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Versicherer trotzt Turbulenzen · 16.02.2018 08:30 Uhr

Allianz: Hart gegen den Wind

Allianz office building in Geneva
Quelle: ricochet64/Shutterstock
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Bedingt durch Naturkatastrophen, der US-Steuerreform und einer Belastung durch den OLB-Verkauf musste die Allianz im vierten Quartal einen unerfreulichen Gewinnrückgang hinnehmen. Dennoch wurde 2017 zu einem erfolgreichen Geschäftsjahr.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
 
Das vergangene Jahr war für Versicherer ein – gelinde ausgedrückt – nicht ganz einfaches. Bedingt durch zahlreiche Naturkatastrophen wurde 2017 für einige Versicherer zum bislang teuersten Geschäftsjahr aller Zeiten. So auch für die Allianz wie CEO Oliver Bäte in einer heute ausgesendeten Pressemitteilung betont: „Orkane, Stürme und Waldbrände setzten der Versicherungsindustrie im vergangenen Jahr zu und machten 2017 für Versicherer zum teuersten Naturkatastrophenjahr aller Zeiten“. Besonders deutlich werden die Schwierigkeiten bei der Allianz im vierten Quartal. Im Schlussquartal des vergangenen Geschäftsjahres sank das operative Ergebnis um acht Prozent auf 2,76 Milliarden Euro. Betrachtet man allerdings die Summe der Belastungen – neben einigen Naturkatastrophen eben auch die bereits erwähnte US-Steuerreform, sowie die Belastungen durch den OLB-Verkauf – so erscheint der Rückgang in Q4 vergleichsweise moderat. Es hätte schlimmer kommen können.

Konzernziele mühelos erreicht

Trotz aller Turbulenzen kann man mit der jüngsten Geschäftsentwicklung bei der Allianz durchaus zufrieden sein. Alle für 2017 gesteckten Konzernziele wurden ohne größere Mühen erreicht. Der operative Gewinn stieg im vergangenen Jahr zwar nur geringfügig auf 11,1 Milliarden Euro, größere Sprünge wurden allerdings im Vorfeld auch nicht erwartet. Schon gar nicht, nachdem der Versicherer bereits im dritten Quartal ein wenig auf die Euphorie-Bremse drückte und bekannt gab, dass man beim operativen Ergebnis die erhoffte obere Preisspanne zwischen 10,3 und 11,3 Milliarden Euro wohl nicht mehr wird erreichen können. Weit entfernt ist man dennoch nicht. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Einbußen im „Schaden-Unfall-Geschäft“ durch eine gute Entwicklung in den Bereichen „Lebensversicherung“ und „Asset Management“ kompensiert werden konnten.

Vorstand stellt Dividendenerhöhung in Aussicht

Für die kommenden Monate steckt sich der Versicherer eher moderate Ziele. Allianz-Finanzvorstand Giulio Terzariol: „Die Gruppe ist zügig in das Jahr 2018 gestartet. Unsere Dreijahresziele sind in Reichweite. Wir sind zuversichtlich, dass die Allianz auch in diesem Jahr starke Geschäftsergebnisse erreichen wird. Die Gruppe strebt für 2018 ein operatives Ergebnis in Höhe von 11,1 Milliarden Euro an, plus/minus 500 Millionen Euro, vorbehaltlich unvorhergesehener Ereignisse.“ Wenngleich also im laufenden Jahr keine großen Sprünge zu erwarten sind, soll es dennoch ein kleines „Schmankerl“ für die Aktionäre geben. So soll auf der kommenden Hauptversammlung eine Erhöhung der Dividende um 40 Cent auf 8,00 Euro pro Anteilsschein vorgeschlagen werden.
 
Erstellt am 16.02.2018 um 08:20 Uhr
Veröffentlicht am 16.02.2018 um 08:30 Uhr
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Analysten werden wieder zuversichtlicher

Auf Jahressicht konnte die Allianz-Aktie überproportional zulegen und hat mit einem Plus von über 19 Prozent den Gesamtmarkt sogar leicht „outperformed“. Angesichts eines eher schwierigen Umfeldes für Versicherer eine durchaus beachtliche Leistung. Seit einigen Wochen läuft es für die Allianz-Aktie allerdings nicht mehr ganz so rund und die Aktie verlor auf Monatssicht fast sechs Prozent an Wert. Rückenwind kam zuletzt jedoch vor allem von Analystenseite. Zwar rät die Mehrheit der Experten die Aktie derzeit lediglich zu „halten“ (immerhin 15 Analysten von insgesamt 25). Doch allein im Februar gab es ganze acht „frische“ Kommentare, wovon gleich sechs die Aktie derzeit zum „kauf“ empfehlen. Es sieht so aus, als würde sich auch von Analystenseite der Wind nachhaltig drehen.