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Rohstoffe im Blick · 14.02.2018 14:17 Uhr

Goldpreis vor US-Inflationsdaten: Schwacher US-Dollar gibt Aufwind!

Öl Förderung
Quelle: matthew25 / Shutterstock
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Die Ölpreise haben in den letzten zwei Wochen ordentlich Federn gelassen. Konnte die Internationale Energieagentur am Dienstag die angeschlagene Marktstimmung aufzuhellen?

Knock-out Produkte der Commerzbank auf Brent Crude Oil
Knock-out Finder der Börse Stuttgart
 
-Von Eugen Weinberg, Leiter Rohstoffanalyse, CM Research, Commerzbank AG-
Energie: Die Ölpreise fielen gestern zwischenzeitlich zurück auf die Tiefs von Ende letzter Woche, erholten sich dann aber wieder und gingen kaum verändert aus dem Handel. Brent handelt heute Morgen bei 62,5 USD je Barrel, WTI bei 59 USD je Barrel. Eine Preiserholung nach dem Absturz in der letzten Woche ist bislang ausgeblieben, was das Risiko eines weiteren Preisrückgangs erhöht. Die Internationale Energieagentur tat gestern wenig, um die angeschlagene Marktstimmung aufzuhellen. Zwar erhöhte sie die Nachfrageprognose leicht und erwartet nun für 2018 einen Anstieg um 1,4 Mio. Barrel pro Tag. Gleichzeitig wurde aber auch das Nicht-OPEC-Angebot etwas nach oben revidiert. Der erwartete Produktionsanstieg um 1,8 Mio. Barrel pro Tag übertrifft den der globalen Nachfrage weiterhin merklich, so dass der Bedarf an OPEC-Öl in diesem Jahr auf 32,3 Mio. Barrel pro Tag sinkt. Die OPEC-Produktion lag im Januar bei 32,2 Mio. Barrel pro Tag. Der Markt wäre also bei konstanter OPEC-Fördermenge weitgehend ausgeglichen. Die OPEC-Ölproduktion wird momentan durch hohe außerplanmäßige Ausfälle in Venezuela gedrückt. Die dortige Ölproduktion lag im Januar nur bei 1,61 Mio. Barrel pro Tag und damit 360 Tsd. Barrel pro Tag niedriger als laut Kürzungsabkommen vorgesehen. Bei normaler Fördermenge in Venezuela wäre der Ölmarkt also erheblich überversorgt, obwohl sich die anderen OPEC-Länder weiterhin strikt an die vereinbarten Kürzungen halten. Zudem ist die Schätzung der IEA zum Nicht-OPEC-Angebot angesichts der letzten Produktionsschätzungen aus den USA möglicherweise noch zu niedrig. Schließlich soll die US-Ölproduktion allein um 1,3 Mio. Barrel pro Tag steigen. Ein höheres Nicht-OPEC-Angebot würde den Bedarf an OPEC-Öl noch weiter drücken.

Quelle: Commerzbank

Dollar-Schwäche verleiht Goldpreis Rückenwind

Edelmetalle: Da der US-Dollar weiter abwertet, legt Gold weiter moderat zu. Heute Morgen mussten zeitweise knapp 1.340 USD für eine Feinunze Gold bezahlt werden. Das gelbe Edelmetall ist somit dabei, seine Verluste der letzten zwei bis drei Wochen wieder aufzuholen. Gold in Euro gerechnet zieht wegen der schwächeren US-Währung kaum mit und handelt weitgehend unverändert bei knapp 1.080 EUR je Feinunze. Die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs haben gestern eine 7-tägige Abflussphase von insgesamt 22 Tonnen beendet. Gestern wurden die Bestände um fast 6 Tonnen aufgebaut. Die Marktteilnehmer dürften ihren Fokus heute auf die Veröffentlichung der Inflationszahlen in den USA richten. Eine höhere Kernteuerung im Januar könnte wie schon der Arbeitsmarktbericht Anfang des Monats erneute Inflationsängste schüren. In diesem Falle könnte es eine erneute Verkaufswelle an den Aktienmärkten geben aus Angst davor, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen schneller und stärker anhebt. Dies könnte eine erneute Flucht in sichere Häfen auslösen, wovon Gold profitieren würde. Die Outperformance von Silber gegenüber Gold währte nur kurz: Das Gold/Silber-Verhältnis ist bereits wieder auf über 80 gestiegen. Auch Platin zieht nicht voll mit Gold mit. Die Preisdifferenz zwischen diesen beiden Edelmetallen hat sich mittlerweile wieder auf 355 USD je Feinunze ausgeweitet, der höchste Wert seit Anfang Januar. Heute veröffentlicht Johnson Matthey, der weltweit größte Verarbeiter von Platin und Palladium, seinen lange erwarteten Marktbericht zur Lage der Platinmetalle.
 
Erhalten von der Commerzbank am 14.02.2018 um 13:42 Uhr.
Veröffentlicht durch Börse Stuttgart am 14.02.2018 um 14:19 Uhr.
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