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Modekonzern will weiter wachsen · 08.03.2018 08:41 Uhr

Hugo Boss: Gewinn gesteigert, Umsatz stagniert

Shop window and entrance of a Hugo Boss shop in Milan, Italy.
Quelle: Casimiro PT/Shutterstock
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Solide. Mehr ist es nicht was Hugo Boss heute seinen Anlegern an Zahlen präsentiert. Wer auf einen kleinen Überraschungscoup des Modeherstellers hoffte, sieht sich enttäuscht. Die Enttäuschung könnte sich jedoch im laufenden Jahr legen.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
 
Es ist nicht wirklich schlecht, was Hugo Boss seinen Anlegern präsentiert, doch wirklich gut ist es eben auch nicht. Zuerst das Positive: Trotz eines eher schwachen Schlussquartals konnte Hugo Boss sein Nettoergebnis um fast 20 Prozent, auf nun 231 Millionen Euro, steigern. Das ist insofern durchaus beachtlich, da die Gewinne vor allem im Weihnachtsquartal empfindlich einbrachen und um fast 30 Prozent zurückgingen. Beachtlich ist dieser Gewinn auch insofern, als dass der Umsatz nicht wirklich mithalten kann, womit wir auch schon beim Negativen wären: Der Umsatz stieg 2017 nur leicht, um ein Prozent, auf 2,73 Milliarden Euro. Währungsbereinigt betrug das Wachstum immerhin knapp drei Prozent. Auch das EBITDA fiel zuletzt nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr aus und lag somit bei 491 Millionen Euro. „Wir haben 2017 erreicht, was wir uns vorgenommen hatten“, sagt Mark Langer, Vorstandsvorsitzender der Hugo Boss AG. Viele Analysten sehen das jedoch etwas anders. Ihre Erwartungen wurden mitunter deutlich verfehlt.

2018 will man weiter wachsen

Für das laufende Jahr gibt man sich bei Hugo Boss optimistisch: „In diesem Jahr wollen wir unser Wachstumstempo erhöhen. […] Unsere strategische Neuausrichtung greift. Damit sind wir auf dem richtigen Weg zu nachhaltigem und profitablem Wachstum“, so CEO Mark Langer. Über alle Geschäftsfelder und Regionen hinweg, erwartet Hugo Boss ein Umsatzwachstum im niedrigen bis einstelligen Prozentbereich. Allein der traditionelle Einzelhandel soll im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen und somit wesentlich zu den selbst gesteckten Zielen beitragen. Allerdings sind die Wachstumspläne bei Hugo Boss nicht ganz billig und könnten nach eigenen Erwartungen das EBITDA eventuell sogar ins Minus drücken. Für das laufende Jahr rechnet der Modekonzern mit einem operativen Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen im Bereich von minus 2 bis plus zwei Prozent. Bei Hugo Boss heißt es hierzu: „Weitere Investitionen in zukünftiges Wachstum, vor allem in die digitale Transformation des Geschäftsmodells, und negative Währungseinflüsse werden dabei den positiven Effekt aus dem erwarteten Umsatzanstieg in etwa ausgleichen.“ Den Konzern weiterhin auf Wachstum trimmen soll der aktuelle CEO Mark Langer. Wie der Modekonzern gestern mitteilte wurde der Vertrag des amtierenden Vorstandsvorsitzenden um weitere drei Jahre verlängert.

Aufwärtstrend etabliert?

Das Gröbste scheint ausgestanden. Von den Kursturbulenzen zu Beginn des Jahres 2016 konnte sich die Aktie von Hugo Boss wieder spürbar erholen. Zwar ist es noch einer sehr weiter Weg hinauf zu alten Höhen, doch zumindest aus charttechnischer Sicht, scheint sich mittlerweile wieder ein halbwegs solider Aufwärtstrend zu etablieren.
 
Erstellt am 08.03.2018 um 08:35 Uhr
Veröffentlicht am 08.03.2018 um 08:42 Uhr
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