Nachrichten

Dritter Rekordgewinn in Folge · 15.03.2018 09:53 Uhr

Lufthansa fliegt bestes Ergebnis der Unternehmensgeschichte ein

Lufthansa
Quelle: Lufthansa
Beitrag teilen
Es ist das beste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte: Nach der Air Berlin-Pleite konnte die Deutsche Lufthansa im vergangenen Geschäftsjahr ihren Umsatz kräftig steigern. Die Aussichten für 2018 sind nicht mehr ganz so positiv.

- von Vanessa Helpert, Börse Stuttgart News Redaktion -
Der Modernisierungskurs bei der Lufthansa zeigt Wirkung: Im vergangenen Geschäftsjahr setzte der Konzern 35,6 Milliarden Euro um und damit 12,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Adjusted EBIT) stieg um knapp 70 Prozent auf 2,97 Milliarden Euro bei einer Marge von 8,4 Prozent. Zu diesem positiven Ergebnis trugen insbesondere die Netzwerk-Airlines Lufthansa, SWISS und Austrian Airlines bei: Diese haben ihr Ergebnis um fast 50 Prozent auf rund 2,3 Milliarden Euro gesteigert.
Hinter dem enormen Anstieg des EBIT steckt allerdings ein positiver Einmaleffekt aus dem Tarifabschluss mit der Vereinigung Cockpit. Der Pilotenstreik letztes Jahr galt als der härteste in der Geschichte der Lufthansa. Im Dezember wurde schließlich ein umfassender Konzern-Tarifvertrag bei der Lufthansa gebilligt. Das ausgehandelte Gesamtpaket umfasst mehrere Tarifverträge und regelt wesentliche Bestandteile der Arbeits-, Vergütungs- und Rentenbedingungen neu.

Hohe Kosten durch Air Berlin-Übernahme

Die Lufthansa verzeichnete im letzten Jahr eine bessere Auslastung, die wiederum höhere passagierabhängige Kosten mit sich brachte. Außerdem fielen Kompensationskosten für die Flugausfälle bei der Air Berlin an. Diese Sondereffekte herausgerechnet, konnten die Kosten pro Passagier trotzdem um 1,8 Prozent reduziert werden.
Die Investitionssumme betrug im letzten Jahr insgesamt rund drei Milliarden Euro, alleine 900 Millionen flossen davon in die Übernahme der Flugzeuge aus dem Air Berlin-Flugbetrieb.

Drittes Rekordjahr in Folge

Alles in allem konnte die Lufthansa von der Air Berlin-Pleite enorm profitieren. Für den Konzern war 2017 schon das dritte Rekordjahr in Folge. Und auch die Aktionäre können sich freuen: Die Dividende je Aktie soll um 60 Prozent auf 80 Cent erhöht werden und auf diesem Niveau in den kommenden Jahren mindestens stabil bleiben.
Die Aussichten für das laufende Geschäftsjahr sind nicht mehr ganz so sonnig: Die Stückkosten sollen zwar weiterhin leicht gesenkt werden und höhere Treibstoffkosten von rund 700 Millionen Euro durch eine bessere operative Entwicklung kompensiert werden. Das Ergebnis für das Gesamtjahr wird aber nicht mehr an den Rekordwert von 2017 herankommen. Sicher ist zumindest, dass Carsten Spohr auch die nächsten Jahre an der Spitze der Lufthansa bleiben wird. Sein Vertrag wurde bis 2023 verlängert.

Aktie leicht im Plus

Mit dem Geschäftsergebnis wurden die Erwartungen der Analysten leicht übertroffen: Sie rechneten mit einem bereinigten Ebit von 2,84 Milliarden Euro und einem Jahresumsatz von 35,5 Milliarden Euro.
Nach einem kräftigen Kursrutsch die Aktie am vergangenen Freitag wurde sie durch die jüngsten Geschäftszahlen im vorbörslichen Handel wieder deutlich angetrieben. Aktuell bewegt sich das Papier leicht im Plus.
In diesem Jahr ist die Lufthansa im Dax der bislang zweitschwächste Wert mit einem Verlust von derzeit rund 15 Prozent. Im vergangenen Jahr waren die Aktien mit einem Kursgewinn von 150 Prozent noch der unangefochtene Überflieger im deutschen Leitindex.
 
Verfasst am 15.03.2018 um 08:45 Uhr
Veröffentlicht am 15.03.2018 um 09:53 Uhr.
Bitte beachten Sie die rechtlichen Hinweise und Angaben zu möglichen Interessenkonflikten unter:
https://www.boerse-stuttgart.de/rechtliche-hinweise