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Rückversicherer hält Dividende stabil · 15.03.2018 09:05 Uhr

Trotz Katastrophenjahr: Munich RE gibt sich aktionärsfreundlich

Offices of Munich Re reinsurer in the financial district of Singapore
Quelle: photobyphm/Shutterstock
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Die Munich Re blickt wieder optimistisch in die Zukunft. Nachdem das „Katastrophen-Jahr“ 2017 nun endlich abgeschlossen ist, strebt der Rückversicherer im laufenden Geschäftsjahr wieder höhere Gewinnziele an.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
 
Die wesentlichen Eckdaten waren bereits bekannt. 2017 war für die Munich Re, wie für viele andere Versicherer auch, eines der teuersten in der Unternehmensgeschichte. Die Belastungen allein durch „Großschäden“ beliefen sich im vergangenen Jahr auf satte 4,3 Milliarden Euro. 2,7 Milliarden Euro entfielen dabei auf die drei Hurrikane „Harvey“, „Irma“ und „Maria“, die teilweise verheerende Schäden in der Karibik und an den Küsten der USA anrichteten. Das hiervon der weltgrößte Rückversicherer besonders betroffen war, liegt auf der Hand. Insofern verwundert es nicht weiter, dass die Munich Re im vergangenen Jahr einen Gewinneinbruch in Höhe von 375 Millionen Euro zu verkraften hatte.

Munich Re gibt sich weiter aktionärsfreundlich

Trotz des Millionenverlustes aus dem Vorjahr gibt man sich bei der Munich Re weiterhin sehr aktionärsfreundlich. So soll einerseits weiterhin an der vergleichsweise hohen Dividende von 8,60 Euro pro Anteilsschein festgehalten werden, andererseits plant der DAX-Konzern ein weiteres Aktienrückkaufprogramm aufzulegen. Insgesamt will der Rückversicherer Anteilsscheine im Gegenwert von bis zu einer Milliarde zurück kaufen. Das Programm soll bis zur Hauptversammlung 2019 abgeschlossen sein. Für das laufende Geschäftsjahr gibt man sich ebenfalls wieder optimistisch. Vorstandschef Joachim Wenning: „Munich Re ist wieder auf Wachstumskurs. Für 2018 streben wir einen Überschuss an, der etwas oberhalb des Gewinnziels des vergangenen Jahres liegt. ERGO setzt das Strategieprogramm Schritt für Schritt mit Erfolg um, und in der Rückversicherung erhalten unsere Wachstumsinitiativen zusätzlichen Rückenwind durch anziehende Preise. Wir investieren massiv in die Digitalisierung, gleichzeitig senken wir unsere Kosten.“ Konkret heißt das, dass die Munich Re ein Konzernergebnis im Bereich von 2,1 bis 2,5 Milliarden Euro anstrebt. Gegenüber dem Vorjahr wäre das ein leichter Anstieg gegenüber dem ursprünglichen Gewinnziel in Höhe von 2,0 bis 2,4 Milliarden Euro. Die Prognose sei jedoch insbesondere abhängig von der weltweiten Großschadenentwicklung, wie die Munich Re explizit bemerkt.

Die Dividende macht's

Für die Aktie des Rückversicherers lief es zuletzt nicht allzu gut. Auf Jahressicht steht derzeit ein mageres Plus von gerade einmal rund 0,4 Prozent zu Buche. Ein wenig Unterstützung kam zuletzt von Analystenseite: In dieser Woche empfahlen Barclays Capital und Goldman Sachs die Aktie zum Kauf. Goldman-Analyst Sami Taipalus bestätigte sein Kursziel von 215 Euro (+ 16 Prozent nach heutigem Stand) pro Anteilsschein. Für viele Anleger fast schon wichtiger als der eigentliche Kursverlauf der Aktie ist die noch immer vergleichsweise hohe Ausschüttungsquote der Munich Re. Eine geplante Dividende in Höhe von 8,60 Euro entspricht nach heutigem Stand einer Dividendenrendite von gut 4,6 Prozent. In den vergangenen zehn Jahren trugen allein die Ausschüttungen zu mehr als einem Drittel des gesamten Wertzuwachses der Aktie bei.
 
Verfasst am 15.03.2018 um 08:55 Uhr
Veröffentlicht am 15.03.2018 um 09:05 Uhr.
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