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Wackelt die Übernahme? · 27.02.2018 09:31 Uhr

Akorn-Probleme überschatten Rekordergebnis

Flaggen mit der Aufschrift
Quelle: Fresenius/Presse
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Der Gesundheitskonzern Fresenius hat das 14. Rekordjahr in Folge präsentiert. Doch die Freude hält sich in Grenzen in Anbetracht der neuen Probleme bei der geplanten Akorn-Übernahme.

-von Cornelia Frey, Börse Stuttgart TV Newsredaktion-
Für den Gesundheitskonzern Fresenius lief es auch 2017 ausgesprochen gut: Das Unternehmen verbuchte das 14. Mal in Folge Höchststände bei Gewinn und Umsatz und auch die Dialyse-Tochter Fresenius Medical Care (FMC) erzielte Rekordergebnisse.
Der Konzerngewinn stieg im abgelaufenen Jahr um 16 Prozent auf 1,81 Milliarden Euro. Dabei entfielen sechs Prozent auf das organische Wachstum und zehn Prozent auf Zukäufe. Dazu gehört vor allem die 5,8 Milliarden Euro schwere Übernahme des spanischen Klinikbetreibers Quironsalud, die der Konzern Ende Januar 2017 abgeschlossen hat. Der Umsatz wuchs 2017 um 15 Prozent auf 33,9 Milliarden Euro.
Bis 2020 soll Fresenius wie geplant im hohen einstelligen Prozentbereich zulegen. Für das laufende Jahr rechnet der DAX-Konzern mit einem Gewinnanstieg zwischen sechs und neun Prozent, währungsbereinigt zwischen fünf und acht Prozent.
Gute Nachrichten gibt es für die Aktionäre: Die Dividende wird um 21 Prozent auf 0,75 Euro erhöht.

FMC profitiert von US-Steuerreform

Auch bei der Tochter lief es ausgesprochen rund: Mit dem Geschäft rund um Blutwäsche verbucht auch FMC ein Rekordergebnis. Der Umsatz stieg währungsbereinigt um sieben Prozent auf 17,8 Milliarden Euro. Der Gewinn stieg – auch dank positiver Effekt aus der US-Steuerreform - um 12 Prozent auf 1,28 Milliarden Euro. Daran sollen auch die Aktionäre partizipieren: Um zehn Cent soll die Dividende auf 1,06 Euro steigen.

Akorn trübt die guten Zahlen

Das erneute Rekordergebnis wird in den Schatten gestellt von den neuen Problemen beim geplanten Übernahmeobjekt Akorn. Fresenius gab bekannt, dass derzeit eine Untersuchung mit externen Sachverständigen zu angeblichen Verstößen gegen FDA-Vorgaben zur Datenintegrität in der Produktentwicklung durchgeführt wird.
Einem Fresenius-Sprecher zufolge geht es um mögliches Fehlverhalten von Akorn beim Zulassungsverfahren neuer Medikamente. Fresenius wolle diese nun auf Stichhaltigkeit prüfen. An der Übernahme, die Fresenius bereits im vergangenen April für umgerechnet 4,4 Milliarden Euro bekannt gegeben hatte, will das Unternehmen festhalten. Sollten im Rahmen des Akorn-Kaufs Vollzugsbedingungen der Übernahmevereinbarung nicht erfüllt sein, kann dies aber Folgen für den Abschluss der Transaktion haben, teilte Fresenius mit. Eigentlich sollte der Kauf des US-Unternehmens Anfang 2018 abgeschlossen werden, zuletzt zog sich aber die kartellrechtliche Prüfung in den USA dahin. Der US-Generikahersteller entwickelte sich zuletzt deutlich schlechter als erwartet. Die Übernahme ist ohnehin umstritten.

Fresenius-Aktie steigt, Akorn-Papiere brechen ein

Die Akorn-Aktien brachen am Montag im außerbörslichen US-Handel zwischenzeitlich um mehr als 30 Prozent ein.
Für die Fresenius-Aktie geht es am Dienstag hingegen fast drei Prozent nach oben. Auf Sicht von einem Jahr hat die Aktie allerdings rund 18 Prozent verloren.
Die FMC-Aktie zählt mit einem Abschlag von über drei Prozent hingegen zu den größten DAX-Verlierern.
 
Erstellt am 27.02.2018 um 09:26Uhr
Veröffentlicht am 27.02.2018 um 09:28 Uhr
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