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Logistiker steiger Umsatz und Gewinn · 07.03.2018 08:51 Uhr

Deutsche Post will mehr

Mailboxes of German Deutsche Post
Quelle: Cineberg/Shutterstock
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Es war erneut ein starkes viertes Quartal auf das die Deutsche Post zurückblickt. Umsatz und Gewinn zogen zuletzt deutlich an. Im Gesamtjahr hat man die Erwartungen dennoch verfehlt. Allerdings nur leicht.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
 
Fast schon erwartungsgemäß hat sich das vierte Quartal für die Deutsche Post erneut sehr gut entwickelt. Dank des anhaltenden Online-Bestellbooms (insbesondere zur Weihnachtszeit), eines florierenden Welthandels und eines aktiven Kostenmanagements hat der Logistiker im vierten Quartal operativ mehr verdient und seinen Umsatz gesteigert. Im vierten Quartal stieg der Umsatz um 4,5 Prozent auf nun 16,11 Milliarden Euro. Laut Konzernangaben wurde der Umsatzzuwachs vor allem durch Verbesserungen im Post-, Paket-, Express- und Frachtgeschäft angetrieben. Das EBIT wuchs sogar noch etwas dynamischer um 6,3 Prozent auf nun 1,18 Milliarden Euro, was darauf schließen lässt, dass die Deutsche Post vor allem mit ihrem Kostenmanagement deutliche Fortschritte erzielt hat. Trotz der eigentlich guten Zahlen sind die Analysten nicht ganz zufrieden mit den heute vorgelegten Zahlen. Diese hatten mit einem Umsatz in Höhe von 16,49 Milliarden Euro und einem leicht höheren EBIT gerechnet. Netto hat der Logistiker die Erwartungen von Analysten mehr oder weniger getroffen. Abzüglich Steuern verdiente die Deutsche Post 837 Millionen Euro, wobei Analysten mit einem Nettoergebnis von 841 Millionen Euro gerechnet hatten.

Deutsche Post sieht sich auf gutem Weg

Im Gesamtjahr ist die Deutsche Post sogar leicht an den eigenen Erwartungen vorbei geschrammt, wenngleich sich die Enttäuschung diesbezüglich in Grenzen halten dürfte. Im Gesamtjahr lag das EBIT bei 3,74 Milliarden Euro und somit wirklich äußerst knapp unter dem anvisierten Ziel von 3,75 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahr ist es dennoch eine deutliche Steigerung von mehr als sieben Prozent. Bei der Deutschen Post gibt man sich zufrieden angesichts der heute vorgelegten Zahlen und sieht sich auf einem guten Weg. CEO Frank Appel: "Dank einer erfolgreichen Geschäftsentwicklung in allen vier Divisionen, insbesondere im Ausland, hat unser Konzern ein weiteres sehr gutes Jahr verzeichnet. Auch auf dem Weg zur Erreichung unserer strategischen und finanziellen Ziele für 2020 haben wir 2017 entscheidende Fortschritte gemacht.“ Bis 2020 will der DAX-Konzern ein EBIT von mindestens 5,0 Milliarden Euro erreichen.

EBIT soll 2018 deutlich zulegen

Einen weiteren Schritt in diese Richtung will der DAX-Konzern bereits im laufenden Geschäftsjahr machen. Bis Jahresende soll das EBIT auf mindestens 4,15 Milliarden Euro steigen. Für die Erreichung der ambitionierten Ziele sieht sich Frank Appel durchaus gewappnet und den Konzern bestens aufgestellt: „Mit unserem internationalen Fokus und unserer konsequenten Ausrichtung auf den dynamischen E-Commerce Markt haben wir frühzeitig die richtigen Maßnahmen ergriffen und sind heute besser denn je für zukünftiges Wachstum aufgestellt. Gleichzeitig nutzen wir in allen vier Divisionen zunehmend die sich bietenden Chancen der Digitalisierung und erweitern damit unser starkes Fundament für eine erfolgreiche Zukunft", so der Post-Chef. Am Erfolg teilhaben sollen auch die Aktionäre. So soll auf der nächsten Hauptversammlung eine Erhöhung der Dividende um 9,5 Prozent auf dann 1,15 Euro vorgeschlagen werden.

Aktie nur kurzfristig unter Druck?

2017 war für Aktionäre der Deutschen Post insgesamt erneut sehr erfreulich. Die Aktie stieg beinahe kontinuierlich im Jahresverlauf steil nach oben und erreichte bei 40,88 im Januar dieses Jahres sogar ein neues Hoch. Seitdem scheint jedoch etwas die Luft raus zu sein und die Aktie geriet spürbar unter Abgabedruck. Aus fundamentaler Sicht wurde die Aktie zuletzt durch drohende Warnstreiks nach gescheiterten Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi belastet. Zudem gab es zuletzt immer wieder Probleme in der Logistiksparte die offenbar kurzfristig nicht gelöst werden konnten. Aus technischer Sicht scheint die Aktie im Zuge der jüngsten Rücksetzer – zumindest kurzfristig – ebenfalls leicht angeschlagen. Trotzdem halten die meisten Analysten an ihrer grundsätzlich positiven Einschätzung fest. Von aktuell 23 Analysten welche sich jüngst mit der Deutschen Post beschäftigt haben, empfehlen aktuell gleich 15 die Aktie zum „Kauf“. Demgegenüber stehen derzeit nur zwei „Verkaufsempfehlungen“.
 
Erstellt am 07.03.2018 um 08:42 Uhr
Veröffentlicht am 07.03.2018 um 08:50 Uhr
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