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Cloudgeschäft enttäuscht · 20.03.2018 08:52 Uhr

Oracle: Dunkle Wolken am Horizont?

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Quelle: christitzeimaging.com/Shutterstock
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Das hat den Anlegern überhaupt nicht gefallen. Nach Vorlage der Zahlen rutscht die Oracle-Aktie gestern nachbörslich empfindlich ab. Für enttäuschte Gesichter sorgte insbesondere die nachlassende Dynamik im Cloud-Geschäft.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
 
Eigentlich lesen sich die Zahlen von Oracle für das dritte Quartal gar nicht so schlecht. So stiegen die Einnahmen durch das Cloud-Geschäft im dritten Quartal um satte 32 Prozent auf nun mittlerweile 1,57 Milliarden US-Dollar. Somit wurde sogar gleichzeitig – die zugegebenermaßen gedämpfte – Prognose getroffen. Doch das reicht Anlegern und Analysten offenbar nicht. Diese hatten jeweils mit deutlich höheren Einnahmen gerechnet, vor allem da Oracle zuletzt massiv in den Ausbau des Cloud-Geschäfts investierte. Zudem orientierten sich Anlegern offenbar auch ein wenig an der Konkurrenz: Microsoft und Salesforce konnten im Cloud-Geschäft zuletzt deutlich zulegen und höhere Gewinne einfahren. Oracle gelingt das (noch) nicht in dem Ausmaß wie von Anlegern erhofft. Das Problem: Im Gegensatz zu vielen Konkurrenten ist Oracle vergleichsweise spät in das Cloud-Geschäft eingestiegen. Insofern ist es dringend notwendig wieder etwas Boden gut zu machen.

Ausblick wird zur Belastung

Als zusätzliche Belastung erwies sich der Ausblick. Zwar rechnet Oracle auch im vierten Quartal mit weiter wachsenden Umsätzen, doch offenbar rechnet man mit einer weiter nachlassenden Dynamik im so margenträchtigen Geschäft. Bislang ging Oracle von Zuwächsen in Höhe von mindestens 23 Prozent aus, nun wurde die Prognose leicht nach unten revidiert und so rechnet der Softwarekonzern mittlerweile mit einem Wachstum in Höhe von 19 bis 23 Prozent. Als wäre dies alles nicht schon genug, leidet Oracle auch noch unter der US-Steuerreform. Diese führte zu einer Sonderbelastung in Höhe von 6,9 Milliarden US-Dollar und somit gleichzeitig dazu, dass der Konzern unter dem Strich einen Nettoverlust in Höhe von 4,02 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 98 Cent pro Anteilsschein ausweisen muss. Bereinigt lag der Gewinn pro Aktie immerhin bei 83 Cent und somit sogar leicht über den Erwartungen von Analysten. Das war es nun allerdings auch schon wieder mit den guten Nachrichten, denn das Umsatzwachstum konnte den Erwartungen ebenfalls nicht standhalten. Zwar legte diese ebenfalls um sechs Prozent, auf nun 9,77 Milliarden US-Dollar zu, doch erneut hatten Analysten mit etwas mehr gerechnet.

Aktie rutscht empfindlich ab

Bei Anlegern und Analysten kam das Zahlenwerk überhaupt nicht gut an und die Aktie rutscht nachbörslich um bis zu sieben Prozent ab. Offenbar haben einige Anleger gehofft, dass Oracle tatsächlich die Trendwende geschafft haben könnte und sehen sich nun bitter enttäuscht. Bereits auf Jahressicht präsentierte sich die Oracle-Aktie zuletzt äußerst volatil, was sich vor allem in teilweise drastischen Ausschlägen widerspiegelte. Vor allem seit ihrem Jahreshoch von Ende Juni des vergangenen Jahres folgt die Aktie eine sehr starken „Zick-Zack-Bewegung“. Stand heute sieht es so aus, als würde daran erstmal nichts weiter ändern…
 
Verfasst am 20.03.2018 um 08:45 Uhr
Veröffentlicht am 20.03.2018 um 08:52 Uhr.
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