Nachrichten

Trump droht mit Strafzöllen · 05.03.2018 09:23 Uhr

Autobauer unter Druck

donald-trump-detail
JStone / shutterstock.com
Beitrag teilen
Droht ein Handelskrieg? In der vergangenen Woche kündigte US-Präsident Donald Trump Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte an, jetzt hat er die europäischen Autohersteller im Visier.

-Von Cornelia Frey, Börse Stuttgart TV Newsredaktion-
 
Das hohe Defizit in der US-Außenhandelsbilanz ist Donald Trump schon lange ein Dorn im Auge. Und so drohte er den deutschen Autobauern bereits kurz nach seinem Amtsantritt mit einer Sondersteuer von 35 Prozent auf importierte Autos.
Jetzt hat Trump die Importeure wieder im Visier und twittert am Wochenende: "Wenn die EU ihre ohnehin schon massiven Zölle und Barrieren für US-Unternehmen, die dort Handel betreiben, weiter anheben will, werden wir auf ihre Autos, die frei in die USA strömen, einfach eine Abgabe erheben".

EU und China wehren sich

Das wollen die Handelspartner aber nicht einfach so hinnehmen. Bereits Ende der Woche kündigte die EU umgehend Vergeltungsmaßnahmen für die geplanten Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte an.  So hatte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker betont, er könne sich im Gegenzug Einfuhrzölle auf Whisky, Jeans und Motorräder aus Amerika vorstellen. Auch in der US-Wirtschaft stoßen die die Zoll-Pläne von Trump auf Widerstand – würden sie viele US-Produkte doch verteuern.
Trotz Kritik treiben die USA die geplanten Schutzzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte weiter voran. Bereits in den kommenden Tagen soll es soweit sein. An den Details arbeiten derzeit noch die Juristen. Bekannt wurde bislang, dass Trump auf Stahl-Importe Zölle in Höhe von 25 Prozent erheben will, bei Aluminium sollen es 10 Prozent sein. Dabei werde es keine Ausnahmen für einzelne Länder geben, so US-Handelsminister Wilbur Ross beim Sender ABC.

Deutsche Autokonzerne produzieren in den USA

Sollten tatsächlich Strafzölle erhoben werden, würde es insbesondere deutsche Hersteller wie BMW, Daimler und Volkswagen treffen. Im vergangenen Jahr verkauften sie 1,35 Millionen Fahrzeuge in die USA und kamen damit auf einen Marktanteil von knapp acht Prozent. Höher war der Anteil allerdings an Exporten nach China.
Zu beachten ist allerdings, dass die Autos auch in den US-Fabriken produziert wurden. So stammen von den 1,35 Millionen deutschen Autos, die 2017 in den USA verkauft wurden, 844.000 aus US-Fabriken. BMW baut in den USA sogar mehr Autos als sie auf dem dortigen Markt verkaufen.

Autoaktien unter Druck

In einem insgesamt schwachen Gesamtmarkt zählen die Autowerte am Montag zu den größten Verlierern. Zwischen zwei und drei Prozent verlieren die Titel von BMW, VW und Daimler mit den Plänen von Trump, der den Europäern vorgeworfen hatte, sie würden es den Amerikanern unmöglich machen ihre Autos zu verkaufen.
 
Erstellt am 05.03.2018 um 09:20 Uhr
Veröffentlicht am 05.03.2018 um 09:23 Uhr
Bitte beachten Sie die rechtlichen Hinweise und Angaben zu möglichen Interessenkonflikten unter:
https://www.boerse-stuttgart.de/rechtliche-hinweise