Nachrichten

Macron überzeugt in der TV-Debatte · 21. März 2017

Frankreich hat die Wahl

Wahl in Frankreich
Quelle: Shutterstock
Mit der ersten TV-Debatte der fünf aussichtsreichsten Kandidaten ist Frankreichs Präsidentschaftswahlkampf in die heiße Phase gestartet. In den hitzigen Debatten unter anderem über den Islam und Zuwanderung stand Le Pen im Fokus.

Nach den Wahlen ist vor den Wahlen. Kaum ist die Parlamentswahl in Holland vorbei, richtet sich der Blick der Anleger auf die anstehenden Präsidentschaftswahlen in Frankreich. Am Montagabend standen sich die fünf aussichtsreichsten Kandidaten erstmals in einer Fernsehdebatte gegenüber. Insbesondere der unabhängige Bewerber Emmanuel Macron und der Rechtspopulistin Marine Le Pen lieferten sich ein heißes Wortgefecht.

Le Pen will den EU-Austritt

Dabei gehen die Positionen der beiden weit auseinander. Die Rechtspopulistin setzt auf Protektionismus und will ein Referendum über den EU-Austritt. Sie wolle nicht „Vizepräsidentin von Angela Merkel sein“, so Le Pen in der TV-Debatte. Macron tritt dagegen für einen proeuropäischen, sozialliberalen Kurs an. Der von Ermittlungen zum Verdacht einer Scheinbeschäftigung angeschlagene Konservative François Fillon will weitgehende Wirtschaftsreformen und einen klaren Sparkurs.
Gut einen Monat vor dem ersten Wahlgang am 23. April gelten Le Pen und Macron als klare Favoriten für den Einzug in die Stichwahl. Die Umfragen sagen Macron dafür derzeit einen klaren Sieg gegen Le Pen voraus, allerdings ist die Entscheidung vieler Wähler noch unsicher. Fillon liegt in den Umfragen derzeit abgeschlagen auf dem dritten Platz.

Solides Wirtschaftswachstum erwartet

Das Wirtschaftswachstum in Frankreich wird nach Einschätzung der Statistikbehörde Insee solide bleiben und in etwa auf dem Niveau der europäischen Nachbarländern liegen. In den vergangenen drei Jahren hinkte die französische Wirtschaftsentwicklung der Eurozone hinterher. Die französische Regierung geht von einem Wachstum für 2017 von 1,5 Prozent aus und die französische Notenbank von 1,3 Prozent. Im Jahr 2016 hatte die Wirtschaftsleistung noch um 1,1 Prozent zugelegt.

Anleger sorgen sich vor Le Pen-Sieg

Die Befürchtungen, dass Le Pen tatsächlich die Stichwahl gewinnt, haben die Renditen französischer Staatsanleihen in den letzten Wochen nach oben getrieben. Dabei stiegen die Risikoaufschläge beispielsweise gegenüber den als sehr sicher geltenden deutschen Staatsanleihen deutlich an. Nach der TV-Debatte verringert sich die Renditedifferenz zwischen Bundesanleihen und französischen Staatsanleihen wieder etwas.
Das französische Aktienbarometer, der CAC 40, konnte in den vergangen Wochen weiter zulegen. Auf Jahressicht beträgt das Plus rund 12 Prozent. Zuletzt konnte er wichtige Widerstände überwinden, so dass aus Sicht von Charttechnikern weiter Luft nach oben wäre.
CF