem Geschehen an den Aktienmärkten nicht vollständig abkoppeln kann, so reagiert er doch deutlich abgeklärter. Das zeigt sich daran, dass trotz der Verkaufswellen an den globalen Aktienmärkten (von vielen als überfällig erachtet und durch technischen Handel verschärft) die EM-Währungen gegenüber dem USD seit Freitag nicht massiv unter Druck kamen, teils sogar weniger als die G10-Währungen, und die Volatilitäten keine außerordentlich scharfen Sprünge nach oben sehen. Abgesehen von einer deutlichen Korrektur im USD-Dollar, die unser Team schon länger erwartet und als gerechtfertigt erachtet, sowie verschmerzbaren Anstiegen in den Volas sind keine bedenklichen Verwerfungen am FX Markt zu erkennen.
Zwar predigen wir seit langem, dass der Markt sich in Bezug auf den USD mehr auf die Fundamentaldaten – insbesondere auf die Preisdaten – fokussieren soll. Aber nun plötzlich aufgrund einer einzigen Zahl zu den Löhnen Angst zu haben, dass die Inflation nach oben abschießen könnte und die Fed plötzlich deutlich stärker an der Zinsschraube dreht als sie bislang signalisiert und der Markt eingepreist hat, ist unbegründet. James Bullard (St. Louis Fed, nicht stimmberechtigt) erklärte bereits gestern, dass Lohnzuwächse sich nicht zwangsläufig in höherer Inflation niederschlagen müssen. Außerdem ist die US Inflation noch nicht auf dem Inflationsziel und die Fed-Politik trotz der Zinserhöhungen noch akkommodierend. Und selbst wenn die Panik an den Aktienmärkten wirklich weiterginge und die Gefahr von Friktionen an den Finanzmärkten akut würde, lehrt uns nicht die Vergangenheit, dass die Fed gerade bei Marktverwerfungen eine vorsichtigere Gangart einlegt? Sorgen vor der für die Finanzmärkte überaus toxischen Kombination „steigende globale Risikoaversion plus noch schnellere Fed-Zinserhöhungen“ sind deshalb ungerechtfertigt. Der Devisenmarkt hat Recht, wenn er Ruhe bewahrt. Und es scheint einiges dafür zu sprechen, was ich am Montag noch nicht glauben wollte: dass die Wende im Dollar möglicherweise doch eingeleitet wurde und EUR-USD toppish ist. Zumal jetzt auch noch der nächste Government Shutdown in den USA aller Voraussicht nach abgewendet ist. Denn das Repräsentantenhaus verabschiedete einen neuen Übergangshaushalt bis zum 23. März, dem der Senat bis Donnerstag zustimmen muss, was als wahrscheinlich gilt. Das Thema ist zwar nur vertagt, nachdem Präsident Donald Trump schon angekündigt hat, es im März auf einen neuen Shutdown ankommen zu lassen, wenn es keine Bewegung in der Einwanderungspolitik gibt. Aber zumindest steht dem Dollar diese Woche diese Hürde nicht mehr im Weg.
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Erhalten von der Commerzbank am 07.02.2018 um 10:05 Uhr.
Veröffentlicht durch Börse Stuttgart am 07.02.2018 um 12:00 Uhr.