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Charttechnische Analyse · 15.03.2018 10:00 Uhr

King Dollar

US-Dollar-Noten auf einem Chart
Quelle: Powerphotos/Shutterstock
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Larry Kudlow wird der neue Top-Wirtschaftsberater von US-Präsident Trump - so viel steht seit gestern fest. Relevant wird jetzt vor allem, welche Ansichten er zum US-Dollar vertritt.

- Gastbeitrag von Thu Lan Nguyen (Analyst FX & EM Research Commerzbank) -
USD: Gestern bestätigte das Weiße Haus, dass der CNBC-Fernsehmoderator Larry Kudlow die Nachfolge von Gary Cohn als Top-Wirtschaftsberater in US-Präsident Trumps Administration antreten wird. Kudlow ist wie Cohn kein klassischer Ökonom (er hat seinen Master in Volkswirtschaftslehre nie abgeschlossen). Sieht man sich seine Beiträge und Kommentare an, wird jedoch schnell klar, warum Trump ausgerechnet ihn gewählt hat. Kudlow ist nämlich ein Vertreter der so genannten Angebotspolitik, oder auch Trickle-down-Theorie, nach der Steuersenkungen als besonders positiv für das Wirtschaftswachstum bewertet werden. Tatsächlich ist er sogar eng verbandelt mit dem Ökonom Arthur Laffer, quasi dem Godfather der Angebotspolitik. Entsprechend euphorisch hatte sich Kudlow über Trumps Steuerreform gezeigt. Relevant für uns sind aber vor allem seine Ansichten zum US-Dollar. Und die sind überaus interessant, zumal er eine sehr starke Meinung zu dem Thema vertritt. So argumentierte er in einem Kommentar, den er u.a. gemeinsam mit Laffer vor wenigen Wochen schrieb, dass in Trumps Wirtschaftspolitik ein wichtiger Puzzlestein fehle: Ein starker Dollar. Kudlow zieht dabei u.a. Parallelen zum Reagan-Dollar, der unter dem früheren Präsidenten – zumindest zunächst – deutlich aufgewertet hatte (siehe Abb. 1). Dabei argumentiert er, dass eine schwache Währung keine Arbeitsplätze schaffen würde, sondern lediglich zu höherer Inflation führen würde, was letztlich wohlstandsschädigend sei. Er geht sogar weiter, und erklärt, dass das hohe Handelsdefizit der USA nicht mit einem schwachen Dollar bekämpft werden sollte, da es ein Resultat der expansiven Fiskalpolitik und der Deregulierungen der US-Administration sei und somit etwas Positives. Schließlich bedeute dies ja nichts anderes, als dass Kapital in die USA fließen würde – genau das, was Trump ja mit seiner „America is open for business“-Aussage bezwecken wollte. Inwieweit er bei Trump hiermit Gehör findet, ist noch unklar. Schließlich hatte sich der US-Präsident bisher eher für einen schwächeren Dollar ausgesprochen, obwohl seine Politikmaßnahmen tatsächlich, wie Kudlow richtigerweise erklärt, für einen starken Dollar sprechen. Doch vielleicht findet Kudlows Forderung nach einem so genannten „King Dollar“ doch noch Anklang beim US-Präsidenten…

Wie fällt die Prognose der Norges Bank aus?

NOK: Nachdem die norwegische Regierung vergangene Woche das Inflationsziel der No-tenbank von 2,5% auf 2% gesenkt hat, dürfte der Markt die heutige Sitzung der Norges Bank mit besonderem Interesse verfolgen. Denn es stellt sich natürlich die Frage, ob die Änderung die weitere Vorgehensweise der Notenbank beeinflussen wird, zumal die Inflation im Februar einen Sprung von 1,8% auf 2,2% gemacht hat und somit bereits leicht über dem neuen Inflationsziel liegt. Entsprechend spekulieren einige Marktteilnehmer darauf, dass die Norges Bank ihre Prognose für eine erste Zinserhöhung weiter nach vorne zieht, von Dezember auf September dieses Jahres, was zweifellos ein positives Signal für die norwegische Krone wäre. Auch wir glauben, dass sie ihren Zinspfad in dieser oder einer ihrer nächsten Sitzungen anheben wird und ein erster Zinsschritt im Herbst erfolgen wird. Allerdings hat das nichts mit der Änderung des Inflationsziels zu tun. Schließlich hatte die Norges Bank eine Zinserhöhung Ende dieses Jahres in Aussicht gestellt, obwohl sie gleichzeitig prognostizierte, dass die Inflation in den nächsten Jahren unter ihrem bisherigen Ziel von 2,5% verharren würde. Unsere Prognose, dass die Norges Bank sogar noch früher damit beginnen wird, ihre Zinsen zu normalisieren, basierte vielmehr auf unserem positiven Wachstumsausblick. Doch unabhängig davon, aus welchem Grund sie am Ende ihren Zinspfad erhöht, die NOK wird in jedem Fall profitieren.
CHF: Die SNB kann sich in ihrer heutigen geldpolitischen Lagebeurteilung zurücklehnen. Der starke Euro seit Frühjahr letzten Jahres hat EUR-CHF auf höhere Niveaus verholfen, mit denen sie nun weitaus besser leben kann. Der EUR-CHF-Kurs bleibt allerdings vor allem Spielball der Entwicklungen im Euroraum, auf die die SNB letztlich keinen Einfluss hat. So entspannt ist diese Position vielleicht dann auch wieder nicht.
Erhalten von der Commerzbank am 15.03.2018 um 09:01 Uhr.
Veröffentlicht durch Börse Stuttgart am 15.03.2018 um 10:00 Uhr.
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