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Nestlé verzeichnet Gewinnrückgang · 15.02.2018 08:36 Uhr

Nestlé: Das schmeckt den Aktionären gar nicht

Nestle sign; Nestle S.A. is a Swiss transnational company founded in 1866 and the largest food company in the world
Quelle: testing/Shutterstock
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Der Nahrungsmittel- und Getränkekonzern Nestlé kam zuletzt nicht mehr richtig vom Fleck. Das macht sich auch in den Zahlen für das Gesamtjahr bemerkbar. Die Dividende soll dennoch leicht ansteigen.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
 
Nestlé ist auch im vergangenen Jahr weiter gewachsen. Das organische Wachstum von 2,4 Prozent liegt allerdings etwas unterhalb der Erwartungen von Analysten (erwartet wurde ein Wachstum von mindestens 2,7 Prozent) und auch bei Nestlé selbst ist man nur bedingt zufrieden mit den vorgelegten Zahlen. Nestlé-CEO Mark Schneider: „Unser organisches Wachstum im Jahr 2017 lag zwar innerhalb der angegebenen Bandbreite, aber unter unseren Erwartungen, insbesondere nach einer schwachen Umsatzentwicklung zum Ende des Jahres. Die Umsatzsteigerung in Europa und Asien war erfreulich, doch das Handelsumfeld in Nordamerika und Brasilien blieb weiterhin herausfordernd.“ Vielleicht noch etwas schwerer dürfte der Gewinnrückgang in Höhe von 16 Prozent auf nun 7,2 Milliarden Schweizer Franken wiegen. Das sind immerhin gut 2,5 Milliarden Franken weniger, als im Vorfeld von Analysten erwartet. Bei Nestlé führt man den Gewinnrückgang vor allem auf eine außerordentliche Wertminderung bei Nestlé Skin Health zurück. Die schlichte Höhe des Rückgangs ist dennoch überraschend. Positiv war zuletzt jedoch vor allem die Entwicklung der Ergebnismarge. Diese stieg um immerhin 50 Basispunkte auf nun 16,4 Prozent und lag somit über den eigenen Prognosen.

Jahresprognose bestätigt

Die Erwartungen an das laufende Geschäftsjahr bleiben von den eher schwachen Zahlen unberührt. So rechnet Nestlé weiterhin mit einem organischen Wachstum in Höhe von zwei bis vier Prozent. Zudem will der Konzern weiterhin an einer Verbesserung der operativen Ergebnismarge arbeiten, was den Gewinn pro Aktie im laufenden Jahr nach oben treiben soll. Eine gute Nachricht gibt es zudem für Nestlé-Aktionäre: Auf der kommenden Hauptversammlung soll eine Erhöhung der Ausschüttung um 5 Rappen auf 2,35 Schweizer Franken je Aktie vorgeschlagen werden.

Rückenwind würde gut tun

Die Nestlé-Aktie könnte mittlerweile wieder etwas Rückenwind ganz gut vertragen. Auf Jahressicht steht sogar ein Minus von fast drei Prozent zu Buche, womit die Aktie eine deutliche Underperformance zum Gesamtmarkt aufzeigt. 2017 war vor allem geprägt durch eine anhaltende Restrukturierung sowie von einigen Übernahmen die offenbar noch nicht zur Gänze verdaut sind. Entsprechend zeigte die Aktie immer wieder eine kaum gekannte Schwankungsfreude, die jedoch im vergangenen Sommer in einem Rekordhoch mündete. Vor allem im August ging es für die Aktie teilweise steil nach oben. So kletterte die Aktie um satte elf Prozent an nur einem Handelstag. Wenn man bedenkt, dass die Nestlé-Aktie mit einer Marktkapitalisierung von fast 200 Milliarden Franken zu den absoluten Schwergewichten im Schweizer SMI gehört, wird deutlich, dass Nestlé noch immer zu den absoluten Lieblingen, nicht nur privater Investoren, zählt. Grund für den Aufschwung im Sommer waren geradezu fantastische Zahlen für das erste Halbjahr. Die Euphorie scheint mittlerweile jedoch wieder etwas verpufft, vor allem wenn man sich die jüngste Entwicklung der Aktie ansieht. Die Mehrheit der Analysten hält Nestlé jedoch weiterhin die Treue. So empfehlen aktuell zehn Analysten die Aktie zum „Kauf“ und nur zwei Experten raten die Aktie zu „verkaufen“. Beide Verkaufsempfehlungen resultieren allerdings noch aus dem Vorjahr.
 
Erstellt am 15.02.2018 um 08:30 Uhr
Veröffentlicht am 15.02.2018 um 08:35 Uhr
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