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Starinvestor kämpft mit Anlagenotstand · 26.02.2018 09:28 Uhr

Warren Buffett hat ein Luxusproblem

Warren Buffett
Quelle: aradaphotography / Shutterstock
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Die US-Steuerreform hat seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway 2017 einen Gewinnsprung beschert. Der US-Starinvestor Buffet ist trotzdem unzufrieden, denn geeignete Übernahmeziele sind absolute Mangelware.

-von Cornelia Frey, Börse Stuttgart TV Newsredaktion-
Eigentlich könnte alles so schön sein. Buffetts Firma hat im vergangenen Jahr einen gigantischen Bilanzgewinn von 45 Milliarden Dollar verbucht - fast doppelt so viel wie im Vorjahr. Doch anstatt sich zu freuen, ist der Starinvestor regelrecht frustriert, wie Aktionäre seinem 16 Seiten langen Jahresbrief entnehmen können.
Denn einen Großteil des Riesengewinns verdankt der US-Investor der Steuerreform von Donald Trump, durch welche die Unternehmenssteuern von 35 auf 21 Prozent gesenkt wurden. Und das missfällt dem 87-jährigen sehr. Buffett hegt eine Abneigung gegen Donald Trump und hat die Steuerpläne des US-Präsidenten öffentlich kritisiert. Und nun ist ein Großteil des Gewinns nicht durch eigene Leistung, sondern die US-Steuerreform zustande gekommen - das ärgert ihn.
Das operative Ergebnis bei Berkshire Hathaway ging 2017 um 18 Prozent zurück. Grund hierfür war das defizitäre Versicherungsgeschäft, das unter den Wirbelstürmen "Harvey", "Irma" und "Maria" litt.

Übernahmeziele dringend gesucht

Große Schwierigkeiten bereitet ihn die rissige Barreserve, für die er keine geeigneten Übernahmeziele findet. So stieg der Geldberg, auf dem Börsenguru sitzt, von 86,4 Milliarden auf rund 116 Milliarden Dollar an. Geld, dass Buffett gerne für größere Übernahmen einsetzen würde, auch um seine Firma unabhängiger vom aktuell defizitären Versicherungsgeschäft zu machen. Doch es gebe kaum noch etwas zu einem vernünftigen Preis, beklagte das "Orakel von Omaha" in seinem Jahresbrief.
Seine beiden letzten großen Übernahmeversuche scheiterten. Beim US-Energiekonzern Oncor wurde er 2017 überboten und der europäische Lebensmittelriese Unilever schlug das 143 Milliarden Dollar schwere Übernahmeangebot des von Berkshire kontrollierten Konzerns Kraft Heinz ab. Somit war der letzte große Deal der Kauf des Flugzeugzuliefers Precision Castparts für 32,1 Milliarden Dollar vor zwei Jahren.

Aktie zuletzt etwas schwächer

Bei langfristiger Betrachtung ist die Aktie von Berkshire Hethaway eine Erfolgsgeschichte, an die Anleger nur zu gerne partizipieren. Auf Sicht von 5 Jahren beträgt das Kursplus in Euro gute 110 Prozent. Im vergangenen Börsenjahr ließ die Abwertung des US-Dollars allerdings die Kursgewinne der Anleger in Deutschland deutlich schmelzen. In den letzten Wochen präsentierte sich die Aktie – analog zum Gesamtmarkt – etwas leichter.
Die größte Position im Depot des Starinvestors ist aktuell Apple. Buffett hatte im vierten Quartal 2017 seinen Anteil um 23 Prozent auf rund 165 Millionen Aktien ausgebaut. Die Beteiligung hatte zuletzt einen Wert von etwa 28 Milliarden Dollar und löste damit die US-Großbank Wells Fargo als Top-Position in Buffetts Portfolio ab. Bershire hält zudem Anteile an Coca-Cola, der Bank of America, der Fluggesellschaft Delta Airlines und der Kreditkarten-Firma American Express.
 
Erstellt am 26.02.2018 um 09:22 Uhr
Veröffentlicht am 26.02.2018 um 09:28 Uhr
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