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Dieselurteil belastet nur kurz · 27.01.2018 17:00 Uhr

Dax bleibt auf Richtungssuche

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Tonktiti / Shutterstock.com
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Die Ausgangslage war– erneut – hervorragend: Die Anleger an der Wall Street hatten beherzt zugegriffen. Trotzdem: nach freundlichem Start rutscht der Dax wieder ins Minus. Autowerte verlieren nach Dieselurteil

NEWS AUS DEM HANDEL 2:39min, 27. Februar 2018, 15:26 Uhr
agr/bstv/27.02.2018
Andreas Groß, Börse Stuttgart TV Nachrichten
Das Bundesverwaltungsgericht hält Diesel-Fahrverbote in Städten nach geltendem Recht für grundsätzlich zulässig. Das bedeutet jetzt zwar nicht, dass Dieselfahrer ab morgen ihr Auto stehen lassen müssen. Nicht zuletzt weil es im Urteil weiter heißt, dass Düsseldorf und Stuttgart ihre Luftreinhaltepläne auf Verhältnismäßigkeit prüfen müssen. Im Klartext: Wenn schon Fahrverbote, dann punktuell und zeitlich begrenzt.
Wahrscheinlicher geworden ist jetzt auch eine bundesweit einheitliche Regelung wie eine "blaue Plakette" für relativ saubere Autos, mit der Fahrverbote sich auch einfacher kontrollieren ließen.
Verlierer des Tages sind auf den ersten Blick die Autobauer, die möglicherweise auf das heutige Urteil aus Leipzig reagieren, indem sie hohe Rabatte auf Neufahrzeuge einräumen oder bei der Umrüstung von Dieselfahrzeugen finanziell in die Pflicht genommen werden.
Vielleicht sind sie aber auf den zweiten Blick die Gewinner, wenn sie die richtigen Antworten geben, sprich die geeignete, weil umweltfreundliche Technik im Angebot haben.
Gewinner des Tages sind sicherlich die Menschen die – wenn der Plan aufgeht – etwas sauberere Luft atmen werden.
 

Rekordgewinn bei Fresenius...

Der Gesundheitskonzern Fresenius hat 2017 erneut Rekordergebnisse erzielt. Allerdings wackelt die geplante Übernahme in den USA. Der Umsatz klettert um 15 Prozent auf knapp 33,9 Milliarden Euro. Der Konzerngewinn steigt um 16 Prozent auf gut 1,8 Milliarden Euro. Damit erreichte Fresenius zwar das 14. Rekordjahr in Folge, allerdings liegen die Ergebnisse leicht unter den Erwartungen. Die geplante Übernahme des US-Arzneiherstellers Akorn sorgt indes für neue Probleme. Externe Experten sollen untersuchen, was dran ist an den  Verstößen gegen Vorgaben der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA. Möglicherweise platzt der Deal – zur Freude der Kritiker.

… und auch bei FMC

Beim Dialysedienstleister Fresenius Medical Care (FMC) brummt das Geschäft – vor allem in Nordamerika. FMC hat den Umsatz kräftig gesteigert und ein Rekordergebnis erzielte. Unter dem Strich steigert FMC seinen Gewinn zwar um 12 Prozent auf 1,28 Milliarden Euro, liegt aber unter den Erwartungen der  den Analysten. Für 2018 peilt der Vorstand weitere Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis an. Die Aktionäre bekommen 1,06 Euro Dividende, 10 Cent mehr als im vergangenen Jahr.

SAP plant Triple

SAP-Chef Bill McDermott will den Börsenwert des Softwarekonzerns in den nächsten acht Jahren verdreifachen. Dies kündigte der Manager des Dax-Konzerns im Interview mit dem "Handelsblatt" (Dienstag) an. Seit McDermotts Antritt an der SAP-Spitze im Jahr 2010 hat sich die Marktkapitalisierung des deutschen Software-Riesen bereits auf 104 Milliarden Euro verdreifacht. Wenn ihm dies noch einmal gelingt, wäre SAP im Jahr 2026 mehr als 300 Milliarden Euro wert.

BASF erhöht Dividende nur leicht

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF hebt nach einem Gewinnsprung die Dividende an um 10 Cent auf 3,10 Euro. Experten hatten allerdings mit etwas mehr gerechnet. BASF hatte bereits im Januar überraschend die wichtigsten Eckdaten für das abgelaufene Jahr vorgelegt.
Das bereinigte operative Ergebnis stieg um 32 Prozent auf 8,3 Milliarden Euro. Dazu trugen vor allem bessere Margen und höhere Verkaufsmengen bei Basis-Chemikalien bei. Aber auch das Geschäft mit Öl und Gas lief besser. Der Umsatz legte um 12 Prozent auf 64,5 Milliarden Euro zu.
Auch im laufenden Jahr will das Ludwigshafener Unternehmen weiter wachsen, auch wenn nicht so ganz schnell wie 2017.
agr/bstv/27.02.2018
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