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Marktbericht: update von 16:20 Uhr · 26.12.2017 16:20 Uhr

Einbruch oder Stabilisierung: Anleger bleiben in Deckung

Bergsteiger
Quelle: crazymedia / Shutterstock.com
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Nach den starken Kursverlusten in den vergangenen Handelstagen ist der Markt angeschlagen. Weltweit befürchten Anleger eine Eskalation des Handelskonflikts, vor allem zwischen den USA und China. Was passiert nun in der Osterwoche?

NEWS AUS DEM HANDEL 2:53min, 26. März 2018, 10:22 Uhr
- Von Holger Scholze, Börse Stuttgart TV News Redaktion - 26.03.2018 -
Auch zum Start in die verkürzte Karwoche scheinen viele Anleger am deutschen Aktienmarkt, zunächst in Deckung zu bleiben.
Der DAX notiert bei 11.853 Punkten mit 0,3 Prozent im Minus, nachdem er bis zum frühen Nachmittag noch leicht im Plus gelegen hatte.
Der Handelskonflikt zwischen den USA und China schwebt jedoch weiter über den Märkten wie ein Damoklesschwert. Am Freitag hatte der deutsche Leitindex aus Furcht vor den Folgen einer weltweiten Auseinandersetzung die Talfahrt beschleunigt und war zeitweise auf den tiefsten Stand seit Februar 2017 gefallen. In der vergangenen Woche betrug der Verlust mehr als vier Prozent.
Einige Experten hoffen nun auf eine Stabilisierung der Märkte in den kommenden Tagen. Denn US-Präsident Donald Trump habe sich zuletzt zum Handelsstreit nicht mehr geäußert. Dies könnte ein Signal sein, dass nach einer Verhandlungsposition gesucht werde. Sollte hinter verschlossenen Türen eine Lösung gefunden werden, könnten sich die Handelssorgen auch schnell wieder in Luft auflösen, wird auf dem Börsenparkett geflüstert.

Frankreichs Wirtschaftswachstum stärker als erwartet

Das französische Wirtschaftswachstum hat sich zum Jahresende 2017 stärker beschleunigt als erwartet. Im vierten Quartal habe das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Quartalsvergleich um 0,7 Prozent zugelegt, teilte das nationale Statistikamt Insee am Montag in einer dritten Schätzung mit. In einer vorherigen Schätzung war noch ein Wachstum von 0,6 Prozent ermittelt worden. Im Vorquartal hatte das Wachstum bei 0,5 Prozent gelegen.
Im Vergleich zum Vorjahr wuchs die französische Wirtschaft in den Monaten Oktober bis Dezember wie zunächst ermittelt um 2,5 Prozent. Im dritten Quartal war die französische Wirtschaft noch um 2,3 Prozent zum Vorjahresquartal gewachsen.

Frankreich erfüllt erstmals seit 2007 europäisches Defizit-Kriterium

Frankreich hat im vergangenen Jahr erstmals seit 2007 die europäische Defizit-Regel eingehalten. Das Staatsdefizit betrug 2,6 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes, wie die Statistikbehörde Insee am Montag nach einer ersten Schätzung mitteilte. Frankreich profitierte dabei vor allem von höheren Steuereinnahmen, die stärker stiegen als die Ausgaben. 2016 war Frankreich noch 3,4 Prozent im Minus.
Die Länder der Eurozone dürfen in ihren Staatsfinanzen im Vergleich zum Bruttoinlandsprodukt nicht mehr als drei Prozent Neuverschuldung ausweisen.
Frankreichs im vergangenen Mai gewählter Präsident Emmanuel Macron hatte die Einhaltung der Regel zu einer Priorität gemacht. Er will damit Glaubwürdigkeit in Brüssel und Paris zurückgewinnen, wo er um Unterstützung für seine Pläne zur EU-Reform wirbt. Die EU-Partner hatten Frankreich schon zweimal mehr Zeit gegeben, um seine Finanzen in Ordnung zu bringen.
Der Schuldenstand des Landes ist allerdings weiterhin hoch: Er kletterte von 96,6 Prozent auf 97,0 Prozent der Wirtschaftskraft.

Uber überlässt Geschäft in Südostasien einem Rivalen

Der Fahrdienst-Vermittler Uber überlässt sein Geschäft in dem riesigen südostasiatischen Markt dem dortigen Konkurrenten Grab.
Die beiden bisherigen Rivalen vereinbarten die Gründung eines gemeinsamen Unternehmens, an dem Uber lediglich einen Anteil von 27,5 Prozent halten wird. Die Mehrheit gehört dann zu Grab.
Über einen solchen Zusammenschluss war bereits seit einiger Zeit spekuliert worden. Am Wochenende gab es dann bereits Berichte, dass der Deal perfekt sei. Das Geschäft soll neben den Fahrdiensten, die auch in dieser Region zunehmend den klassischen Taxis Konkurrenz machen, den Essens-Lieferservice Uber Eats umfassen.
Bislang hatten sich beide Firmen in Märkten wie Thailand, Singapur, Indonesien, Kambodscha, Malaysia, Myanmar, den Philippinen und Vietnam einen heftigen Kampf geliefert. In der Region mit mehr als 330 Millionen Internet-Nutzen geht es in den nächsten Jahren um Milliarden-Umsätze.
Das US-Start-up Uber ist bekannt für seine aggressive globale Expansion. Die Amerikaner hatten nach hohen Verlusten in China sowie in Russland aber bereits auf ähnliche Weise den Schulterschluss mit lokalen Wettbewerbern gesucht.
Uber und Grab haben beide Technologiekonzern Softbank als Aktionär. Die Japaner drängen offenbar auf eine Konsolidierung, um das Geschäft profitabler zu machen.
Grab-Chef Anthony Tan sagte: "Die heutige Übernahme ist der Beginn einer neuen Ära."
Grab ist in der Region bislang in 142 Städten in sieben verschiedenen Ländern aktiv, vor allem in Metropolen wie Bangkok, Singapur, Jakarta oder Kuala Lumpur. Pro Tag werden damit inzwischen mehr als 3,5 Millionen Fahrten gebucht. Uber bot seine Dienste nach eigenen Angaben bislang in der Region in insgesamt 190 Städten an.
 
Erstellt am 26.03.2018, um 9:15 Uhr. Zuletzt aktualisiert am 26.03.2018, um 16:20 Uhr.
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