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Gastbeitrag von Ellwanger & Geiger · 08.03.2018 14:13 Uhr

Verunsicherte Finanzmärkte

President Donald Trump disembarks Air Force One in Ronkonkoma
Quelle: Michael Candelori/Shutterstock
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Die (Wirtschafts-) Politik bestimmt in diesen Tagen – mal wieder – das Geschehen an den Finanzmärkten. Noch bleiben die Finanzmärkte halbwegs gelassen, doch die Verunsicherung nimmt spürbar zu.

-zum Autor: Michael Beck ist Leiter Asset Management bei Ellwanger & Geiger-
 
Das Erschrecken war groß. Nach dem Paukenschlag der Ankündigung von Strafzöllen durch den 45. US-Präsidenten Trump und vielfältig angedrohter Vergeltungsmaßnahmen von Wirtschaftsnationen rund um die Welt, die die Angst vor einem weltweiten Handelskrieg schürten, belastete der Ausgang der Parlamentswahlen in Italien das Marktsentiment in Europa. Ein unerwartet deutlicher Rechtsruck mit höher als erwartet ausgefallenen Stimmenzuwächsen der populistischen Parteien der 5-Sterne-Bewegung und des Lega-Bündnisses verunsichert das politische Europa. Eine Regierungsbildung scheint auf den ersten Blick kaum möglich, was eine sehr lange andauernde Hängepartie in Italien erwarten lässt. Dabei hat das Land beileibe wenig Zeit, um Reformen umzusetzen, die die überaus hohe Staatsverschuldung und (Jugend-)Arbeitslosigkeit bekämpfen helfen.

Trumps Ritt durch den Porzellanladen

Währenddessen scheint Trump im Alleingang mit seinem Handelsminister gegen den Widerstand vieler Parteigenossen und weiter Teile der US-Wirtschaft seinen Ritt durch den Porzellanladen des Welthandels durchzuziehen. Auch der Rücktritt seines Wirtschaftsberaters Cohn scheint ihn nicht zu kümmern und von seinem Weg abzubringen. Eher neue Drohungen sind die Folge. So sieht es also aus, wenn für ihr Amt offensichtlich zu alte und aus der Zeit gefallene Männer beratungsresistent und ohne Sachverstand nicht mehr zeitgemäße Rezepte anwenden. Man kann nur hoffen, dass Trump dieses Verhalten in Kürze nicht auch im militärischen Bereich zeigt.

Verunsicherung bleibt uns erhalten

Dem deutschen Leitindex DAX konnte in diesem Umfeld zunächst auch das positive Mitgliedervotum der SPD-Mitglieder zur Bildung einer neuen Großen Koalition nicht helfen, was der vorbörsliche Sturz am Montag auf 11.725 Punkte verdeutlichte. Im Laufe der Handelssitzung kam es allerdings zu einer Wiederauferstehung des Dax. Der Index stieg am Ende sogar deutlich über die 12.000-Punkte-Marke, deren Verteidigung manch Marktteilnehmer eine wichtige psychologische Rolle beimisst, die jedoch schwer zu bewerkstelligen sein wird. Die allgemeine Verunsicherung wird uns wohl noch eine ganze Weile erhalten bleiben.
 
Erhalten am 07.03.2018 um 14:14 Uhr
Veröffentlicht am 08.03.2018 um 14:15 Uhr
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