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Geschäftsjahr 2017 · 08.03.2018 10:11 Uhr

Merck: Rekord-Konzernergebnis dank US-Steuerreform

Merck-Schild vor einem Bürogebäude
Quelle: Atmosphere1/Shutterstock
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2017 war ein solides Jahr für Merck: Der Konzern konnte Umsatz und operatives Ergebnis leicht steigern, auch dank gut laufender Geschäfte in den Bereichen Healthcare und Life Sciences. Das Geschäft mit Flüssigkristallen belastet jedoch.

- von Vanessa Helpert, Börse Stuttgart News Redaktion -
 
Merck hat seine Ziele im Geschäftsjahr 2017 erreicht: Der Umsatz des Darmstädter Wissenschafts- und Technologiekonzerns stieg um zwei Prozent auf 15,3 Mrd Euro (2016: 15 Mrd Euro) an. Das operative Ergebnis (Ebitda) betrug 2,5 Mrd. Euro – ein Anstieg von knapp zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Durch negative Währungseffekte wurde hingegen das um Sondereffekte bereinigte Ebitda (Ebitda pre) belastet und ging um -1,7 Prozent  auf 4,4 Mrd Euro zurück. Das Ergebnis je Aktie reduzierte sich um -0,8 Prozent auf 6,16 Euro. Dennoch soll der Dividendenvorschlag für die Hauptversammlung im April bei 1,25 Cent pro Aktie (+5 Cent) liegen. Alles in allem liegen Umsatz, bereinigtes Ergebnis und Ergebnis je Aktie innerhalb der von Merck gesetzten Zielkorridore für 2017.
Besonders profitierte Merck auch im vergangenen Geschäftsjahr durch die US-Steuerreform. Diese brachte einen außerordentlichen Ertrag in Höhe von 906 Mio Euro. Das Konzernergebnis  2017 stieg damit um fast 60 Prozent auf eine Rekordhöhe von 2,6 Mrd. Euro (2016: 1,6 Mrd. Euro).

Organisches Wachstum durch Healthcare und Life Sciences

Zu dem leichten Umsatzwachstum trugen vor allem die Unternehmensbereiche Healthcare und Life Science bei. Der Unternehmensbereich Healthcare, worunter u. a. Medikamente zur Behandlung von Multipler Sklerose fallen, erzielte im Gesamtjahr 2017 ein organisches Umsatzwachstum von 4,7  Prozent. Insgesamt wuchs der Umsatz in diesem Geschäftsbereich um 2,1 Prozent auf 7,0 Mrd. Euro. Auch das Consumer-Health-Geschäft lief gut: Hier wurde sogar ein Wachstum von insgesamt 7,6 Prozent erzielt.
Im Bereich Life Science stieg das organische Umsatzwachstum um 5,3 Prozent, die Umsatzerlöse um 4 Prozent auf knapp 6 Mrd Euro. Dieser Geschäftsbereich umfasst unter anderem Produkte und Dienstleistungen zur Arzneimittelherstellung oder Produkten für klinische und diagnostische Prüflabore sowie die Lebensmittelindustrie.

Geschäft mit Flüssigkristallen bremst

Weniger positiv sieht es beim Geschäft mit Flüssigkristallen aus. Die Geschäftseinheit Display Materials, die bei Merck zum Bereich Performance Materials gehört, verzeichnete organisch rückläufige Umsatzerlöse. Merck blieb zwar weiterhin Marktführer im hochprofitablen Geschäft mit Flüssigkristallen, hat jedoch mit verschärftem Wettbewerb zu kämpfen. Die Folge: Marktanteilsverluste und wachsender Preisdruck. In der gesamten Unternehmenssparte ging das bereinigte Ebitda um elf Prozent auf 980 Millionen Euro zurück.

Moderate Aussichten für 2018

Der 1668 aus einer Apotheke hervorgegangene Dax-Konzern feiert im Mai 350. Jubiläum. Für das Geschäftsjahr 2018 erwartet Merck ein moderates Umsatzwachstum, jedoch einen leichten Rückgang beim um Sondereffekte bereinigten Ebitda, unter anderem bedingt durch einen negativen Währungseffekt von vier bis sechs Prozent.
Es ist vor allem der Ausblick, der enttäuscht: Die Aktie von Merck brach im frühen Handel um knapp 2 Prozent ein.
Verfasst am 08.03.2018 um 09:15 Uhr
Veröffentlicht am 08.03.2018 um 10:11 Uhr.