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DAX-Konzern überrascht positiv · 20.02.2018 08:33 Uhr

Heidelbergcement: Das sieht doch gut aus

Cement bags in a row on the Palace in the shed
Quelle: apidach/Shutterstock
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Das ist durchaus ordentlich! Heidelbergcement ist im vierten Quartal zwar nur leicht gewachsen, doch das operative Ergebnis fiel besser aus, als von Analysten erwartet.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
 
Nicht viel, aber immerhin. Heidelbergcement steigerte im vierten Quartal den Konzernumsatz um ein Prozent auf 4,3 Milliarden Euro. Deutlich besser sah es zuletzt auf der operativen Ergebnisseite aus. Vor Abschreibungen verdiente der DAX-Konzern im Weihnachtsquartal zuletzt 892 Millionen Euro und somit rund 16 Prozent mehr, als im Vorjahresvergleichszeitraum. Die deutlich verbesserte Margenentwicklung gelang mit Hilfe von Preissteigerungen und „hohen Synergien aus der Integration von Italcementi“. „Wir haben das Jahr 2017 trotz eines sehr herausfordernden Marktumfelds erfolgreich abgeschlossen und unser operatives Ergebnisziel erreicht“, so Dr. Bernd Scheifele, Vorstandsvorsitzender von Heidelbergcement.

Umsatz steigt deutlich

Im Gesamtjahr liegt Heidelbergcement in etwa im Rahmen der gesteckten Erwartungen. So stieg der Umsatz im vergangenen Jahr, bereinigt um Währungseffekte durch die Italcementi-Übernahme, um 2,1 Prozent auf 17,3 Milliarden Euro. Das Ergebnis hätte sogar noch deutlich besser ausfallen können, doch negative Währungseffekte verhagelten dem DAX-Konzern ein wenig die Bilanz. Laut Pressemitteilung beliefen sich die negativen Belastungen durch den schwachen US-Dollar im vergangenen Jahr auf 311 Millionen Euro. Allein im vierten Quartal beliefen sich die Belastungen auf insgesamt 235 Millionen Euro. Fast schon unerwartet schnell kam Heidelbergcement mit der Integration der Italcementi-Übernahme voran, was sich unmittelbar an den vorgelegten Zahlen ablesen lässt. So rechnete der DAX-Konzern erst Ende 2018 damit das angepeilte Synergieziel von 470 Millionen erreichen zu können, das Ziel wurde jedoch bereits 2017 mit 513 Millionen Euro übertroffen. Die Geschwindigkeit überrascht insofern, als dass Italcementi erst im Sommer 2016 übernommen wurde. Bis Ende des Jahres rechnet Heidelbergcement mit eingesparten Synergiekosten von bis zu 550 Millionen Euro.

Optimistischer Ausblick

Angesichts der starken Zahlen überrascht es wenig, dass man sich bei dem DAX-Konzern auch für das laufende Jahr gut gerüstet sieht: „In Anbetracht des insgesamt positiven Ausblicks für die Weltwirtschaft blicken wir zuversichtlich in die Zukunft“, so Dr. Bernd Scheifele. Die Zuversicht speist sich derzeit vor allem aus den starken fundamentalen Rahmenbedingungen und einer voraussichtlich sehr robusten Weltkonjunktur – getrieben insbesondere durch Europa sowie Nordamerika. Heidelbergcement weist in seiner Pressemitteilung von heute Morgen noch einmal darauf hin, dass der Internationale Währungsfonds seine Wachstumsprognose für das laufende Jahr um 0,2 Prozentpunkte auf nun 3,9 Prozent nach oben korrigiert hat. Größeres Potenzial erhofft sich der Baustoffkonzern vor allem auch in den Ländern Nordafrikas, dem Nahen Osten und Afrika. Hier rechnet man mit steigenden Wachstumsraten insbesondere aufgrund der zuletzt wieder gestiegenen Ölpreise.

Aktie charttechnisch angeschlagen

Weniger gut als es die heute vorgelegten Zahlen vermuten lassen, lief es zuletzt für die Aktie von Heidelbergcement. Allein auf Monatssicht steht mittlerweile ein Minus von rund zehn Prozent zu Buche. Aus technischer Sicht scheint die Aktie derzeit nachhaltig angeschlagen, nachdem ein Ausbruchsversuch über das Allzeithoch kläglich scheiterte. Trotz der jüngsten Schwierigkeiten empfiehlt die Mehrheit der Analysten die Aktie derzeit immer noch zum „Kauf“. Bei insgesamt 19 Analysen, sprechen ganze elf Experten derzeit eine „Kaufempfehlung“ für Heidelbergcement aus.
 
Erstellt am 20.02.2018 um 08:25 Uhr
Veröffentlicht am 20.02.2018 um 08:34 Uhr
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