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Auto- und Stahlhersteller knicken ein · 02.02.2018 15:00 Uhr

Trumps Protektionismus entsetzt Anleger

Donald Trump entspannt
Quelle: Evan El-Amin / Shutterstock
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Droht ein Handelskrieg mit den USA? Trump hat Strafzölle angekündigt für Stahlimporte und die EU steht in den Startlöchern um zu kontern. Anleger flüchten entsetzt aus Aktien – nicht nur aus Stahl Aktien. Dax fällt unter 12.00 Punkte.

NEWS AUS DEM HANDEL 2:35min, 02. März 2018, 14:13 Uhr
Andreas Groß, Börse Stuttgart TV Nachrichten
Drohender Handelskrieg, Zinssorgen, Dieselurteil. Das waren einfach zu viele Negativschlagzeilen in dieser Woche. Die zaghafte Erholung ist vorerst vorbei und die Karten werden neu gemischt. Der Dax rauscht unter 12.000 Punkte. Vor allem Stahltitel und Autowerte stehen unter Beschuss.
Thyssen, Salzgitter, Aurubis verlieren in der Spitze bis zu 5 Prozent. BMW, Daimler und Volkswagen geben bis zu 3 Prozent nach.
Trump hatte am Donnerstag angekündigt, die heimische Stahlindustrie mit Strafzöllen auf alle Stahlimporte in Höhe von 25 Prozent abzuschirmen. Auf Aluminium-Einfuhren sollen zehn Prozent erhoben werden.
Was entsetzt, ist nicht alleine die Tatsache, dass Trump Zölle erhebt, sondern die Höhe. Details will Trump in der nächsten Woche bekanntgeben. Die EU reagierte prompt und kündigte umgehend Vergeltungsmaßnahmen an.
Am Wochenende fällt dann die Entscheidung der SPD Mitglieder zwischen großer Koalition oder möglichen Neuwahlen. Außerdem die Wahl in Italien. Erfahrungsgemäß haben politische Themen aber nur eine kurze Haltedauer an der Börse. So gesehen ist Gelassenheit gefordert.
In der kommenden Woche gilt es besonders am Donnerstag den Überblick zu bewahren mit Bilanzflut und EZB Zinsentscheid.

Zementriese in der Verlustzone

Der Zementriese LafargeHolcim hat 2017 einen hohen Verlust gemacht. Das liegt an großen Abschreibungen. Unter dem Strich fiel ein Fehlbetrag von knapp 1,7 Milliarden Schweizer Franken (1,47 Mrd Euro) an. Ein Jahr zuvor hatte LafargeHolcim einen Gewinn von knapp 1,8 Milliarden Franken ausgewiesen. Die Abschreibungen belaufen sich auf 3,8 Milliarden Schweizer Franken im vierten Quartal. Algerien sowie einige Märkte in den USA haben nicht den erwarteten Ertrag gebracht. Das passiert, wenn ein neuer Chef genau hinschaut.  Jan Jenisch ist seit Anfang September im Amt. Rechnet man die Abschreibungen und Verkäufe raus, dann hätte der Baustoffkonzern 1,4 Milliarden Franken verdient und damit 11,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Deswegen bekommen Aktionäre unverändert eine Dividende von 2 Franken. HolcimLafarge Aktien verlieren knackige sechs Prozent zur Mittagszeit.

Boom vorbei? Alstria mit weniger Umsatz

Der Immobilienkonzern Alstria Office hat im vergangenen Jahr weniger Umsatz gemacht. 2017 sinkt der Umsatz um 4,4 Prozent auf 193,7 Millionen Euro. Das operative Ergebnis bleibt trotzdem stabil, weil gleichzeitig die Finanzierungskosten gesunken sind. Die Aktionäre sollen mit 0,52 Euro je Aktie eine stabile Dividende erhalten. Für das laufende Jahr rechnet Alstria mit weiterem Rückgang bei Umsatz und operativem Ergebnis.
Den schwachen Ausblick quittieren Anleger mit Verkäufen. Alstia verlieren am Mittag über zwei Prozent.
 
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agr/bstv – 02.03.2018/08:08 Uhr
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