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Marktbericht: update von 14:00 Uhr · 19.12.2017 14:00 Uhr

Export-Boom in Japan hält an - DAX im Minus

Handelsschiff in Japan
Quelle: VladSV / Shutterstock.com
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Neben den laufenden Debatten um den Welthandel sowie die Diskussionen um die bevorstehende Zinssitzung in den USA stehen zum Wochenauftakt auch Konjunkturdaten aus Japan im Fokus. Der DAX tendiert schwächer. Henkel hat Probleme.

NEWS AUS DEM HANDEL 2:38min, 19. März 2018, 10:32 Uhr
- Von Holger Scholze, Börse Stuttgart TV News Redaktion - 19.03.2018 -
Der japanische Exportmotor lief trotz der Neujahrsfeiern in China auch im Monat Februar rund. Im abgelaufenen Monat stiegen die Ausfuhren gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,8 Prozent auf 6,46 Billionen Yen (etwa 50 Milliarden Euro). Analysten hatten im Schnitt mit einem Zuwachs von 1,4 Prozent gerechnet. Damit stiegen die Exporte den 15. Monat in Folge. Die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt erzielte einen Handelsbilanzüberschuss von unbereinigt 3,4 Milliarden Yen. Bereinigt ergab sich dagegen ein Defizit von 201,5 Milliarden Yen. Wegen der Feierlichkeiten zum Neujahrsfest in China gingen die Ausfuhren Japans nach China allerdings um 9,7 Prozent zurück. Experten rechnen aber mit Nachholeffekten im März. China ist für Japan der größte Handelspartner.
Der DAX startete mit Abschlägen in die neue Handelswoche. Das deutsche Börsenbarometer notiert aktuell bei 12.289 Punkten mit 0,8 Prozent im Minus. Ein drohender weltweiter Handelskrieg dürfte zum Wochenbeginn auch an der Wall Street in New York auf die Stimmung drücken. Der Dow-Jones-Industrial wird zur Zeit niedriger taxiert.
Die EU und Deutschland wollen die von US-Präsident Donald Trump erlassenen Schutzzölle auf Stahl und Aluminium in letzter Minute abwenden. Sie sollen eigentlich am Freitag in Kraft treten. Zwischen Vertretern der EU und den USA sind aber für Dienstag und Mittwoch in den USA Gespräche hierüber geplant.
Auch auf dem G20-Gipfel in Argentinien stehen die Strafzölle auf der Agenda ganz oben. Die EU hatte bereits am vergangenen Freitag offiziell die Liste von US-Produkten veröffentlicht, die im Fall eines anhaltenden Handelskonflikts mit neuen EU-Zöllen belegt werden könnten.
Sollte sich Trump jedoch stur zeigen, dann könnten die Märkte deutlich stärker nachgeben, als sie das bislang getan hätten, meinen Analysten.
Schon in der vergangenen Woche war für die Anleger an der Wall Street nicht viel zu holen: Der Dow hatte um 1,5 Prozent nachgegeben. Der technologielastige Nasdaq 100 verlor 1,2 Prozent. Aktien von Facebook büßten vorbörslich 3,6 Prozent ein. Das soziale Netzwerk hat die Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica ausgesperrt. Diese und ihre Dachgesellschaft SCL haben laut Facebook entgegen früheren Zusicherungen bis 2015 gesammelte Informationen über Facebook-Nutzer nicht gelöscht. Cambridge Analytica soll der Trump-Kampagne entscheidend dabei geholfen haben, mit als Werbung geschalteten gezielten Botschaften bei Facebook seine Anhänger zu mobilisieren und zugleich potenzielle Wähler der Gegenkandidatin Hillary Clinton vom Urnengang abzubringen. Apple geben vorbörslich um 0,44 Prozent nach. Die Nachfrage nach dem iPhone scheine sich auch 2018 nicht zu verbessern, schrieb Analyst Jeffrey Kvaal von Nomura auf Basis eigener Erhebungen. Der Experte reduzierte seine Absatzschätzung, die nun unter der durchschnittlichen Markterwartung liege.

Henkel bildet Schlusslicht im DAX

Ein verhaltener Ausblick des Konsumgüterkonzerns Henkel für das erste Quartal 2018 hat heute viele Anleger verschreckt. Nachdem das Management Umsatzrückgänge im Geschäft mit Wasch- und Reinigungsmitteln (Laundry & Home Care) sowie mit Kosmetikprodukten (Beauty Care) angekündigt hatte, gingen die Vorzugsaktien auf Talfahrt.
Bisher gaben die Henkel-Papiere als Schlusslicht im DAX um 3,3 Prozent auf 106,75 Euro nach. Zeitweise lagen sie bei 104,20 Euro und damit auf den tiefsten Stand seit Mitte Februar. Seit ihrem Rekordhoch im Juni 2017 bei 129,90 Euro tun sich die Anteilsscheine im Vergleich zum Durchschnitt der Unternehmen im deutschen Leitindex schwer.
Während Henkel seither fast zwanzig Prozent eingebüßt hat, sank der DAX im selben Zeitraum gerade einmal um etwas mehr als vier Prozent.

Talanx will Dividende anheben

Der Versicherungskonzern Talanx will seine Aktionäre nach dem Hurrikan-Jahr 2017 mit einer erhöhten Dividende erfreuen. Zwar brach der Überschuss angesichts der immensen Katastrophenschäden um über ein Viertel auf 672 Millionen Euro ein. Ein Ergebnis dieser Größenordnung hatte Talanx aber schon im Februar in Aussicht gestellt. Nun sollen die Aktionäre je Anteilsschein eine Ausschüttung von 1,40 Euro erhalten, fünf Cent mehr als ein Jahr zuvor und mehr als im Schnitt von Analysten erwartet.
Für 2018 peilt Vorstandschef Herbert Haas weiterhin einen Überschuss von 850 Millionen Euro an. Analysten gehen bereits von knapp 890 Millionen aus. Haas gibt den Chefposten im Mai an seinen Vorstandskollegen Torsten Leue ab und soll dann selbst an die Spitze des Aufsichtsrats wechseln.
Hauptnutznießer der Dividende ist der Haftpflichtverband der Deutschen Industrie (HDI), ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, dem rund 79 Prozent der Talanx-Aktien gehören. Talanx selbst wiederum ist Haupteigner des weltweit drittgrößten Rückversicherers Hannover Rück. Die Aktien kletterten heute um drei Prozent auf 36,15 Euro.
Erstellt am 19.03.2018, um 9:15 Uhr. Zuletzt aktualisiert am 19.03.2018, um 14:00 Uhr. Bitte beachten Sie die rechtlichen Hinweise und Angaben zu möglichen Interessenkonflikten unter: https://www.boerse-stuttgart.de/rechtliche-hinweise