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Bayer mit schwachem 4. Quartal · 28.02.2018 09:00 Uhr

Bayer: Zahlenwerk bereitet leichte Kopfschmerzen

Bayer Pharma AG, Administration and laboratory buildings of Bayer HealthCare Pharmaceuticals in Berlin-Wedding
Quelle: Alfred Sonsalla/Shutterstock
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Die Geschäfte von Bayer liefen schon einmal besser. Beinahe alle wichtigen Kennzahlen im vierten Quartal waren zuletzt leicht rückläufig. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet man ebenfalls nur wenig Dynamik.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
 
Das vierte Quartal bei Bayer war nicht dramatisch schlecht – sogar die Erwartungen von Analysten wurden mehr oder weniger erreicht. Dennoch ist manch einer angesichts der vorgelegten Zahlen enttäuscht. Angesichts eines rückläufigen operativen Ergebnisses kann das jedoch nur bedingt überraschen. Zusammenfassend kann man festhalten, dass es bei Bayer zuletzt eigentlich nur in der Pharmasparte ganz ordentlich gelaufen ist. Doch die Pharmasparte konnte nicht ganz die teilweise deutlichen Einbrüche im Geschäft mit verschreibungsfreien Medikamenten und in der Agrarchemie kompensieren. Das bereinigte EBITDA im Konzern fiel um 1,3 Prozent auf 1,783 Milliarden Euro und traf damit immerhin in etwa die Analystenerwartungen. Der Überschuss brach sogar um zwei Drittel auf nun 148 Millionen Euro ein, allerdings ist der deutliche Rückgang nicht zuletzt auf die US-Steuerreform zurückzuführen, die einmalig mit 455 Millionen Euro zu Buche schlägt. Der Umsatz wiederum ging nur leicht, um 2,6 Prozent, auf nun 8,6 Milliarden Euro zurück. Beim Umsatz hatten Analysten zumindest etwas mehr erwartet. Doch nicht nur Anleger und Analysten rümpfen angesichts der vorgelegten Zahlen die Nase, auch Bayer-CEO Werner Baumann konstatiert, dass 2017 ein Jahr „mit Licht und Schatten“ gewesen sei. Trotzdem gibt sich Baumann vom eingeschlagenen Kurs überzeugt: „Wir bleiben auf unsere Ziele fokussiert und sind von unserer langfristigen Perspektive überzeugt. Wir haben also allen Grund, optimistisch nach vorne zu schauen“, so Baumann.

Monsanto-Übernahme soll im Sommer abgeschlossen sein

Die Übernahme von Monsanto soll im Sommer 2018 endgültig über die Bühne gehen: „Unser Ziel ist es jetzt, die Transaktion im zweiten Quartal 2018 abschließen zu können“, so Baumann. Allerdings zeichnet sich nach Aussagen von Bayer derzeit ab, dass die Prüfverfahren der Kartellbehörden mehr Zeit in Anspruch nähmen, als zu Beginn gedacht. Stand heute haben mehr als die Hälfte der rund 30 Behörden weltweit die Übernahme genehmigt. „Erst kürzlich hat die brasilianische Kartellbehörde grünes Licht gegeben. Dies ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum Abschluss der Transaktion. Schließlich ist Brasilien einer der wichtigsten Agrarmärkte der Welt“, so Baumann. Die Freigabe der US-Kartellbehörden sowie der EU-Kommission steht aktuell allerdings noch aus. Ein wichtiger Meilenstein zur erhofften Freigabe wird der fortlaufende Verkauf des bayereigenen Geschäfts mit Saatgütern und Pflanzenschutzmitteln sein. Ganz entscheidend im Rahmen der geplanten Übernahme von Monsanto und den damit verbundenen kartellrechtlichen Freigabeverfahren war im vergangenen Jahr die vertragliche Vereinbarung, bestimmte Crop-Science-Geschäfte an BASF zu verkaufen. „Zusätzlich haben wir uns nun auch verpflichtet, unser gesamtes Geschäft mit Gemüsesaatgut zu veräußern. Hinzu kommen können der Verkauf oder die Auslizenzierung bestimmter weiterer Geschäftsaktivitäten von Bayer oder Monsanto“, so Baumann weiter.

Bayer-Aktie erhält Rückenwind von Analysten

Die Bayer-Aktionäre hatten zuletzt nicht besonders viel Grund zur Freude. Auf Jahressicht kommt die Aktie auf ein Minus von gut 5,5 Prozent und hinkt dem Gesamtmarkt somit deutlich hinterher. Etwas Rückenwind kam zuletzt vor allem von Analystenseite. Von insgesamt 14 Analysten die seit Jahresbeginn eine Neubewertung der Aktie vorgenommen haben, empfehlen derzeit ganze zehn die Aktie zu „kaufen“. Demgegenüber steht nur eine „Verkaufsempfehlung“ von Barclays Capital. Das ambitionierteste Kursziel von 140 Euro pro Anteilsschein kommt derzeit von der Baader Bank.
 
Erstellt am 28.02.2018 um 08:45 Uhr
Veröffentlicht am 28.02.2018 um 08:59 Uhr
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