Nachrichten

Selbst Warren Buffett ist überzeugt · 19.03.2018 09:00 Uhr

ETFs: Der Boom ist ungebrochen

ETF
Quelle: Carlos Amarillo / Shutterstock
Beitrag teilen
Das Geschäft mit Exchange Traded Funds brummt. Im vergangenen Jahr verzeichnete die weltweite ETF-Branche erneut Rekordzuflüsse. Das Rezept des Erfolgs: Die Produkte sind transparent, kostengünstig und jederzeit handelbar.

Zur ETF-Übersicht der Börse Stuttgart
Zum ETF-Finder der Börse Stuttgart
- von Vanessa Helpert, Börse Stuttgart News Redaktion -
Selbst Starinvestor Warren Buffett setzt mittlerweile auf sie: Exchange Traded Funds. Seit ihrer Einführung vor 18 Jahren werden die börsennotierten Indexfonds als eine wichtige Innovation betrachtet, denn sie sind kostengünstig, liquide und gut nachvollziehbar. Kein Wunder also, dass sie sich auch bei Privatanlegern großer Beliebtheit erfreuen – und ihr Aufschwung unvermindert anhält. 2017 wurde in Europa so viel Geld in ETFs investiert wie nie zuvor: Das verwaltete Vermögen erreichte zum Ende des Jahres einen neuen Rekordstand von 670 Milliarden Euro, so der Vermögensverwalter BlackRock. Alleine in Europa sammelten ETFs im vergangenen Jahr knapp 100 Milliarden Euro netto ein. Ihre organische Wachstumsrate ist mehr als doppelt so hoch wie die aktiv verwalteter Fonds. Rund zwei Drittel des verwalteten Vermögens entfällt übrigens auf Aktien-ETFs.
Auch die Orderbuchumsätze an der Börse Stuttgart belegen die Beliebtheit von ETFs als Anlageklasse: 2017 wurde im Handel mit ETFs ein Volumen von rund 9,5 Milliarden Euro umgesetzt. Seit 2015 – dem bisherigen Rekordjahr – liegen die Umsätze auf diesem hohen Niveau.

Die Vorteile sprechen für sich

Privatanleger haben die Vorteile dieser Produkte kennen und schätzen gelernt. Für ETFs spricht zunächst ihre hohe Transparenz: Sie bilden ihren jeweiligen Index eins zu eins ab, sodass die Wertentwicklungen für Anleger einfach nachzuvollziehen sind. Hinzu kommt der rechtliche Status als Sondervermögen: Anders als bei Zertifikaten, die Inhaberschuldverschreibungen sind, ist das eingesetzte Kapital bei ETFs geschützt. Anleger können sicher sein, dass sie im Falle einer Insolvenz des ETF-Emittenten ihr Geld aus dem Sondervermögen zurückerhalten. ETFs überzeugen aber auch durch ihre geringen Kosten. Schließlich fallen deutlich niedrigere Managementgebühren an als bei aktiv gemanagten Fonds, da ETFs den jeweiligen Bezugsindex passiv abbilden. ETFs sind ohne Ausgabeaufschläge an der Börse handelbar – Anleger entrichten wie bei jedem anderen Wertpapiergeschäft lediglich die Ordergebühren der Bank und das Transaktionsentgelt der Börse.
Nicht zuletzt bieten ETFs eine gute Möglichkeit zur Diversifizierung. Eine alte Börsenweisheit rät: „Nicht alle Eier in einen Korb legen“. Denn wer in viele verschiedene Wertpapiere und Anlageklassen investiert, kann Marktschwankungen besser ausgleichen, sein Verlustrisiko verringern und mehr Stabilität ins Depot bringen. Bei ETFs investieren Anleger durch eine einzelne Transaktion in ein Wertpapier, das einen kompletten Index mit vielen Einzelwerten abbildet. Somit ist von vornherein für eine gewisse Streuung sorgt. Das immer breiter gefächerte Angebot an ETFs ermöglicht es Anlegern zudem, auf unkomplizierte Weise direkt in verschiedene Märkte und Assetklassen zu investieren und Risiken so noch breiter zu streuen. ETFs eignen sich dabei sowohl für die langfristige Strukturierung des Portfolios, als auch für kurzfristige Reaktionen auf aktuelle Marktbewegungen und Trends.

Mehr als 1.100 Produkte verfügbar

Derzeit stehen Anlegern an der Börse Stuttgart über 1.100 ETFs zur Verfügung, mit denen sich in zahlreiche Anlageklassen, Regionen, Branchen und Strategien investieren lässt. Besonders beliebt sind Produkte auf Leitindizes wie den DAX, den EURO STOXX 50 oder den MSCI World. Aktuell stehen Anlegern in Stuttgart zum Beispiel über 150 verschiedene ETFs auf Indizes der STOXX-Familie und zusammen mehr als 30 ETFs auf die Indizes DAX, MDAX oder TecDAX zur Verfügung.
Neben ETFs auf bekannte Leitindizes sind auch sogenannte Smart-Beta-ETFs beliebt. Diese bilden für spezielle Strategien konzipierte Indizes ab. So fassen sie beispielsweise diejenigen Einzelwerte aus einem herkömmlichen Index zusammen, die eine besonders geringe Schwankungsbreite oder die höchsten Dividendenrenditen aufweisen. Dabei werden die Smart-Beta-Strategien kontinuierlich angewandt und beruhen auf festgelegten Regeln. Wichtig ist hier allerdings, dass Anleger genau hinsehen und nur die Produkte kaufen, die ihren Anlagezielen entsprechen und deren Strategien schlüssig, transparent und vor allem verständlich sind.

Nachhaltigkeit im Trend

Ein neuer Trend im ETF-Markt sind Nachhaltigkeits-ETFs. Mit diesen können Anleger beispielsweise in Unternehmen investieren, die unter ökologischen, sozialen und/oder ethischen Aspekten wirtschaften. Laut BlackRock vertrauten Anleger diesem Segment im vergangenen Jahr 5,2 Milliarden Dollar zusätzlich an – zuvor lag das Neugeschäft bei 2,4 Milliarden Dollar. Anleger setzten also zunehmend auf nachhaltige Anlagestrategien.
Angesichts des breiten Produktspektrums, des Schutzes als Sondervermögen und der geringen Verwaltungskosten lässt sich sagen: Wer mit ETFs ein diversifiziertes Basisportfolio zusammenstellt, ist mit Blick auf langfristige Risikostreuung auf dem richtigen Weg. Wer nachhaltig investieren will, kann zudem auf einen der zahlreichen Nachhaltigkeits-ETFs zurückgreifen. Und mit Blick auf das persönliche Anlageprofil stehen auch die für spezielle Strategien konzipierten Smart-Beta-ETFs als Ergänzung des Depots zur Verfügung. Unter dem Strich ist bei ETFs also für jeden Anleger etwas dabei.
Weitere Hintergrundinformationen zu ETFs in unserem 1x1 der ETFs.
Verfasst am 19.03.2018 um 08:30 Uhr
Veröffentlicht am 19.03.2018 um 9:00 Uhr.
Bitte beachten Sie die rechtlichen Hinweise und Angaben zu möglichen Interessenkonflikten unter: https://www.boerse-stuttgart.de/rechtliche-hinweise