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„Schrei vor Glück“? · 01.03.2018 10:08 Uhr

Zalando: Mehr Kunden, mehr Umsatz

Geschenkkarte von Zalando
Quelle: Cineberg/Shutterstock
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Der Berliner Modehändler Zalando erzielte in 2017 ein deutliches Umsatzplus und setzte damit seinen Wachstumskurs fort. Im laufenden Jahr sollen durch zusätzliche Geschäftsfelder neue Kunden angelockt werden.

- von Vanessa Helpert, Börse Stuttgart News Redaktion -
Reichen diese Zahlen für den „Schrei vor Glück“? Zalando erzielte im Geschäftsjahr 2017 rund 4,49 Milliarden Euro Umsatz. Das entspricht 23 Prozent mehr als im Vorjahr. Das bereinigte EBIT betrug 215 Millionen Euro bei einer Marge von 4,8 Prozent. Unter dem Strich machte der Online-Modehändler (Slogan: Schrei vor Glück) 101 Millionen Euro Gewinn.
 

Kunden bestellen häufiger

Die Umsatzentwicklung geht überwiegend auf einen größeren Kundenstamm und eine höhere Anzahl an Bestellungen zurück. 2017 bestellten 23,1 Millionen Kunden bei Zalando – 2016 waren es noch 19,9 Millionen. Die durchschnittliche Anzahl der Bestellungen pro aktivem Kunden stieg von 3,5 (2016) auf 3,9 (2017).
Allerdings ist das Verhältnis der sogenannten Fulfillment-Kosten im Verhältnis zum Umsatz gestiegen. Damit Kunden ihre bestellten Produkte noch schneller erhalten, muss Zalando tief in die Tasche greifen und beispielsweise Logistikzentren weiter ausbauen. Positiv ist hingegen, dass das Marketingkostenverhältnis gesenkt werden konnte – es kostet Zalando somit weniger, einen bestehenden Kunden zu halten. Diese konnten die hohen Fulfillmentkosten jedoch nicht kompensieren.
 

Investitionen in weiteres Wachstum

Co-CEO Rubin Ritter kündigte an, dass Zalando im laufenden Jahr „zum vierten Mal in Folge ein Umsatzwachstum von 20-25%“ anstrebt – also rund 1 Milliarde Euro Zuwachs in der Mitte der Spanne. Das bereinigte EBIT soll zwischen 220 und 270 Millionen Euro (bzw. die Marge zwischen 4 und 5 Prozent) liegen.
Zalando will also schneller wachsen als der europäische Online-Modemarkt. Dafür sind in 2018 weitere Investitionen geplant: Rund 2.000 neue Stellen sollen geschaffen sowie die Logistikzentren weiter ausgebaut und zunehmend automatisiert werden. Außerdem will Zalando das Sortiment um neue Marken erweitern und weitere Geschäftsfelder aufbauen. Ab Ende März wird es eine Beauty-Kategorie geben.

Anleger schicken Aktie auf Talfahrt

Grundsätzlich konnte Zalando mit dem heute vorgelegten Zahlenwerk die eigenen sowie die Erwartungen der Analysten erfüllen. Auch der Ausblick muss grundsätzlich als solide bezeichnet werden. Einzig die zunehmende Divergenz zwischen den Marketing und Fulfillment-Kosten sorgen für kleiner Sorgenfalten. Insofern überrascht die Dynamik ein wenig, mit welcher Anleger die Aktie heute Morgen auf Talfahrt schicken. Im frühen Handel notiert die Aktie mit fast vier Prozent im Minus. Es scheint also mal wieder die alte Börsenregel zu greifen: „Sell on good news“.
 
Erstellt am 01.03.2018 um 09:40 Uhr
Veröffentlicht am 01.03.2018 um 10:08 Uhr
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