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Versorgeraktien weiter gefragt · 13.03.2018 09:41 Uhr

Eon und RWE zurück in der Gewinnzone

Luftaufnahme des Atomkraftwerks Prins Clauscentrale
Quelle: Aerovista Luchtfotografie/Shutterstock
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Zum Wochenstart der überraschende Mega-Deal, jetzt die Vorlage der Jahreszahlen - Eon und RWE bleiben im Rampenlicht und sind an der Börse weiterhin gefragt.

-Von Cornelia Frey, Börse Stuttgart TV Newsredaktion-
Deutschlands größter Stromproduzent ist nach zwei Jahren mit hohen Verlusten 2017 wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Unter dem Strich konnte RWE ein Nettoergebnis von 1,9 Milliarden Euro erzielen, im Vorjahr betrug der Verlust noch 5,7 Milliarden Euro. Die Konkurrenz durch alternative Energien wie Wind- und Solarenergie hatte RWE in den vergangenen Jahren zugesetzt und so mussten hohe Abschreibungen auf Kraftwerke vorgenommen werden.
Nun hat sich die Schuldenlage aber entspannt – die Nettoschulden verringerten sich 2017 um elf Prozent auf 20,2 Milliarden Euro. Dazu trugen insbesondere die Abspaltung von Innogy und die Rückerstattung der Atomsteuer, die der Bund zu Unrecht erhalten hatte, bei. Auch operativ lief es besser. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stieg gegenüber dem Vorjahr um sieben Prozent auf 5,7 Milliarden Euro.

Gute Zeiten für RWE-Aktionäre

Für Aktionäre ist die Dürrephase vorbei: Nachdem sie zwei Jahre auf Dividende verzichten mussten, schüttet RWE nun 1,50 Euro je Aktie aus. Der Betrag setzt sich aus der regulären Dividende in Höhe von 50 Cent und einer Sonderdividende in Höhe von einem Euro zusammen, mit der der DAX-Konzern die Anleger an der Rückerstattung der Brennelementesteuer teilhaben lässt. Für 2018 ist geplant, die reguläre Dividende auf 0,70 zu erhöhen.

E.ON will Dividende erhöhen – 5.000 Arbeitsplätze in Gefahr

Der Energieversorger Eon hat überraschend die Veröffentlichung seiner Jahreszahlen vorgezogen und am Montagabend bereits geliefert. Wie RWE gelang auch Eon die Rückkehr in die schwarzen Zahlen. Nach einem Milliardenverlust aufgrund hoher Abschreibungen im Vorjahr, betrug der Überschuss 2017 wieder 1,4 Milliarden Euro.
Gute Nachrichten gibt es für die Aktionäre: Die Ausschüttung soll 2017 wie erwartet bei 30 Cent liegen und im laufenden Jahr um 40 Prozent auf 43 Cent ansteigen.
Schlechte Nachrichten wurden indes für die Mitarbeiter verkündet: 5.000 der insgesamt 70.000 Stellen des Konzerns sollen wegfallen. Erst im kommenden Jahrzehnt soll wieder Personal eingestellt werden. Eon rechnet durch die Übernahme von Innogy mit jährlichen Synergien von 600 bis 800 Millionen Euro an, die ab 2022 realisiert werden sollen.

Aktien legen weiter zu

Am Dienstag können die Aktien von Eon und RWE weiter zulegen und verbuchen Kursaufschläge von rund vier bzw. von knapp drei Prozent. Die Neuordnung in der Energiebranche hatte bereits zum Wochenstart die Kurse kräftig angeschoben.
 
Erstellt am 13.03.2018 um 09:35 Uhr
Veröffentlicht am 13.03.2018 um 09:40 Uhr
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