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Weiteres Rekordjahr bei VW · 13.03.2018 11:33 Uhr

Dieselskandal – Wen interessiert’s?

VW-Logo auf einem Kühlergrill
Quelle: r.classen/Shutterstock
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Als wäre nichts gewesen: Die Schlagzeilen der vergangenen Monate scheinen VW nicht zu treffen. Weder der Dieselskandal noch Affentests konnten den Wolfsburgern die Zahlen vermiesen. VW-Fahrzeuge sind, global betrachtet, so gefragt wie nie.

-von Vanessa Helpert, Börse Stuttgart News Redaktion-
VW glänzt wieder mit neuen Rekordzahlen: In 2017 hat sich der Gewinn im Vergleich zum Vorjahr auf 11,4 Milliarden Euro verdoppelt – so viel konnte der Konzern selbst vor der 2015 bekannt gewordenen Abgasaffäre nicht einfahren.  Das operative Ergebnis kletterte sogar auf ein Rekordniveau von 13,8 Milliarden Euro - rund sieben Milliarden mehr als im Vorjahr. Diese positive Bilanz wurde Ende Februar bereits angekündigt und heute Jahrespressekonferenz bestätigt.

Gewinnanstieg bei allen Kernmarken

Besonders deutlich fällt der Gewinnanstieg bei der Kernmarke VW aus. Hier kletterte das operative Ergebnis auf 3,3 Milliarden Euro, eine Steigerung von rund 77 Prozent. Dieser Anstieg ist auf Kostensenkungen und starke Verkäufe im größten Automarkt China zurückzuführen. Aber auch das LKW-Geschäft lief wegen der zunehmend besseren Branchenlange rund. Bei allen Kernmarken konnte VW einen Gewinnanstieg verbuchen.
Auch beim Konzernumsatz haben die Wolfsburger ein sattes Plus zu verzeichnen: mit 230,7 Milliarden Euro setzten sie über sechs Prozent mehr als in 2016 um. Kein Wunder, denn das Tagesgeschäft brummt:  Insgesamt wurden weltweit mehr als 10,74 Millionen Fahrzeuge verkauft. Volkswagen behält damit die Pole-Position unter den Automobilherstellern der Welt.

Ist die dicke Luft schon verflogen?

Es scheint, als wäre der „Dieselgate“ längst in Vergessenheit geraten. Dabei ist es noch nicht einmal zwei Jahre her, dass die Affäre um Software-Manipulationen Schlagzeilen machte. Bis heute kostete der Abgas-Skandal den Konzern über 20 Milliarden Euro. Die Jahresbilanzen 2015 und 2016 litten darunter. Doch spätestens mit der aktuellen Jahresbilanz hat VW gezeigt, dass der Gegenwind langfristig keinen Schaden anrichten konnte.
Zumindest, was den weltweiten Umsatz anbetrifft. Im Heimatmarkt stocken die Verkäufe hingegen: VW konnte in Deutschland im vergangenen Jahr 0,4 Prozent weniger Autos verkaufen. Damit dürfte nicht zuletzt die Angst der Deutschen vor möglichen Diesel-Fahrverboten zusammenhängen. Denn diese bremst vor allem die Käufe von Diesel-Fahrzeugen.
Selbst der jüngst bekannt gewordene Skandal um Abgastests mit Affen wird wohl allenfalls einen Image-Schaden, jedoch keine finanziellen Folgen für VW bewirken. Für 2018 rechnet der Konzern mit einem erneuten Umsatz- und Auslieferungsrekord. Die Umsatzerlöse des Konzerns und seiner Bereiche sollen bei bis zu 5 % über dem Vorjahreswert liegen.

LKW-Sparte bald an der Börse?

Die Aktie brach Ende Februar, als die vorläufigen Geschäftszahlen für das Gesamtjahr 2017 bekanntgegeben wurden, deutlich ein. In der Zwischenzeit hat sie sich wieder erholt. Heute bewegt sich das Papier seit dem frühen Handelstag im Plus.
Aus Börsensicht wird dieses Jahr auch die Entwicklung der Lastwagensparte von VW interessant. Anfang März berichtete das Handelsblatt, dass die Volkswagen Truck & Bus GmbH, zu der MAN und Scania gehört, zu einer Aktiengesellschaft umgewandelt werden soll – die Grundlage für einen Börsengang wäre damit geschaffen.
Verfasst am 13.03.2018 um 10:30 Uhr
Veröffentlicht am 13.03.2018 um 11:33 Uhr
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