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Gastbeitrag Commerzbank · 23.03.2018 11:57 Uhr

US-Importzölle auf Importe aus China: Das sollten Anleger jetzt wissen!

Handel
Quelle: Avigator Thailand / Shutterstock.com
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Ein transatlantischer Handelskrieg ist - vorerst - abgewendet. Stattdessen führt die US-Regierung Zölle auf chinesische Importe ein. Damit deutet alles darauf hin, dass der Handelskrieg vorerst zumindest in Asien ausgefochten wird.

- Gastbeitrag von Esther Reichelt (Analyst FX & EM Research Commerzbank) -
USD, JPY: Ein transatlantischer Handelskrieg ist – vorerst – abgewendet. US Präsident Donald Trump hat die EU-Länder von Importzöllen auf Aluminium und Stahl ausgenommen. Stattdessen führt die US-Regierung Zölle auf chinesische Importe ein (siehe unten). China kündigte umgehend Gegenmaßnahmen an, die jedoch erst einmal „nur“ auf Importe im Umfang von 3 Mrd. abzielen. Damit deutet alles darauf hin, dass der Handelskrieg vorerst zumindest in Asien ausgefochten wird. In den USA sorgte all das wenig überraschend für Katerstimmung an den Aktienmärkten. Entscheidend wird jetzt sein, ob sich diese auf die gesamte Wirtschaft überträgt. Zwar bleiben wir dabei, dass die bisherigen protektionistischen Maßnahmen tendenziell für eine reale USD-Aufwertung sprechen. Doch die kann sich auf zwei Arten realisieren – in einer nominalen Aufwertung, die die Stimmung bei den US-Exportunternehmen zusätzlich belasten dürfte, oder in einer höheren Inflation, bei der dann die Fed gefragt wäre. Die Fed hat zwar den offiziellen Auftrag, mit ihren geldpolitischen Entscheidungen nicht nur die Inflation sondern auch die Realwirtschaft bestmöglich zu steuern. Doch bei einer Arbeitslosenquote von derzeit 4,1% spricht viel dafür, dass die Fed auf einen zunehmenden Inflationsdruck erst einmal mit weiteren Zinserhöhungen reagieren müsste. Und früher oder später wird sich der ausweitende Zinsvorteil der USA dann auch die Nachfrage nach USD ankurbeln.
Die neuen Entwicklungen im Handelsstreit dürften ihren Teil zu der aufflammenden Risikoaversion beigetragen haben dürfte, die USD-JPY in der Nacht unter die Marke von 105 gedrückt hat. Dabei dürfte jedoch auch die Ankündigung Trumps eine große Rolle gespielt haben, seinen Sicherheitsberater H.R. McMaster durch einen weiteren Hardliner, den ehemaligen US Botschafter bei der UN, John Bolton, zu ersetzen. Bolton fordert schon länger eine härtere Linie gegenüber dem Iran und Nordkorea und nannte einen Präventivschlag gegen Nordkorea noch im Februar „vollkommen legitim“. In einer entscheidenden Phase der Annäherung Nordkoreas lässt dieser Schritt befürchten, dass die Situation im Korea-Konflikt bis auf weiteres angespannt bleibt.
CAD: Entspannt haben sich dagegen die Protektionismus-Ängste in Kanada, nachdem die USA mehr Flexibilität bei einigen der härtesten Streitpunkte in den NAFTA-Verhandlungen signalisiert hat, wovon der CAD vorgestern spürbar profitierte. Denn damit steigen die Chancen für eine gütliche Einigung und somit auch für weitere Zinserhöhungen der Bank of Canada. Diese hatte sich zuletzt ja vor allem angesichts der von den festgefahrenen NAFTA-Verhandlungen ausgehenden Unsicherheit für den kanadischen Konjunkturausblick zurückhaltend gezeigt. Da die Inflation sich weiterhin in der Nähe des 2%-Inflationsziels befindet, dürften die Spekulationen darüber, wann die BoC den nächsten Zinsschritt vornimmt, vor allem davon abhängen, wie widerstandsfähig sich die Realwirtschaft in diesem angespannten Risikoumfeld zeigt. Dementsprechend dürfte der Fokus heute auch mehr auf den Januar-Einzelhandelsumsätzen als auf den Inflationszahlen für Februar liegen. Trotz der positiven Signale aus den NAFTA-Verhandlungen sehen wir jedoch auch bei guten Zahlen nur begrenzten CAD-Aufwertungsspielraum, da die von uns erwarteten Zinserhöhungen bereits zu einem großen Teil eingepreist sind.
Erhalten von der Commerzbank am 23.03.2018 um 10:46 Uhr.
Veröffentlicht durch Börse Stuttgart am 23.03.2018 um 11:57 Uhr.
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