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Mögliche Ansätze für Anleger · 29.03.2018 09:46 Uhr

2025 – Datenblöcke revolutionieren die Welt

Blockchain
Quelle: whiteMocca / Shutterstock.com
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Die Chancen der Blockchain befeuern das Geschäft vieler IT-Unternehmen. Logistik-Konzerne sind ebenfalls unter den Vorreitern. Das eröffnet Investmentperspektiven auch jenseits von Kryptowährungen.

Die Blockchain wird nicht von allein funktionieren. Denn die neuen, dezentralen Datenbanken müssen mit Inhalten gefüllt werden. Die großen IT-Konzerne bringen sich deshalb in Position, um Unternehmen und öffentliche Institutionen blockchainfähig zu machen, sprich: Prozesse auf die Blockchain zu bringen und „smart contracts“ zu programmieren. Potenziale entstehen auch für die Hersteller leistungsfähiger Hardware, die für die aufwändigen Rechenoperationen in einer Blockchain notwendig sind. Privatanleger können breit gestreut über zahlreiche ETFs in große IT-Unternehmen investieren – beispielsweise bezogen auf die MSCI Information Technology Indizes zu verschiedenen Regionen. Auch viele kleinere Unternehmen entwickeln weltweit Blockchain-Anwendungen, etwa für den Zahlungsverkehr. Diese Firmen bringen allerdings erhöhte Risiken mit sich: Schließlich ist unklar, wessen Blockchain-Geschäftsmodell sich durchsetzen wird. Sind die Start-Ups börsennotiert, schwanken die Aktienkurse stark und spiegeln oft vor allem künftige Wachstumschancen wieder. Mögliche Übernahmen durch größere Player sorgen für weitere Dynamik.

Hoher Nutzen für die Logistik

Die Transport- und Logistikbranche könnte einer der größten Profiteure der Blockchain-Technologie sein. Dieser Sektor besitzt bislang einen recht geringen Digitalisierungsgrad und ist gleichzeitig von einem komplexen und teuren Geflecht verschiedener Akteure geprägt. Produzenten, Versicherungen, Geldgeber und Spediteure: Die Komplexität, die in Lieferketten entsteht, bis eine Ware beim Konsumenten ist, ist ein wesentlicher Kostenfaktor. Die potenziellen Effizienzsteigerungen dank Blockchain erscheinen entsprechend lukrativ: Wenn zwischengeschaltete Unternehmen wegfallen, laufen Prozesse schneller, einfacher und günstiger. Auch die Nachvollziehbarkeit von Warenströmen nimmt zu. Für gezielte Investments können Privatanleger Einzelaktien in den Blick nehmen: Große, globale Konzerne dürften die Digitalisierung ihrer Branche aktiv vorantreiben. Offen ist allerdings, wer sich dabei mit seinen Ideen an die Spitze setzt. Privatanleger können an der Börse Stuttgart von 8 bis 22 Uhr Aktien von amerikanischen oder europäischen Logistik-Riesen handeln, genauso wie die Papiere der weltgrößten Reedereien.

Kryptowährungen im Fokus

Sie sind in aller Munde, wenn es um Blockchain geht: Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum und Ripple machen es möglich, direkt Geld zu überweisen – ohne zwischengeschaltete Bank. Durch Krypto-Finanzierungsrunden (ICOs) kommen immer neue Währungen hinzu. Dabei lassen sich die digitalen Münzen nur schwer einschätzen. Ihr Wert schwankt stark und hängt nicht zuletzt davon ab, welche Verwendung sie finden: als Zahlungsmittel, Wertspeicher oder schlicht Spekulationsobjekt. Bitcoin etwa bietet sich wegen seiner festgelegten Mindestmenge möglicherweise zur Wertaufbewahrung an, während es wegen der Limitationen als allgemeines Zahlungsmittel weniger geeignet ist. Privatanleger können an der Entwicklung von Kryptowährungen teilhaben – bei allen Risiken einer nicht regulierten Anlageform. Das funktioniert entweder durch Direktkauf oder über Wertpapiere. An der Börse Stuttgart zählen zwei Zertifikate zum Währungspaar Bitcoin/US-Dollar zu den meistgehandelten derivativen Anlageprodukten. Darüber erlauben es zwei Exchange Traded Notes (ETNs), auf den Wechselkurs von Bitcoin und Ethereum gegenüber dem Euro zu setzen.
Dieser Text ist ein Auszug aus der aktuellen Ausgabe von „Marktmacher", dem Kundenmagazin der Börse Stuttgart. Sie wollen alle weiteren Artikel der aktuellen Ausgabe lesen?
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