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Marktbericht: update von 17:00 Uhr · 21.12.2017 17:00 Uhr

Spannung vor dem Fed-Entscheid - DAX kaum verändert

Federal Reserve
Quelle: Orhan Cam / Shutterstock.com
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Der heutige Börsentag steht ganz im Zeichen des Zinsentscheids der US-Notenbank. Deren neuer Chef Jerome Powell wird am Abend die aktuellen Ergebnisse der Sitzung bekannt geben. Der DAX zeigt sich wenig verändert.

NEWS AUS DEM HANDEL 3:06min, 21. März 2018, 10:16 Uhr
- Von Holger Scholze, Börse Stuttgart TV News Redaktion - 21.03.2018 -
Der deutsche Aktienmarkt konnte zum Auftakt des heutigen Handelstages vor der Leitzinsentscheidung in den USA noch an seine Vortagesgewinne anknüpfen. Der DAX lag im Hoch bei 12.344 Punkten. Im Tief erreichte er später 12.250 Zähler. Aktuell notiert das deutsche Börsenbarometer jedoch unverändert bei 12.307 Punkten. Der deutsche Leitindex ist also weiterhin auf Richtungssuche.
Heute prägt insgesamt Zurückhaltung das Bild, denn echte Impulse werden erst am Abend, um 19 Uhr (MEZ), durch die US-Notenbank (Fed) erwartet.
Dabei gilt eine weitere leichte Zinsanhebung als sehr wahrscheinlich. Die Börsianer erhoffen sich aber neue Hinweise auf das künftige Tempo bei der erwarteten Straffung der Geldpolitik. Die Prognosen von Experten schwanken zwischen zwei und vier Zinsschritten im laufenden Jahr. Es wird zudem mit besonderer Spannung erwartet, ob der neue Fed-Chef Jerome Powell zumindest indirekt auf mögliche wirtschaftliche Folgen des drohenden Handelskonflikts eingeht.

"Wirtschaftsweise" trauen Konjunktur noch mehr Schwung zu

Angetrieben vom weltweiten Konjunkturaufschwung werde die deutsche Wirtschaft nach Einschätzung führender Ökonomen ihr Tempo in diesem Jahr noch einmal erhöhen. Deutschland befinde sich in einer Hochkonjunkturphase, erklärte der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung am Mittwoch in Wiesbaden. Das Beratergremium der Bundesregierung erwartet einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 2,3 Prozent in diesem Jahr. Im Herbst hatten die Ökonomen - besser bekannt als die fünf "Wirtschaftsweisen" - ein Plus von 2,2 Prozent vorhergesagt.
Als Hauptgrund für die Korrektur nach oben nannten die "Wirtschaftsweisen" das verbesserte außenwirtschaftliche Umfeld. "Die Weltwirtschaft erlebt derzeit die erste synchrone Expansionsphase seit Ausbruch der Finanzkrise vor rund zehn Jahren."
Zugleich warnten die Ökonomen vor wachsenden Risiken, insbesondere durch die angekündigte Zollerhöhung auf Stahl und Aluminium durch US-Präsident Donald Trump. Für die Fortsetzung des globalen Aufschwungs sei ein reibungslos funktionierender Welthandel von zentraler Bedeutung, argumentierten die Experten. "Eine Spirale aus protektionistischen Maßnahmen hätte deutliche negative Auswirkungen auf die globale und die deutsche Wirtschaft."
Im vergangenen Jahr war die deutsche Wirtschaft um 2,2 Prozent gewachsen. Für 2019 sagte der Sachverständigenrat ein Plus von 1,8 Prozent voraus.
Für die Eurozone erhöhten die "Wirtschaftsweisen" ihre Prognose ebenfalls. Für das laufende Jahr rechnen sie hier mit einem Wachstum von 2,3 Prozent (zuvor 2,1 Prozent). Im kommenden Jahr soll das Wachstum im gemeinsamen Währungsraum bei 1,9 Prozent liegen.

Investoren und Mitglieder erhöhen Druck auf Facebook

Im Datenskandal um Facebook erhöhen Investoren und Anwender den Druck auf das größte soziale Netzwerk der Welt.
In San Francisco verklagten Aktionäre den Konzern. Facebook habe "sachlich falsche und irreführende Aussagen" zur Firmenpolitik gemacht, heißt es in der Klageschrift, die am Dienstag (Ortszeit) bei einem Bundesgericht in San Francisco eingereicht wurde, wie CNN und weitere US-Medien berichteten.
Nutzer des Netzwerks verlangten in einer Petition der Mozilla-Stiftung, Facebook müsse mehr für den Schutz der Daten tun und seine Nutzer respektieren.
Zuvor war der Kurs der Facebook-Aktie eingebrochen. Seit Bekanntwerden des Datenskandals um die britische Analysefirma Cambridge Analytica sackte der Kurs von 185 US-Dollar um rund zwanzig Prozent ab.
Facebook habe mitteilen müssen, dass es Dritten Zugriff auf Daten von Millionen Nutzern ohne deren Zustimmung gewährt habe, argumentieren die Kläger. Da das Unternehmen das nicht früher getan habe, hätten sie große Verluste erlitten.
Facebook sieht sich unterdessen selbst als Betrogenen. "Das gesamte Unternehmen ist entsetzt darüber, dass wir hintergangen wurden", teilte das Unternehmen mit.
Die umstrittene Datenanalyse-Firma, die nach Angaben ihres inzwischen suspendierten Chefs Alexander Nix einen Großteil des Wahlkampfs für US-Präsident Donald Trump bestritten habe, soll Zugriff auf Facebook-Daten von bis zu 50 Millionen Menschen gehabt haben. Die US-Verbraucherschutzbehörde FTC leitete deshalb eine offizielle Untersuchung gegen Facebook ein. Dabei geht es auch um eine Vereinbarung, die Facebook im November 2011 mit der FTC geschlossen hatte. Damals hatte sich das Netzwerk zur Einhaltung bestimmter Datenschutzregeln verpflichtet. Die FTC ermittelte in dieser Zeit wegen einer Änderung der Datenschutz-Regeln im Jahr 2009. Facebook hatte zuvor die Standard-Einstellungen für Profile verändert und die Informationen öffentlich zugänglich gemacht. Viele Facebook-Mitglieder reagierten nicht darauf. Dadurch waren zuvor private Daten vieler Nutzer offen im Netz abrufbar, ohne dass es den Mitgliedern bewusst war. Die Änderung wurde kurz darauf zurückgenommen.
Das Unternehmen erklärte nun, es werde alles tun, um seine Richtlinien durchzusetzen und die Informationen der Nutzer zu schützen. Firmenchef Mark Zuckerberg und alle Verantwortlichen seien sich des Ernsts der Lage bewusst.
Cambridge Analytica wurde bekannt, als die Firma, deren Datenauswertung Donald Trump zum Sieg bei der US-Präsidentenwahl 2016 verholfen haben soll - möglicherweise mithilfe von unrechtmäßig gesammelten Facebook-Daten.

BMW ziehen nach konkreten Zahlen an

Anleger haben heute positiv auf endgültige Geschäftszahlen und Aussagen des Autobauers BMW zum laufenden Jahr reagiert. Derzeit steht ein Kursplus von 0,9 Prozent auf 86,80 Euro und damit einer der vorderen Plätze im DAX zu Buche.
2018 wollen die Münchener trotz deutlich steigender Forschungs- und Entwicklungskosten für Technik und neue Modelle mindestens soviel verdienen wie 2017. Analysten hatten hingegen mit einem operativen Ergebnisrückgang gerechnet.
Zudem sollen die Umsatz- und Verkaufszahlen im Kerngeschäft Automobilbau leicht steigen, was bei dem Unternehmen ein Plus von bis zu fünf Prozent bedeutet. Bereits vor zwei Wochen hatte BMW Eckdaten für das vergangene Jahr vorgelegt.

Analysten schieben E.on-Kurs an

Die Aktien von E.on haben am Mittwoch von positiven Analystenstudien profitiert. Zeitweise ging es für die Versorgerpapiere um mehr als zwei Prozent aufwärts. Aktuell liegt der Kurs bei 8,93 Euro mit 0,7 Prozent im Plus.
Kepler Cheuvreux empfahlen die Papiere der Essener zum Kauf. Nach einer sorgfältigen Auswertung des "Innogy-Deals" mit RWE und der jüngsten Geschäftszahlen habe man einen fairen Wert von zehn Euro ermittelt.
Noch optimistischer sind die Experte von JP Morgan mit einem Kursziel von 11,50 Euro. Sie erwarten durch die anstehende Neuordnung in der deutschen Energiebranche ein deutliches Gewinnplus und ein langfristiges, nachhaltiges Dividendenprofil. Erstellt am 21.03.2018, um 9:15 Uhr. Zuletzt aktualisiert am 21.03.2018, um 17:00 Uhr.
Bitte beachten Sie die rechtlichen Hinweise und Angaben zu möglichen Interessenkonflikten unter: https://www.boerse-stuttgart.de/rechtliche-hinweise