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Positive Jahresbilanz · 22.02.2018 10:00 Uhr

ProSiebenSat.1 profitiert von Online-Plattformen

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Quelle: 360b / Shutterstock
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Neues Rekordjahr für ProSiebenSat.1: Der Konzern konnte Umsatz und Gewinn in 2017 erneut steigern. Zu den Wachstumstreibern gehört jedoch längst nicht mehr das Kerngeschäft. Ein Konzernumbau soll jetzt zu neuer Stärke verhelfen.

- verfasst von Vanessa Helpert, Börse Stuttgart News Redaktion -
Im vergangenen Jahr wuchs der Konzernumsatz von ProSiebenSat.1 um 7 Prozent auf 4.078 Mio Euro (Vorjahr: 3.799 Mio Euro). Damit wurde erstmals die Umsatzmarke von 4 Milliarden Euro geknackt. Zugleich erhöhte sich das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen um 3 Prozent auf 1.050 Mio Euro (Vorjahr: 1.018 Mio Euro). Insgesamt erzielte der Münchener Medienkonzern im vergangenen Jahr 471 Mio Euro Gewinn (Vorjahr: 444 Mio Euro) - ein Plus von 6 Prozent. In der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2017 soll eine erhöhte Dividende von 1,93 Euro je Aktie vorgeschlagen werden (Vorjahr: 1,90 Euro).

Starkes Wachstum bei Online-Plattformen

Nach Angaben von ProSiebenSat.1 werden 51% des Umsatzes außerhalb des TV-Werbegeschäfts erwirtschaftet. Wichtigster Wachstumstreiber ist dabei das Segment „Digital Ventures & Commerce“. Hier konnte der Konzern mit Online-Plattformen wie Verivox, Amorelie und Flaconi den Umsatz um 30 Prozent auf 996 Mio Euro steigern. Zu dem positiven Ergebnis trug zum einen der Verkauf des Online-Reisebüros Etraveli, zum anderen der Erwerb der Mehrheitsbeteiligung an der Jochen Schweizer GmbH.

Kerngeschäft bleibt Sorgenkind

Im Kerngeschäft läuft es hingegen weniger rund: Nach einem schwierigen zweiten und dritten Quartal im TV-Werbegeschäft bewegte sich der Umsatz von ProSiebenSat.1 im deutschsprachigen Rundfunk nur auf Vorjahresniveau – mit einem Umsatzanstieg von einem Prozent auf 2.239 Mio Euro. Seit längerem kämpft Pro Sieben Sat.1 mit sinkenden Zuschaueranteilen und der starken Konkurrenz durch Streamingdienste wie Netflix. Auch das Segment Content Production & Global Sales schwächelt. Hier musste der Konzern einen Umsatzrückgang von 3 Prozent auf 352 Mio Euro einstecken.
Beim „Digital Entertainment“ konnte der Medienkonzern ein Umsatzplus von fünf Prozent auf 463 Mio Euro verbuchen. Das Geschäftsfeld bündelt das Online-Videogeschäft mit der Online-Videothek Maxdome und dem Multi-Channel-Netzwerk Studio 71, Games sowie die Themen Ad Video-on-Demand, Ad Tech und Data. Investiert wurde 2017 besonders im Bereich AdTech, z. B. in das Technologie-Unternehmen AdClear, die Influencer-Marketing-Plattform Buzzbird oder den Social-Advertising-Anbieter esome. Auf das Ergebnis drückten hingegen nach eigenen Angaben von ProSiebenSAt.1 die strukturellen Herausforderungen im Musik- und Event-Geschäft.

Tapetenwechsel mit neuer strategischer Aufstellung

Seit Jahresbeginn läuft bei ProSiebenSat.1 ein Konzernumbau, in dessen Rahmen das TV-Geschäft mit der Sparte der Online-Unterhaltungsplattformen zusammengelegt werden soll. Das Geschäft gliedert sich jetzt in die drei Säulen „Entertainment“, „Content Production & Global Sales“ und „Commerce“. Bis 2019/2020 soll das dem Konzern mehr als 50 Millionen Euro einsparen. Auch an der Konzernspitze gibt es Veränderungen: Erst am Mittwoch wurde bekannt, dass Branchenneuling Max Conze künftig den Fernsehkonzern Pro Sieben Sat.1 leiten wird. Conze ist der ehemalige Chef des britischen Staubsauger-Herstellers Dyson und folgt auf den vorzeitig abgelösten Thomas Ebeling.
Nach Bekanntgabe der Jahresbilanz konnte die Aktie im DAX leicht zulegen. Als erster Medienkonzern überhaupt stieg Pro Sieben Sat.1 in den Aktienindex auf. Im vergangenen Jahr gehörte das Unternehmen im deutschen Leitindex allerdings zu den Verlierern.
Erstellt am 22.02.2018 um 9:00 Uhr
Veröffentlicht am 22.02.2018 um 10:00 Uhr
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