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Aktie unter Druck · 28.02.2018 09:32 Uhr

Dürr: Mehr Umsatz, aber weniger Gewinn

Ingenieure im Gespräch
Quelle: nd3000 / Shutterstock.com
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Der Anlagen- und Maschinenbauer Dürr hat im abgelaufenen Quartal mehr umgesetzt und lag auch beim Auftragseingang über den Analysteneinschätzungen. Der Gewinn ging allerdings um ein Fünftel zurück.

-Von Cornelia Frey, Börse Stuttgart TV Newsredaktion-
Im vierten Quartal stieg der Auftragseingang beim MDAX Konzern um 12,6 Prozent auf 982 Millionen Euro, der Umsatz legte um 7,6 Prozent auf 1,04 Milliarden Euro zu. Damit übertraf Dürr die Analysteneinschätzungen. Experten hatten im Durchschnitt mit einem Auftragseingang von 963 Millionen Euro und einen Umsatz von 966 Millionen gerechnet.
Allerdings ging der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBIT) um 15,9 Prozent auf 75,5 Millionen Euro zurück. Nach Steuern lag der Gewinn mit 51,8 Millionen Euro 22,9 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum.
Ralf W. Dieter, der Vorstandsvorsitzender der Dürr AG, blickt durchaus zufrieden auf die vergangenen Monate. „2017 war ein sehr ordentliches Jahr. Wir haben Wachstumschancen genutzt und uns bei teils schwierigen Marktbedingungen gut behauptet“. Mit der Strategie digital@DÜRR und der IoT-Plattform ADAMOS habe Dürr in die Zukunft investiert, so Dieter.

HOMAG sorgt für Umsatzplus

Den Ergebnisanstieg hat Dürr der guten Auslastung sowie kräftigen Zuwächsen bei HOMAG zu verdanken. Die im Jahr 2014 erworbene HOMAG Group legte bei den Bestellungen um 17,2 % zu und lieferte mit 1.366,3 Mio. € den größten Beitrag zum Auftragseingang. 2017 profitierte der Weltmarktführer bei Holzbearbeitungsmaschinen von einer dynamischen Nachfrage nach automatisierten Anlagen, mit denen sich kundenindividuelle Möbel effizient produzieren lassen. Das EBIT wurde zudem durch Sondereffekte von insgesamt 7,8 Mio. € begünstigt. Im Lackieranlagenbau, das von starkem Wettbewerbsdruck geprägt ist, ging das Ergebnis hingegen zurück.

Ausblick: Umsätze sollten 2018 leicht anziehen

Für 2018 rechnet der MDAX-Konzern mit einen Umsatz von 3,7 bis 3,9 Mrd. €. Das würde eine Steigerung bedeuten, da die veräußerte Ecoclean-Gruppe im ersten Quartal 2017 noch 47,5 Mio. € beisteuerte. Der Auftragseingang wird nach Einschätzung des Unternehmens 3,6 bis 3,9 Mrd. € erreichen.
Dürr erwartet für das laufende Jahr Sonderaufwendungen von voraussichtlich 15 bis 20 Mio. €. Davon entfallen 5 Millionen bis 10 Millionen auf das Optimierungsprogramm FOCUS 2.0 im Lackieranlagenbau, das im hart umkämpften Markt mit Ergebniseinbußen zu kämpfen hatte.

Aktie gibt deutlich ab

An der Börse kommen die Zahlen offenbar nicht gut an. Die Dürr Aktie verliert am Mittwochvormittag über fünf Prozent und fällt damit erstmals seit September unter die Marke von 100 Euro zurück.
 
 
Erstellt am 28.02.2018 um 09:22 Uhr
Veröffentlicht am 28.02.2018 um 09:33 Uhr
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