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Stahlgeschäft floriert · 14.02.2018 09:17 Uhr

ThyssenKrupp: Der Tradition verpflichtet?

Thyssenkrupp headquarters under the sun
Quelle: Lukassek/Shutterstock
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ThyssenKrupp ist mit einem Gewinnsprung in das Geschäftsjahr gestartet. Zwar läuft es im Anlagenbau eher etwas schleppend, doch vor allem das traditionelle Stahlgeschäft floriert.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
 
Eigentlich hat man bei ThyssenKrupp allen Grund zur Freude. Die Geschäfte laufen weiterhin gut und der operative Gewinn konnte im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 50 Prozent gesteigert werden. Insgesamt verdiente ThyssenKrupp somit 444 Millionen Euro. Netto blieben zwar „nur“ 91 Millionen Euro übrig, doch das ist deutlich mehr als im Vorjahr (15 Millionen Euro), und zudem muss berücksichtigt werden, dass das Ergebnis um einmal 87 Millionen Euro durch die US-Steuerreform geschmälert wurde. Insgesamt lagen die Zahlen recht deutlich über den Erwartungen von Analysten, die ein wenig vom deutlichen Gewinnsprung bei ThyssenKrupp überrascht wurden.

Ausgerechnet die Stahlsparte

Getrieben wurde der Gewinnsprung maßgeblich von der traditionellen Stahlsparte. „Ausgerechnet die Stahlsparte!“, mag der ein oder andere Beobachter nun denken. Denn genau diese soll in den kommenden Monaten mit der indischen Tata-Stell-Gruppe zusammengeschlossen werden. Durch den Zusammenschluss will ThyssenKrupp die eigene Bilanz entlasten und in weniger zyklische Fahrwasser kommen. Doch zumindest zum heutigen Zeitpunkt kann man das nur schwer nachvollziehen, da allein im europäischen Flachstahlgeschäft konnte ThyssenKrupp zuletzt die Gewinne mehr als verfünffachen. Möglich wurde dieser Gewinnsprung vor allem durch bessere Margen im Stahlgeschäft, da zuletzt die Preise spürbar angezogen haben. Thyssen-Chef Hiesinger betonte jedoch noch einmal, dass man sich von den starken Zahlen nicht blenden lassen wolle. Der nächste Abschwung komme bestimmt, worunter auch das Stahlgeschäft wieder zu leiden habe.

Anlagenbau kann nur leicht zulegen

Neben dem Stahlgeschäft konnte ThyssenKrupp zuletzt auch wieder im Anlagenbau punkten. Zwar haben die Margen zuletzt etwas nachgelassen, doch insgesamt konnte die Sparte erneut einen Gewinnsprung verzeichnen. Die Sparte „Elevator Technology“, die Aufzüge und Fahrtreppen produziert, profitierte mit 3 Prozent Gewinnsteigerung von einer guten Nachfrage vor allem aus Nordamerika. In der Sparte „Componente Technologies“ konnte ThyssenKrupp immerhin noch einen Gewinnsprung von zwei Prozent verzeichnen. Weniger rund lief es erneut in der Sparte „Industriel Solutions“: Hier gingen die Erträge sogar um fast 70 Prozent zurück. Das Problem scheint jedoch erkannt, weshalb sich Hiesinger sicher ist, durch die eingeleiteten Restrukturierungen die Trendwende herbeiführen zu können. Ohnehin sieht sich Hiesinger derzeit auf einem guten Weg: „Mit dem Umbau von ThyssenKrupp zu einem starken Industriekonzern kommen wir weiter gut voran“, so Hiesinger. „Wir sind damit auf einem guten Weg, unsere Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen.“ Konkret heißt das, dass das bereinigte EBIT im laufenden Geschäftsjahr auf 1,8 bis 2,0 Milliarden Euro gesteigert werden soll.

Analysten bleiben optimistisch

Für die Aktie von ThyssenKrupp lief es zuletzt nicht wirklich gut. Allein auf Monatssicht steht bereits ein Minus von fast neun Prozent zu Buche. Trotz des jüngsten Rücksetzers gibt sich die Mehrheit der Analysten auf die ThyssnKrupp-Aktie derzeit noch optimistisch. Ganze 14 Analysten empfehlen derzeit die Aktie zum „Kauf“. Demgegenüber stehen derzeit nur zwei „Verkaufs-Empfehlungen“ und sieben Einschätzungen auf „neutral“.
 
Erstellt am 14.02.2018 um 09:05 Uhr
Veröffentlicht am 14.02.2018 um 09:17 Uhr
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