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Die Marktmeinung aus Stuttgart · 05.04.2018 07:55 Uhr

Furcht vor Zollstreit-Eskalation

Machtkampf USA vs China
Quelle: pixfly / Shutterstock.com
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Die beiden Supermächte USA und China lassen die Muskeln spielen und scheinen sich damit in eine Spirale zu begeben, die allen nur schaden kann. Die Aktienmärkte sind deshalb nicht mehr gewillt, in alte Erfolgsspuren zurückzukehren...

-Gastbeitrag von Michael Beck, Leiter Asset Management bei Ellwanger & Geiger Privatbankiers-
Nun lassen sie die Muskeln spielen, die beiden Supermächte China und USA. Anstatt vernünftig nach Lösungen und zum Teil gerechtfertigten und notwendigen Kompromissen zu suchen, sieht es ganz danach aus, dass die beiden Wirtschaftsmächte sich nun gegenseitig mit Zöllen überziehen und sich tatsächlich in eine Spirale begeben, die allen nur schaden kann. Die Aktienmärkte spüren das und sind nicht mehr gewillt, in ihre alte Erfolgsspur zurückzukehren. Die Furcht vor nachhaltigem wirtschaftlichem Schaden aufgrund der irrationalen Vorgehensweise des US-Präsidenten Trump steigt täglich. Wie irrational Trump dabei vorgeht, zeigen seine Twitter-Attacken gegen das US-Unternehmen Amazon, dessen Chef nicht gerade zu den Unterstützern des US-Präsidenten gehört. Dabei ist es nicht nur Amazon alleine, das unter diesen beispiellosen Tiraden des eigenen Präsidenten zu leiden hat. Die gesamte Technologiebranche wird in Mitleidenschaft gezogen und führt die aktuell immer noch andauernde Korrekturphase an. Um welche Dimensionen es sich dabei handelt, zeigt ein Vergleich mit dem größten Technologie-Konzern in Deutschland – SAP. Während vor wenigen Tagen die Tatsache gefeiert wurde, dass SAP mit einer Marktkapitalisierung von 104 Mrd. Euro nun zum wertvollsten Konzern Deutschlands aufgestiegen ist, beläuft sich der Verlust der Marktkapitalisierung von Gesellschaften wie Amazon oder Alphabet (Google) bisher auf 109 bzw. 108 Mrd. US-Dollar. Alleine die fünf Schwergewichte der US-Technologiebranche machen ca. 14 % des S&P-Index aus und in vielen asiatischen Indizes stellen Technologieunternehmen mittlerweile bis zu 60 % der Marktkapitalisierung.
Der Ostermontag, an dem der Nasdaq 3 % verlor, bescherte den US-Indizes den schwächsten Start in den April seit 1929. Dieser wird wohl nur aufgefangen werden können, wenn zum einen Trump etwas mehr Mäßigung walten lässt und zum anderen die Berichtssaison der US-Unternehmen überzeugender als erwartet ausfällt. Sollten diese enttäuschen, dürfte die Korrekturphase noch nicht beendet sein.
Die aktuelle Marktmeinung mit weitergehenden Informationen und Zusatzmaterial ist unter www.privatbank.de/marktmeinung frei abrufbar.
Erhalten von Ellwanger & Geiger am 04.04.2018 um 13:56 Uhr.
Veröffentlicht durch Börse Stuttgart am 05.04.2018 um 07:55 Uhr.